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Nagold "Meine Leidenschaft ist das Netzwerken"

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Anja Bulmer (links) ist bei der Stadt Nagold für Angelegenheiten rund um das Ehrenamt und die Vereine zuständig. Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Wenn Anja Bulmer durch den Kleb geht, trifft sie an fast jeder Ecke ein bekanntes Gesicht. Die 60-Jährige kennt so gut wie jeden, der sich in Nagold auf irgendeine Weise engagiert. Das liegt in erster Linie daran, dass Bulmer mit Leib und Seele Nagolderin ist, sich in ihrer Heimatstadt pudelwohl fühlt.

Nagold. Dass Anja Bulmer fast jeden Nagolder kennt, kommt ihr in ihrem Job sehr zugute. Vor 15 Jahren kam die gelernte Buchhändlerin als Quereinsteigerin zum Kulturamt der Stadt Nagold. Mit der Neustrukturierung vor drei Jahren fiel ihr die Aufgabe zu, das Sachgebiet für Sport, Vereine und Ehrenamt zu leiten, auch das Kinderbüro liegt in ihrem Zuständigkeitsbereich. Wer sich in Nagold in einem Verein oder im Ehrenamt engagiert, kommt demnach kaum an Bulmer vorbei, die Fäden laufen letztendlich bei ihr zusammen.

Sie übernimmt die Verwaltungsaufgaben für das Nagolder Vereinswesen, pflegt den Veranstaltungskalender der Stadt und weiß Rat bei allen Fragen, die bei Ehrenamtlichen oder Vereinsmitgliedern aufkommen. "Kommunikation ist in einer Stadt wie Nagold unheimlich wichtig", weiß sie. Und Kommunikation, das kann sie, wie im Spaziergang durch den Kleb deutlich wird.

Leidenschaft für Kelten und Mittelalter

Als Knotenpunkt für das Engagement in der Stadt scheint die offene und kommunikative Nagolderin die perfekte Partie zu sein. "Meine ganze Leidenschaft ist das Netzwerken", erzählt sie. Und das glaubt man ihr gleich. Denn ihre Kontakte kommen größtenteils nicht durch ihren Beruf, sondern sie trat die Stelle bereits mit einem dicken Adressbuch an: Bulmer ist in Nagold aufgewachsen, besuchte hier das Otto-Hahn-Gymnasium, arbeitete später als Buchhändlerin im Nagolder Einzelhandel. "Man kennt sich eben", meint sie und lacht. Gerade die Menschen sind es, warum Bulmer ihr ganzes bisheriges Leben gerne in ihrer Heimatstadt verbrachte, ihre Wurzeln zur Stadt daher tief sind. Die Idylle des Klebs, der Häuschen in der Innenstadt und die kurzen Wege – das alles macht ihre Liebe zu Nagold aus. "Ich mag hier nicht nur das Äußere, sondern auch das Innere", erklärt sie. Sie schätzt das Miteinander, dass es so viele Möglichkeiten gebe, sich zu engagieren, egal ob im Verein, der Kirche oder privat.

Engagement könnte man sagen, beschreibt ihren Beruf perfekt. Sie ist die Anlaufstelle für alle Engagierten und bringt sich selbst gerne in die Gesellschaft ein und organisiert.

Die Liebe zum Netzwerken und Organisieren half ihr schon in ihrer ersten Station bei der Stadt. Beim Kulturamt lag beispielsweise die Organisation des Keltenfests in ihren Händen. Eine Sache, die ihr Leben geprägt hat, wie sie sagt. "Dabei habe ich eine heimliche Passion entwickelt", gibt sie zu. Leidenschaftlich gerne beschäftigt sie sich mit allem rund um das Thema Kelten oder auch Mittelalter, ist im Verein Nagaltuna Garbe aktiv. Ihre Aufgabe war es, die frühe Geschichte Nagolds aufzubereiten und in der Stadt präsenter zu machen. Dementsprechend verfügt die Hobby-Kelten-Expertin über ein enormes Wissen über die frühe Besiedlung der Stadt. "Es ist spannend diese Kultur nachzuverfolgen ohne schriftliche Belege", findet sie. Besonders interessiert sie sich dafür, wie die Leute in dieser Zeit ihren Alltag eben hier in Nagold geführt haben.

