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Nagold OHG-Team gewinnt ersten Digitalpreis

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Im Rahmen des Wettbewerbs "Zukunft Schule Digitalpreis" hat eine Schülergruppe des OHG ein zukünftiges "Klassenzimmer 5.0" modelliert und animiert. Foto: OHG Foto: Schwarzwälder Bote

Eine Schülergruppe des Nagolder Otto-Hahn-Gymnasiums konnte sich beim Finale des ersten "Zukunft Schule Digitalpreises" der Unternehmensgruppe Fischer durchsetzen und den mit 10 000 Euro dotierten Sieg sichern.

Nagold. Seit 2011 findet jedes Jahr ein Abiturientenforum statt. Ein gemeinsames Projekt von Schulen aus Altensteig, Dornstetten, Horb, Freudenstadt und Nagold. Unter der Leitung von Carsten Knop, Herausgeber und Chefredakteur Digitale Produkte der Frankfurter Allgemeinen ­Zeitung, finden hierbei Diskussionen und Gespräche "zwischen erwachsenen Experten und Schülern" statt, erklärt Walter Kinkelin, Schulleiter des OHG.

Insgesamt 20 000 Euro an Preisgeldern

Beim neunten Durchgang, im vergangenen Jahr, ging es um das Thema Digitalisierung. Klaus Fischer, Inhaber des Befestigungsspezialisten Fischer mit Sitz in Waldachtal, erklärte, dass sich Schüler und Lehrer beim letzten Forum äußerten, "dass sie ausgerechnet bei diesem wichtigen Zukunftsthema nicht ausreichend unterstützt werden. Dabei ist Digitalisierung das, was für die Zukunft in der Bildung mitentscheidend ist." Aus diesem Grund rief er den mit insgesamt 20 000 Euro dotierten Wettbewerb ins Leben. "Die Corona-Krise hat jetzt noch einmal deutlich aufgezeigt, dass wir in den Schulen in Deutschland erhebliche Defizite in der Digitalisierung haben", fügt Fischer an. "Eine sehr noble Geste, und zukunftsgerichtete Idee", sagt Kinkelin lächelnd.

Patrick Glückler, Lehrer am OHG, erzählt, dass man bereits im Dezember vergangenen Jahres den Wettbewerbsablauf mit der Unternehmensgruppe Fischer besprochen hatte. Daraufhin habe die Firma Fischer eine Auswahl an Aufgaben mitgegeben. Glückler unterstreicht, dass das OHG direkt am Wettbewerb interessiert war und wissen ließ, dass man "auf jeden Fall dabei" sei. Man habe dann Schüler zusammengesucht, die sich für die Teilnahme interessieren. Insgesamt konnte man elf Schüler finden und eine Organisationsstruktur schaffen. Die Gruppe entstand aus Schülern der Kursstufe 1, und nicht aus einer bestimmten Klasse. Sie sollen sich untereinander teilweise nicht allzu gut gekannt haben. Doch die Gruppe, bestehend aus André Eipper, Berenike Bender, Florian Schmidt, Luis Teufel, David Brym, Tabea Reich und fünf weiteren Schülern, sei schnell zu einem Team geworden. Durch geleistete Arbeit, auch in unterrichtsfreier Zeit, haben die Schüler Engagement und Gewissenhaftigkeit gezeigt, so Glückler.

Am 5. Februar kam es dann zu einer Probepräsentation bei Fischer. "Das hat uns sehr geholfen", meint der Pädagoge. Die Schüler hätten dann besser gewusst, worauf die Jury wert lege. Gefordert war eine "stark subjektive Meinung und ganz eigene Version", fügt er an.

Hans-Albert Theurer, ebenfalls Lehrer am OHG und gemeinsam mit Glückler Betreuer der Schülergruppe, hatte bemerkt, wie nach dem Workshop bei Fischer, "durch die sehr offene Herangehensweise, viel freigesetzt" wurde. Denn die Aufgabenstellung ging laut Theurer weit über die Beantwortung einzelner Fragen hinaus. Von der Reife, die die Gruppe aufgezeigt hat, ist er begeistert. Sowohl Theurer, Glückler und Kinkelin sind sich einig, dass der "Zukunft Schule Digitalpreis", im aktuellen Ausnahmezustand, in die genau richtige Zeit gefallen ist.

