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Nach 28 Jahren Friseursalon "Top Hair" in Rottweil muss zumachen

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Das "Top Hair" ist schon halb leer geräumt. Ein Café soll in die Räumlichkeiten ziehen. Foto: Benner

Seit Samstag packen Gabriele Dressler und ein paar Helfer alles im traditionsreichen Friseursalon in der Hauptstraße 11 in Rottweil zusammen. Die Möbel hat sie an andere Friseure weitergegeben. Dressler muss nun zwei Angestellte entlassen, die sie aber zum Glück weitervermitteln konnte. Was nun mit den Räumlichkeiten geschieht und warum sie schließen muss, lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Rottweil - 28 Jahre gab es das Friseurgeschäft "Top Hair" von Gabriele Dressler in der Hauptstraße 11, in Rottweil. 18 weitere Jahre zuvor, war Dressler in denselben Räumlichkeiten angestellte Friseurin gewesen und seit 1906 war kein anderes Geschäft im Gebäude gewesen, als ein Friseursalon. Jetzt wird mit der Tradition gebrochen.

Das seit Anfang des 16. Jahrhunderts stehende Gebäude ist "derart marode, dass man Angst haben muss, man bekommt es nicht mehr los", erklärt Dressler ihre Gedanken, als sie sich überlegt hatte das Gebäude zu kaufen über den Mietvertrag hinaus. Dieser lief 2015 aus, mit der 2012 bereits verstorbenen Vermieterin aus Stuttgart hatte sie ein gutes Verhältnis. Doch der Umzug ist nun längst überfällig.

Seit Samstag packen sie und ein paar Helfer alles zusammen. Die Friseurtypischen Möbel hat sie an andere Friseure weitergegeben. Vom alten Mobiliar bleibt also nichts bestehen – und das darf es auch nicht, denn in die Räumlichkeiten ziehen nun ein Café und eine Ferienwohnung darüber ein.

Friseurin mit Leib und Seele

Sie war "hier gut integriert", sagt sie. "Ich bin Friseurin mit Leib und Seele. Ich war 40 Jahre lang verheiratet, kinderlos und der Friseursalon war die Erfüllung meiner Träume", erinnert sich Gabriele Dressler zurück. Die Vorstandsvorsitzende der Friseur-Innung Rottweil, stellvertretende Kreishandwerksmeisterin und Mitglied der Vollversammlung der Handwerks-kammer Konstanz blickt wehmütig zurück. Sie muss nun zwei Angestellte entlassen, die sie aber zum Glück weitervermitteln konnte und auch sie ist bereits untergekommen: als Angestellte bei Frisör Spindler, quasi um die Ecke.

In Rottweil zu bleiben, sei ihr persönlich wichtig. Wegen der Coronaregelungen hatte sie am 16. Dezember 2020 ihren Friseursalon schließen müssen, bis 30. des Monats hatte sie eigentlich noch vorgehabt ihre Stammkunden zu bedienen, bevor sie nun ausziehen muss. Das war ihr leider nicht vergönnt. Sie hofft nun, dass sie im Salon ihrer guten Kollegin – sobald wieder geöffnet werden darf – einige ihrer ehemaligen Kunden wieder trifft. "Ich möchte mich bedanken bei Ihnen/euch/dir für die langjährige Kundentreue", richtet sie ein Grußwort an ihre Stammkunden.

Es sind harte Zeiten für die Friseurbranche, die bald die dritte Überbrückungshilfe per Steuerberater beantragen kann. Zuletzt wurden nur noch in etwa 30 Prozent des normalen Umsatzes erzielt. Alle bangen noch bis voraussichtlich Ende des Monats, ob denn wieder geöffnet werden darf, sollte der Lockdown endlich vorbei sein. Doch besonders hart trifft es Dressler. Zu allem Überfluss hat sie vor kurzem ihren Mann an eine Krankheit verloren.

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