Ein wenig trauert sie der Zeit hinterher, als sie noch aktiv am Keltenfest, das alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Mittelalterfest im Kleb stattfindet, mitgearbeitet hat. "Auch wenn es schwerfällt, tut es der Sache auch mal gut, loszulassen und in jüngere Hände abzugeben", findet die 60-Jährige.

Dennoch ist Ideenreichtum auch in ihrem derzeitigen Amt durchaus von Vorteil. Und an Ideen mangelt es Bulmer ganz und gar nicht, wie sie erzählt. Wenn sie in einer anderen Stadt ist, entdecke sie vieles, was sie sich für Nagold auch wünscht und möchte sich dann am liebsten sofort ans Werk machen. Ihr jüngstes Projekt ist die Veranstaltungsreihe "Bewegt im Kleb". Seit Juli finden täglich verschiedene kostenlose Sportangebote im Park statt: "Ich bin gespannt wie es ankommt, ich freu mich da richtig drauf", erzählt sie. Für sie ist es natürlich klar, dass sie selbst auch in die Sportschuhe schlüpft und teilnimmt. "Das war etwas, wo ich mich wirklich drin verwirklichen konnte." Und das liegt vor allem daran, dass es ihr Freude bereitet, gemeinsam Leute für ein Projekt zusammenzubringen. "Quasi als Nagolder etwas gemeinsam für Nagolder zu schaffen."

Ihr Lieblingsplatz in Nagold liegt vom Kleb aus in Sichtweite, nicht aber unbedingt in Gehweite. Bulmer hat eine starke Bindung zur Burg, erzählt sie. Das liegt zum einen daran, dass sie die Burg mit ihrer Heimat verbindet, zum anderen aber auch, weil sie für die Betreuung des Digel-Pavillons zuständig ist. An fast jedem Wochenende im Sommer wird der Kiosk an der Burg von einem anderen Verein bewirtet. An 25 Wochenenden im Jahr hat der Pavillon geöffnet, an 20 davon sorgen sich die Vereine um die Bewirtung. Und wenn keiner der 100 Vereine eingetragen ist? "Dann kann es schon mal vorkommen, dass ich mich mit Freunden in den Pavillion stelle und verkaufe", sagt sie voller Freude, "das ist dann ein Riesenspaß."

Auch privat stürzt sie sich ins Getümmel

Aber auch um das Nagolder Wahrzeichen zerbricht sich Bulmer regelmäßig den Kopf. "Wie bringt man es hin, die Burg attraktiv zu bespielen und gleichzeitig Natur- und Denkmalschutz zu beachten?" In diesem Rahmen Möglichkeiten auszuloten mag Bulmer ganz besonders und kann kaum aufhören, darüber zu reden, möchte andere mit ihrer Leidenschaft anstecken.

Man merkt: Privates und Berufliches liegen bei Anja Bulmer eng beieinander. Denn auch privat ist die dreifache Mutter und mittlerweile auch Oma ein aktiver Mensch, der sich in seiner Freizeit gerne ins Getümmel stürzt. Neben ihrem Engagement im Förderverein der Alten Seminarturnhalle, unternimmt sie gerne etwas mit Freunden oder besucht ihre Kinder und Familie in ganz Deutschland. "Dafür hätte ich allerdings gerne mehr Zeit und Energie." Aber auch privat – wie soll es anders sein ­– stellt sie Veranstaltungen auf die Beine. Derzeit tüftelt und organisiert sie ein kleines Festival gemeinsam mit ihren Kindern mit Workshops und Musik, "Das Bumelanten-Festival", wie die Bulmers es nennen. Da kann sie ihrer enormen Organisations- und Kommunikationsfreude freien Lauf lassen.

 
 

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