Eigentlich sollte im Gemeinderat entschieden werden, wie man sich künftig mit Nahwärme versorgen will. Doch die Unterlagen waren vorab nicht verfügbar.
Wie es mit dem Nahwärmenetz in Seedorf weitergehen wird, steht noch in den Sternen und hängt maßgeblich vom zukünftigen Wärmepreis des bisherigen Versorgers ab. Die Gemeinde sucht nach Alternativen.
So wurde eine Energiestudie zur Wärmeerzeugung für das Nahwärmenetz Seedorf in Auftrag gegeben. Ein Mitarbeiter des beauftragten Büros HausConsult hat die Ergebnisse in der jüngsten Gemeinderatssitzung mit einer Präsentation vorgestellt. Beabsichtigt war, an diesem Abend einen Grundsatzbeschluss zu fassen. Und zwar zur Frage, in welche Richtung sich die Gemeinde bei der Nahwärmeversorgung orientieren will.
Abstimmung ist vorerst verschoben
Es wurde jedoch nicht abgestimmt. Der Gemeinderat folgte dem Antrag von Markus Holl und vertagte die Entscheidung, da die umfangreichen Unterlagen den Ratsmitgliedern vor der Sitzung noch nicht zur Verfügung standen. Um darüber zu entscheiden, so Holl, müsse er die Unterlagen genau anschauen. Dies sei bisher nicht möglich gewesen. Bürgermeister Peter Schumacher zeigte Verständnis: „Wir stehen ganz am Anfang und müssen heute noch nicht entscheiden“.
Preis bestimmt Entwicklung
Derzeit wird das Seedorfer Nahwärmenetz von der Biogas Teufel GmbH mit Wärme versorgt. Der Vertrag sei bis Ende 2024 verlängert worden, berichtete Bauamtsleiterin Karola Heinz. Wie es zukünftig weitergehen soll, hänge vom Gaspreis nach Erweiterung der Biogasanlage ab.
In der Studie hat das Büro mehrere dezentrale Varianten in puncto Wirtschaftlichkeit, Ökologie und Betreuungsaufwand untersucht und gegenübergestellt. Zu den jetzigen versorgten Gebäuden kämen künftig noch die Seedorfer Ortschaftsverwaltung sowie der neue Kindergarten hinzu.
Eine Option wurde gar nicht erst untersucht
Eine Option soll nach den Vorstellungen aus dem Rathaus näher betrachtet werden. Die Verwaltung tendiert zu einer Holzverstromungsanlage (eine Art Blockheizkraftwerk) als Grundlast und zu einem Gaskessel für die Spitzenlast. Ein wichtiges Pro-Argument: Mit dieser Anlage kann gleichzeitig Strom produziert werden.
Weitere vorgestellte Optionen sind ein Hackschnitzelkessel als Grundlast und ein Gaskessel für die Spitzenlast, Geothermie mit Wärmepumpe als Grundlast und ein Gaskessel für die Spitzenlast und Geothermie mit Wärmepumpe als Grundlast und ein Pelletkessel für die Spitzenlast. Wegen Unwirtschaftlichkeit wurden eine Stückholzheizung und eine Eisspeicherheizung nicht untersucht.