Das Rettungszentrum in den „Radackern“ ist seit einem Jahr die gemeinsame Heimat der Feuerwehren Ettenheim und Altdorf geworden. Nun sind die beiden Abteilungen offiziell fusioniert. Jürgen Rauer hat sein Amt als Abteilungskommandant abgegeben.
Der Zusammenschluss der beiden Feuerwehren ist die logische Konsequenz des praktizierten Miteinanders. „Was vor 20 Jahren in Altdorf noch eine Revolution ausgelöst hätte, ist heute kein Aufreger mehr“, erklärte Bürgermeister Metz. Seit dem Umzug ins neue Rettungszentrum vor einem Jahr wird nur noch gemeinsam geprobt und in den Einsatz gefahren.
Der Ettenheimer Gemeinderat hat durch die Änderung der Feuerwehrsatzung das neue rechtliche Konstrukt ermöglicht. Die Wehrleute beider Abteilungen haben anlässlich der gemeinsamen Abteilungsversammlung die Verschmelzung besiegelt. Die beiden ehemaligen Abteilungen haben jetzt auch nur noch eine gemeinsamen Führung.
Mit Florian Rauer (Abteilungskommandant) und Frank Spitznagel (stellvertretender Abteilungskommandant) wurde diese Kommandozentrale neu besetzt. Beide wurden in geheimer Abstimmung mit einem großen Vertrauensbonus auf die verantwortungsvolle Führungsebene gehievt.
Florian Rauer und Spitznagel treten in große Fußstapfen. Ihr Vorgänger Jürgen Rauer war 31 Jahre Abteilungskommandant in Altdorf und elf Jahre Abteilungskommandant in Ettenheim. Darüber hinaus war er seit 14 Jahren Kommandant der Gesamtwehr. „Ich habe mich in kein Amt gedrängt – aber es war zum jeweiligen Zeitpunkt vermutlich für alle der beste Weg“, begründet Rauer sein langjähriges Führungsengagement. Jürgen Rauer tritt aus freiwilligen Stücken in die zweite Reihe zurück. „Bevor mich der Nachwuchs in die Feuerwehrrente schickt, räume ich freiwillig das Feld“, so Rauer in seiner spaßhaften Rückzugsbegründung.
Auch die bisherigen Stellvertreter treten für Jüngere zurück
Bürgermeister Bruno Metz hob bei der Verabschiedung die herausragenden Verdienste von Jürgen Rauer hervor. „Menschlich und fachlich hat es nicht nur in Feuerwehrkreisen, sondern auch im Rathaus sehr gut gepasst“, war Metz voll des Lobes. Dass auch die örtliche Feuerwehr so denkt, machten die Aktiven mit langanhaltendem Applaus deutlich. Das Amt des Gesamtwehrkommandanten wird Jürgen Rauer noch bis 2025 behalten. Doch auch dieses will er in jüngere Hände geben. Die Nachfolge wird noch geklärt.
Mit Rauer treten auch seine bisherigen Stellvertreter Stefan Burg (Altdorf – seit 2009) und Bernd Henninger (Ettenheim – seit 2007) den Rückzug von der Führungsebene an.
Feuerwehrausschuss wurde paritätisch besetzt
Metz sicherte auch der neuen Führung die uneingeschränkte Unterstützung der Kommune zu. In diesem Sinne wurde auch ein neues Löschfahrzeug (LF 10) bestellt, dessen Auslieferung allerdings noch bis Ende 2025 dauert.
Paritätisch wird der Feuerwehrausschuss für die nächsten fünf Jahre mit Aktiven der beiden ehemaligen Abteilungswehren besetzt. Ettenheim wird von Fred Branden-burger, Christian Krieg und Sebastian Kirnberger vertreten. In Altdorf übernehmen Stefan Burg, Stefan Kiss und Marcel Vetter dieses Amt.
Kassen sind separat geführt
Finanziell sieht es bei den nach wie vor separat geführten Kameradschaftskassen nach den Berichten der Kassenwarte Albrecht Rietsche (Altdorf) und Sean O’Hanlon (Ettenheim) gut aus. Mit einem Zuschuss für einen Vier-Tagesausflug nach Österreich ist Altdorf zwar an die Rücklagen herangegangen, verfügt aber immer noch über ein Polster. „Der Arbeitsaufwand für das Dorffest, das Meerrettichfest und die Fastnachtsveranstaltung muss auch mal honoriert werden“, so der scheidende Feuerwehrchef.
Aufgrund einer neuen Umsatzsteuerregelung sollen der Wirtschaftsbetrieb der ehemaligen Abteilung Altdorf künftig über einen noch zu gründenden Verein abgewickelt werden. Ihre Unterstützung bei der Vereinsgründung sagten unisono Altdorfs Ortsvorsteher Andreas Kremer und Michael Andlauer von der Vereinsgemeinschaft bei ihren Grußworten zu.