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Nagold Region nimmt gemeinsam Kurs in die Zukunft

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Über 200 Gäste kamen zur Regionalkonferenz nach Nagold. Foto: Schwarzwälder Bote

Im Rahmen einer Regionalkonferenz im Nagolder Teufelwerk haben führende Vertreter aus Politik und Wirtschaft der Region den Startschuss für die "Entwicklungsstrategie 2030+" für den Nordschwarzwald gegeben. Neben den eigentlichen Zielen, die die Region erreichen will, lag der Fokus darauf, diese Ziele gemeinsam zu erreichen.

Nagold/Nordschwarzwald. Auf Initiative der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald, der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald (WFG) und des Regionalverbands Nordschwarzwald war die Zukunftsstrategie in den vergangenen Monaten in Zusammenarbeit mit 150 unterschiedlichen Akteuren entstanden. Beim Treffen in Nagold präsentierten die Macher am Mittwochnachmittag die Eckpunkte des Papiers, das die Entwicklung der Region im nächsten Jahrzehnt beschleunigen soll.

Auf sechs Themenfelder will sich der Nordschwarzwald in Zukunft besonders fokussieren. Eines davon ist die Ausbildung und Gewinnung von Fachkräften für die Region. Als Maßnahmen nennt das Strategiepaper dabei neben dem klassischen Standortmarketing eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Bildungssektor, eine Zusammenarbeit von allen Akteuren im Bildungsbereich wie auch eine virtuelle Bildungslandkarte, die über die Bildungschancen in der Region informiert.

Innovationsgeschehen im Land sichern

Zweiter Punkt ist die Stärkung der Innovationskraft besonders bei den kleinen und mittleren Unternehmen. Den Fokus will man im Nordschwarzwald auf vier Zukunftsfelder richten: Künstliche Intelligenz, Digitaler Zwilling, Autonome Produktion und Additive Fertigung/3D-Druck. Um das zu erreichen, sollen Netzwerke gebildet werden, zu denen in jedem Bereich auch eine Universität oder Hochschule gehören soll, die die Arbeit der Netzwerke koordinieren sollen.

Als weiterer Punkt kommt ein regionales Innovationsmanagement hinzu, das IHK, WFG, Handwerkskammer, Städte und die Hochschulen in Pforzheim und Horb auf den Weg gebracht haben – und für das das Land mehr als 150  000 Euro an Fördergeldern gewährt hat. Kleine und mittlere Unternehmen sollen durch das regionale Innovationsmanagement noch schneller koordinierte Beratungs- und Informationsangebote erhalten. Zudem will man damit die zielgerichtete Vernetzung der zahlreichen Innovationsakteure in der Region unterstützen. Katrin Schütz, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, hatte die Zusage der Förderung bei ihrem Besuch der Regionalkonferenz mit im Gepäck. "In unserer globalen Welt wird ein neues Denken und Vernetzen auf der regionalen Ebene immer wichtiger, um das Innovationsgeschehen im Land zu sichern", begründete Schütz die Unterstützung des Innovationsmanagements.

Weiteres Zukunftsziel der Region soll der Ausbau der Technologieführerschaft sein. Dazu soll unter anderem ein eigenes Ökosystem für Start-ups in der Region entstehen. Auch die Steigerung der Lebensqualität innerhalb der Kommunen durch eine lebendige Stadt- und Quartiersentwicklung und die Schaffung von smarten Kommunen hat man sich auf die Fahnen geschrieben. In direktem Zusammenhang damit steht ein weiteres Ziel des Strategiepapiers: der Ausbau von modernen Infrastrukturen etwa bei der Verkehrsinfrastruktur und beim Thema Breitband.

In fünf Jahren eine gemeinsame Marke sein

Als letzten Punkt der Zukunftsstrategie hat man sich zum Ziel gesetzt, dass sich alle Partner in der Region Nordschwarzwald künftig eng miteinander abstimmen, geschlossen nach außen agieren und interkommunale Ansätze massiv fördern.

Genau dieses gemeinsame Handeln nahmen die Initiatoren des Papier in ihren Statements besonders in den Fokus. "Wir müssen alle gemeinsam in die Zukunft gehen und alle in die gleiche Richtung", mahnte IHK-Präsidentin Claudia Gläser. Calws Landrat Helmut Riegger proklamierte das Ende des Kirchturmdenkens. "Das ist von gestern und das brauchen wir nicht", machte er klar. "Die großen Herausforderungen im ländlichen Raum können nur in enger Abstimmung aller Akteure angepackt und bewältigt werden."

Er gab als Ziel aus, die Region unter der Marke "Black Forest" im globalen Wettbewerb zu etablieren. "Wir müssen in fünf Jahren eine gemeinsame Marke sein, dann sind wir eine erfolgreiche Region", sagte Riegger, der die Entwicklungsstrategie 2030+ als "Meilenstein für die Region" bezeichnete.

Auch Jürgen Kurz, der Vorsitzende des Regionalverbands, hob in seiner Stellungnahme die Wichtigkeit der kommunalen Kooperation hervor.

Tobias Koch vom Beratungsunternehmen Prognos stellte der Entwicklungsstrategie 2030+ ein gutes Zeugnis aus: "Vor dem Hintergrund der beschleunigten Digitalisierung und globalen Herausforderungen stellt sich die Region mit der Entwicklungsstrategie gut auf, um die bestehenden Potenziale und sich abzeichnende Chancen aktiv aufzugreifen."

Seine Unterstützung bei der Erreichung der Ziele des Strategiepapiers sicherte der Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel zu. Als konkrete Projekte nannte er die Schaffung eines Container-Ladeplatzes in der Region, eine funklochfreie Zone Nordschwarzwald und Überholspuren auf Bundesstraßen in der Region, speziell im Kreis Calw. Allerdings mahnte Fuchtel, dass auch aus der Region Impulse kommen müssten, etwa in Sachen Wohnungsbau. "Das Geld in Berlin ist da, aber es muss auch in der Region eingesetzt werden", so Fuchtel.

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