Hat der kleine Berry ein neues Zuhause gefunden? Foto: Stockburger

Der Fund der drei kleinen Katzenbabys machte Tierschützer fassungslos. Im Wald bei Bochingen hatte man die Tiere ihrem Schicksal überlassen. Ob sie wohl schon ein neues Zuhause gefunden haben?

Etwa einen Monat ist es her, dass ein Radfahrer durch Zufall auf die drei kleinen Kätzchen aufmerksam wurde. Im Wald unweit der A 81 hatte er einen Stopp eingelegt, weil er den Weg nicht mehr wusste. Nur deshalb hörte er die kläglichen Schreie der ausgesetzten Katzenbabys. Gleich drei Stück waren es – ängstlich und mutterseelenallein.

 

Den Kätzchen ging es gut

Der Finder rief direkt die Polizei. Diese vermittelte den Kontakt zum TierschutzvereinOberndorf. Eine Mitarbeiterin des Vereins holte die drei Jungkatzen kurz darauf ab.

„Ich habe sie dann einige Zeit zur Beobachtung bei mir aufgenommen“, erzählt Monika Stockburger, die Leiterin der Oberndorfer Katzenauffangstation. Hungrig waren sie, ansonsten schien es ihnen aber ganz gut zu gehen. Nach etwa zwei Wochen durften sie auf die Katzenstation.

Viele Anfragen

Zwei der Kätzchen sind bereits erfolgreich vermittelt worden und haben sich in ihrem neuen Zuhause auch bereits gut eingelebt, berichtet die Tierschützerin. Anfragen habe es von Anfang an viele gegeben. „Die Leute waren absolut entsetzt“, berichtet Stockburger. „Wir haben sehr viele Nachfragen und Rückmeldungen zu den drei Kätzchen bekommen.“

Friede, Freude, Eierkuchen

Nur der kleinste im Bunde, Berry, musste noch etwas länger warten. „Er ist sehr neugierig und verschmust“, schwärmt Stockburger. Ein richtiges Schmusekätzchen. Anfang der Woche haben sich aber nun auch für ihn Interessenten gefunden, und so kann auch er schon bald aus dem Tierheim ausziehen.

Katzen und Katzenbabys, die ein neues Zuhause suchen, gibt es im Oberndorfer Katzenhaus aber dennoch genug. Interessierte können sich bei Monika Stockburger unter Telefon 0160/57 400 43 melden. Alternativ kann man auch beim Tierschutzverein unter Telefon 07423/71 85 (Anrufbeantworter) anrufen. Findet man ausgesetzte Haustiere in der Natur, sollte man sich ebenfalls unter diesen Nummern beim Tierschutzverein melden.

Verdacht: Tiere wurden ausgesetzt

Der Verdacht, dass es sich bei den Fundtieren, um ausgesetzte Tiere handelt, lag von Anfang an nahe. Auch, weil die Kätzchen aus unterschiedlichen Würfen stammten. Die beiden jüngeren waren zu diesem Zeitpunkt etwa fünf Wochen alt, das ältere Kätzchen war bereits zehn Wochen alt. Da die Kätzchen noch relativ sauber waren, vermutet Stockberger, dass sie nur wenige Stunden vorher ausgesetzt worden waren. Mit Sicherheit lasse sich das allerdings nicht sagen.

Täter kann nicht immer gefunden werden

Denn selbst wenn Anzeige erstattet wird, heißt das nicht, dass letztendlich auch ein Täter ermittelt werden kann. Die Aufklärungsquote bei solchen Fällen schwankt immens, da die Zahl der Vorfällen gering ist, erklärt Dieter Popp, Pressesprecher im Polizeipräsidium Konstanz. Betrachte man allgemein Verstöße nach dem Tierschutzgesetz, liege die Aufklärungsquote im Schnitt bei 50 Prozent. „Im Landkreis Rottweil gab es in den Jahren 2018, 2019 und 2022 jeweils nur einen Fall eines ausgesetzten Tieres“, teilt Popp auf Nachfrage mit. In den beiden Corona-Jahren seien es mehr gewesen (2020 sechs und 2021 vier).

25 000 Euro Strafe

Sollte aber doch ein Täter ermittelt werden, hat dieser in der Regel gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. „Hier sind, je nach Verstoß, Bußgelder und Geldstrafen aber auch Freiheitsstrafen vorgesehen. Im Falle des Aussetzens kann eine Geldbuße bis zu 25 000 Euro verhängt werden.