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Nagold Corona-Pandemie: Eltern klagen über volle Busse 

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Zur Mittagszeit am Busbahnhof. Beim Buseinstieg herrscht drangvolle Enge. Foto: Fritsch

Nagold - Strenge Corona-Regeln prägen den Schulalltag. Gleichzeitig drängen sich Kinder und Jugendliche in volle Busse. Das sorgt für Unmut bei den Eltern. Das Landratsamt erklärt, warum meist nicht mehr Busse eingesetzt werden können.

"Überfüllte Busse waren schon immer ein Problem", erzählt eine Mutter aus Pfrondorf, deren Kinder den Bus nach Nagold nehmen. "Aber wir haben Corona." Während in den Schulen strenge Hygieneauflagen gelten und eine Durchmischung der Schüler verhindert werden soll, drängen sich Schüler verschiedener Schulen und unterschiedlicher Jahrgangsstufen in den Bussen dicht aneinander. Morgens zu Schulbeginn ist der Andrang besonders hoch, berichtet sie. Aber auch nach Unterrichtsende können die Schüler in den Bussen keinen angemessenen Abstand einhalten. Auch wenn sich die Schüler dann aufgrund unterschiedlicher Unterrichtszeiten über einen größeren Zeitraum verteilen.

Eine andere Mutter, deren Tochter denselben Bus nehmen muss, berichtet ähnliches. "Volle Busse sind ein völlig falsches Signal an die Kinder", meint sie. In Corona-Zeiten sei es ein Muss, dieses Problem anzugehen.

Das sieht auch Udo Vollmer, Gesamtelternbeiratsvorsitzender in Nagold, so. Das Problem betreffe nicht nur vereinzelte Linien. "Eltern aus allen Ecken erzählen mir, dass die Busse überfüllt sind", sagt er. Aufgrund zahlreicher Beschwerden hat der Gesamtelternbeirat zwei Schreiben vorgefertigt und an Eltern weitergeleitet, deren Kinder mit dem Bus zur Schule fahren. Die Eltern können eines dieser Schreiben ausfüllen und unterschrieben an Landrat Helmut Riegger senden.

"Der Gesundheitsschutz muss vorgehen"

Dadurch soll auf den Missstand und insbesondere die Unzufriedenheit der Eltern aufmerksam gemacht werden. Das Problem sei abzusehen gewesen und der Landkreis hätte über die Sommerferien genug Zeit gehabt, zusätzliche Busse zu organisieren.

"Schade, dass von den Schülern, unseren Kindern, so viel verlangt wird, aber der Kreis Calw seiner Verantwortung – dem Schutz der Schüler – nicht nachkommt", heißt es in einem der Schreiben. Es endet mit der Bitte an das Landratsamt, baldmöglichst Verstärkerbusse einzusetzen. "Der Gesundheitsschutz muss vorgehen, da ist es zweitrangig, was für Kosten dabei anfallen", sagt Vollmer. Er verweist dabei auch auf die Förderung des Landes, das 80 Prozent der Kosten übernimmt, die durch den Einsatz zusätzlicher Busse entstehen.

Den Schulen sind die Hände gebunden. "Wir versuchen die Corona-Vorgaben einzuhalten und klassen- sowie schulübergreifenden Kontakt zu vermeiden", erklärt Ulrich Schubert, Geschäftsführender Schulleiter der Nagolder Schulen. "Aber im Bereich der Schülerbeförderung haben wir keinerlei Möglichkeit einzuwirken."

Erste Vorbereitungen für Verstärkerfahrten begannen bereits in den Ferien, erklärt das Landratsamt. "Erfahrungsgemäß sind die ersten beiden Schulwochen noch von Unsicherheiten, Wechseln und Verschiebungen geprägt." Daher wurden erst ab der zweiten Schulwoche Zusatzbusse eingerichtet. Zehn Buslinien, bei denen 100 Prozent der Sitzplätze und mindestens 40 Prozent der Stehplätze belegt sind, werden jeweils durch einen weiteren Bus entlastet. Diese Auslastung ist Voraussetzung für die Landesförderung, die nach jetzigem Stand noch bis zum 31. Dezember gewährt wird.

Zwischenzeitlich war auch in Nagold ein Zusatzbus unterwegs. "In Nagold war in der ersten Woche an einer Schule wegen nicht stattfindender Mittagsschule ein Problem aufgetreten, das mit Verstärkerbussen gelöst wurde", so das Landratsamt. Ansonsten wurden für Linien nach oder aus Nagold keine Verstärkerfahrten organisiert. Die für die Förderung notwendige Auslastung werde bisher auf keiner Linie erreicht. "Es können nicht nach Belieben Busse eingesetzt werden." Auslastung und Bedarf werden allerdings laufend beobachtet, versicherte das Landratsamt. "Aktuell wird, nachdem erste Rückmeldungen vorliegen, die Verbindung Jettingen – Nagold geprüft."

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