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Nagold/Haiterbach KSK-Elitekämpfer sollen auf Flugplatz trainieren

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Mittelfristig will die Bundeswehr Luftlandeübungen der Kämpfer des Kommandos Spezialkräfte (KSK) in der Nähe von Nagold abhalten. Foto: Deck

Nagold/Haiterbach - Bisher war der Name Calw mit dem Kommando Spezialkräfte (KSK) verbunden. Jetzt könnten die Namen Nagold und Haiterbach dazukommen. Denn ein Flugplatz zwischen den beiden Kommunen soll in Zukunft als Absprunggelände für die Elitekämpfer genutzt werden.

Dass die Bundeswehr und das KSK einen neuen Platz für ihre Sprungübungen suchen, hat mit dem Erfolg der Firma Bosch zu tun. Bisher absolvierten das KSK und seine amerikanischen Verbündeten ihre Fallschirm-Luftlandeübungen auf einem Flugplatz-Areal auf den Gemarkungen Renningen und Malmsheim im Kreis Böblingen. Vor gut sechs Jahren siedelte das Unternehmen Bosch sein Forschungs- und Entwicklungszentrum mit rund 1700 Arbeitsplätzen auf einem Teil des Areals an. Den Rest des Gebiets konnten die Militärs dabei weiter nutzen.

Doch nun soll das gesamte Areal zivil genutzt werden. In der Konsequenz heißt das, dass die Bundeswehr, ihre Spezialtruppe und die Amerikaner ein neues Übungsgelände brauchen, das nicht allzu weit von der Kaserne des KSK in Calw entfernt liegt.

Gemeinsam mit dem Bund machte sich das Land Baden-Württemberg auf die Suche, überprüfte mehr als 100 mögliche Standorte. Nahm 38 in die engere Wahl. Am Ende legte man sich auf den Flugplatz der Flugsportvereinigung Nagold am Dürrenhardter Hof fest, der sowohl auf der Gemarkung Nagold als auch auf Gemarkung Haiterbach liegt. Der Platz entspreche dem Anforderungsprofil der Bundeswehr für ein solches Übungsgelände mit Abstand am besten.

Bürgermeister vor gut drei Wochen informiert

Vor gut drei Wochen wurden die beiden Städte von dieser Entwicklung in Kenntnis gesetzt. Gestern traten nun Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann und Haiterbachs Rathauschef Andreas Hölzlberger gemeinsam mit Claus Eiselstein vom Staatsministerium vor die Presse, um die Öffentlichkeit über das Vorhaben zu informieren.

Demnach soll der Übungsplatz eine Gesamtfläche von 1000 auf 400 Meter umfassen, auf der die Fallschirmspringer landen können. Darin inbegriffen ist eine Landebahn in der Größe von 80 auf 1000 Meter. Auf dieser Landebahn sollen dann Hubschrauber oder kleinere Flugzeuge landen können. Die großen Transportflugzeuge, die die Fallschirmspringer absetzen – etwa die deutsche Transall oder die amerikanische Hercules C-130 –, sollen den Platz lediglich in großer Höhe überfliegen.

Am Boden soll es keine großen Baumaßnahmen geben. Neue Gebäude wie ein Tower oder Einzäunungen sind nicht nötig. "Von der Seite her könnten sie im Prinzip heute schon loslegen", meinte Nagolds OB Jürgen Großmann. Handlungsbedarf besteht nur bei der Landebahn. Die bestehende ist stark uneben und müsste begradigt und befestigt werden. Ob man die bestehenden Zufahrtswege aufrüsten müsste, ist nicht klar. Wirklich großes Gerät soll die Straßen und Wege nicht befahren. Es geht um Fahrzeuge von einem Maximalgewicht von fünf Tonnen.

Auch die Intensität der Nutzung eines solchen Platzes ist bereits bekannt. Da ist die Rede von 60 Tagen im Jahr im Fall der Bundeswehr. Auch bei den Amerikanern ist die Rede von maximal 60 Tagen pro Jahr. Doch die wollten die Amerikaner bei weitem nicht ausschöpfen, berichtete Claus Eiselstein vom Staatsministerium.

Damit der Platz auch für diesen Zweck genutzt werden kann, muss das Vorhaben ein Antrags- und Genehmigungsverfahren durchlaufen, das an das Planfeststellungsverfahren angelehnt ist, im Zuge dessen es auch eine Umweltverträglichkeitsstudie geben soll. Ein entsprechender Antrag ist gerade bei der Oberfinanzdirektion Karlsruhe in Arbeit. Die Genehmigung des Vorhabens ist reine Bundessache und müsste durch das Luftfahrtamt der Bundeswehr erfolgen. Als Dauer eines solchen Genehmigungsverfahrens sind bis zu zwei Jahre im Gespräch.

"Wir sind noch ganz früh im Verfahren"

Großen Einfluss auf das Verfahren haben die beiden Standortkommunen nicht, doch sie werden gehört – und das schon zu einem ganz frühen Zeitpunkt, wie die beiden Standortbürgermeister gestern beim Pressegespräch lobend herausstrichen.

"Wir sind noch ganz früh im Verfahren. Da ist noch nichts beschlossen", machte Jürgen Großmann deutlich. "Die Prüfung des Vorhabens ist völlig ergebnisoffen." Fragen dürften sich sicher beim Lärmschutz und der Zufahrt ergeben. Man wolle der Bundeswehr helfen, im Kreis Calw bleiben zu können. Und dazu brauche es eben einen solchen Platz in der Nähe der Standortkaserne.

"Es gibt hier eine große Verbundenheit mit der Bundeswehr", betonte auch Haiterbachs Schultes Andreas Hölzlberger. "Wir müssen sie im Kreis halten." Trotzdem müssten alle Seiten etwas von der Sache haben, eine so genannte "Win-Win-Situation" für alle Beteiligten entstehen. So könnten die beiden Standortkommunen und der Kreis Calw durchaus Unterstützung bei Infrastrukturprojekten brauchen, so der Nagolder OB. Haiterbach bei seiner Autobahnanbindung oder Nagold bei seiner Schienenanbindung an Stuttgart zum Beispiel. Doch das solle jetzt nicht im Vordergrund stehen, betonte Großmann.

Die Strategie der frühen Einbindung aller Beteiligten werde fortgesetzt, betonte Claus Eiselstein vom Staatsministerium. Am Donnerstag fand das erste Informationstreffen mit den direkt Betroffenen statt: den Grundstückseigentümern und dem Flugsportverein, der den Platz auch weiter nutzen können soll.

Im Zusammenhang mit den Grundstücken machte der Vertreter des Staatsministeriums deutlich, dass das Land im Auftrag des Bundes die nötigen Grundstücke kaufen werde, sollte es zur Einigung mit den Eigentümern kommen. Enteignungen werde es nicht geben.

Auch alle anderen Bürger will man zeitnah informieren. So soll es in Haiterbach eine Bürgerinformationsveranstaltung geben, bei der auch Vertreter der Bundeswehr anwesend sein werden, um das Projekt zu erklären. Und dabei werde man auch keine Fakten unter den Teppich kehren. "Wir werden nichts verschweigen, auch nicht die unangenehmen Dinge", versicherte Claus Eiselstein.

 
 

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