Einen Millionenschaden hatte der Brand beim Baustoffhändler Stegmaier in Schwenningen verursacht. Während die Ermittlungsbehörden nun Details zur Brandursache kennen, weiß das Unternehmen wie es am Standort weiter geht.
Resignieren kam für Klaus Jäckle nie in Frage. Der Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Jäckle und Flaig, zu der auch Stegmaier gehört, suchte nach dem Großbrand Anfang Januar sofort pragmatische Lösungen, um den Betrieb am Laufen zu halten. Nun kann Jäckle vermelden, dass wichtige Schritte für die Zukunft des Standorts eingeläutet wurden.
Nachdem er anfangs davon ausgegangen war, dass im gesamtem Komplex am Spittelbronner Weg aufgrund der Brand- aber auch Löschwasserschäden kein Betrieb mehr stattfinden kann, sieht die Lage nun anders aus.
Rückbau der Lagerhalle begonnen
„Wir haben nun mit dem Rückbau der Lagerhalle begonnen“, erklärt Jäckle. Von diesem Teil – hier brach der Brand aus – stehen seitdem nur noch die Stahlträger. Und dort soll es auch einen provisorischen Neuaufbau geben, um den Standort mit den insgesamt 16 Mitarbeitern wieder zu eröffnen.
In den vergangenen Wochen hätte sich gezeigt, dass das Büro bestehen bleiben kann. Bis in drei Monaten soll der Teil-Neubau abgeschlossen sein, dann könne die Verlagerung zur Niederlassung bei der Firma Mörk in Rammelswiesen zurückgenommen werden. Dieser Schritt soll spätestens zum August vollzogen werden.
Provisorium bleibt zwei Jahre
Das Provisorium könne laut Jäckle zwei Jahre bestehen bleiben. In dieser Zeit sollen die Planungen für einen Neubau an gleicher Stelle laufen. Den hatte das Unternehmen ohnehin schon geplant. Der Großbrand sorgte dafür, dass die Umsetzung der Pläne zunächst unterbrochen, nun aber wieder aufgenommen werden.
In diesem Zusammenhang lobt der Geschäftsführer der Unternehmensgruppe die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Jäckle: „Die Stadt war eine tolle Hilfe. Man war mit Blick auf die schnelle Genehmigung sehr bemüht.“ Nur so sei es möglich gewesen, eine derart pragmatische Übergangslösung zu finden.
Brandursache nicht ganz eindeutig
Auch die Abwicklung der Versicherung laufe derzeit. Größere Schwierigkeiten werden nicht erwartet, „die Versicherung zahlt wohl das, was sie zahlen müssen“, erklärt der Geschäftsführer. Dieser ist nun positiv gestimmt, dass alles seinen Weg geht.
Was die Brandursache betrifft, so ließe sich diese laut Polizeisprecher Dieter Popp „nicht eindeutig, jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit dargelegt“. Dies sei das Ergebnis des Brandgutachtens. Demnach habe ein üblicher Vorgang zu dem verheerenden Brand geführt.
Fahrlässige Brandstiftung im Raum
Ein Mitarbeiter hätte Ware auf Paletten kommissioniert. Hierbei hätte er die Folienhaube mithilfe eines mit Gas betriebenen Haubenkonfektioniergerät geschrumpft. Dabei sollen sich laut Gutachten brennbare Materialien entzündet haben. Wie Popp erklärt, sei die Entzündung – in Betracht kommen beispielsweise kleine Späne an der Palette – unentdeckt geblieben.
Die Palette sei in der Folge unter einer Galerie gelagert worden. Von dort aus hatte das Feuer wohl leichtes Spiel, auf die gesamte Lagerhalle überzugreifen. Innerhalb von Minuten entwickelte sich ein Großbrand, bei dem ein Schaden von rund vier Millionen Euro entstanden war. Einen solchen Hergang hatte die Polizei schon während des Einsatzes vermutet. Im Raum steht laut Popp deshalb weiterhin die fahrlässige Brandstiftung.