Die Kernfrage lautete: Wie werden sich Berufsbilder und damit Unternehmen sowie Wirtschaftszweige durch Digitalisierung verändern? Darauf folgten fünf weitere Fragen. Unter anderem, wie das Bildungssystem heute konkret auf Digitalisierung Bezug nehmen könnte. Die Schülergruppe des OHG hat in der Präsentation unter anderem ein künftiges "Klassenzimmer 5.0" modelliert und animiert – samt Ausstattung, wie VR-Brillen, die zur Digitalisierung beiträgt. Einen Bildungsplan hatte man ebenfalls entworfen. Darunter das Erlernen einer Programmier­sprache, Technisches Zeich­nen, Web-Design, Projekt­arbeiten und Berufspraktika.

Auf dem Endspurt der Vorbereitung zur eigentlichen Präsentation hatte Tabea Reich, eine Schülerin der Gruppe, die Solidarität der Gruppe gespürt. "Jeder konnte seine Stärken aufzeigen", erzählt sie. Man hatte sich während des Projektes nicht gezwungen gefühlt sich einzubringen. Es war eher die Verpflichtung gegenüber den Mitschülern, die extra Motivation brachte. Jeder habe eigenständig oder in kleinen Grüppchen recherchiert und zum Endprodukt beigetragen. Auch ohne Lehrer und autoritäre Person habe die Zusammenarbeit sehr gut geklappt, berichtet Reich. Tagsüber haben die Schüler am Projekt gearbeitet, abends klinkten sich die Lehrer mit ein. "Es war schön die Fortschritte und Entwicklungen zu sehen", so Theurer. Als Schule wünsche man sich ein solches selbstständiges Erarbeiten, freut sich Schulleiter Kinkelin.

Eigentlicher Wettbewerb als Videokonferenz

Eigentlich hatten sich die Schüler auf eine Präsentation vor rund 200 Gästen am Hauptsitz der Unternehmensgruppe Fischer in Tumlingen vorbereitet. Doch die Folgen der Corona-Pandemie machten allen Beteiligten einen Strich durch die Rechnung. Anstatt den Wettbewerb abzusagen, entschlossen sich Schulen, Jury und Fischer für eine digitale Veranstaltung in Form einer Videokonferenz – ganz im Sinne des Mottos "Zukunft Schule Digital". Seit März liefen die Vorbereitungen auf die Präsentation nur digital. Die Erreichbarkeit und Kommunikation sei laut Glückler sehr gut gewesen.

"Besonders beeindruckt war die Jury von der Präsentation des Otto-Hahn-Gymnasiums aus Nagold, das unter anderem mit einer visionären Herangehensweise und starken Infografiken auftrumpfte", heißt es in einer Pressemitteilung der Unternehmensgruppe Fischer. "Eine Präsentation wie aus einem Guss", lautete ein Urteil der prominent besetzten Jury. Diese bildeten Zukunftsforscher Christopher Peterka, Carsten Knop, Michael Zieher, Referatsleiter Medienpädagogik und digitale Bildung im Kultusministerium, sowie Matthias Schneider, Geschäftsführer Digital Services bei Fischer.

Als mitgeteilt wurde, dass die Gruppe des OHG den ersten Platz ergattert hat, war die Freude riesengroß. "Das habe ich selten erlebt, wie sehr sich die Schüler gefreut haben. Wie bei der Weltmeisterschaft 2014", erzählt Glückler lächelnd. Kinkelin hat die Präsentation ebenfalls gesehen: "Ich bin von den Schülern sehr beeindruckt."

Das Christophorus-Gymnasium Altensteig erreichte den zweiten Platz und gewinnt damit 6000 Euro. Platz drei und 3000 Euro erhält das Martin-Gerbert-Gymnasium Horb. Das Gymnasium Dornstetten erzielt den vierten Platz und sichert sich 1000 Euro.

Für die "sehr professionelle Herangehensweise, passgenau für Schulen" von Seiten der Unternehmensgruppe Fischer ist Glückler dankbar. Es sei wichtig, "wenn Firmen wie Fischer sich in Schulen einbringen", fügt er an. Dabei ginge es weniger darum Kontakt zu Schülern aufzubauen, sondern diesen einen Einblick in die Wirtschaftswelt zu geben.

Mit dem gewonnenen Preisgeld plant das OHG laut Glückler das von der Gruppe erarbeitete Konzept in Etappen umzusetzen. Ein kleiner Betrag fließe in die Abi-Kasse.

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