Manchmal erscheint der seltene Mittelspecht und holt sich Sonnenblumenkerne. Foto: Faber

Noch bis Sonntag, 9. Januar, rufen der Nabu und der Landesbund für Vogelschutz dazu auf, eine Stunde lang Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden.

Balingen - Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Man sucht sich einen Beobachtungsplatz und notiert eine Stunde lang von jeder Vogelart die höchste Anzahl, die in diesem Zeitraum gleichzeitig zu sehen ist. Das vermeidet Doppelzählungen.

Eine besondere Qualifikation außer dem Interesse für die Vogelwelt ist für die Teilnahme nicht nötig. Wer seine Beobachtungen melden möchte, kann dies bis zum Ende der Meldefrist am 17. Januar im Online-Meldeformular oder der Nabu-App tun.

Peter Faber vom Nabu Balingen beantwortet häufig gestellte Fragen zu der Aktion.

Warum findet die Stunde der Wintervögel an mehreren Tagen statt?

Wie bei der "Stunde der Gartenvögel" haben wir ein langes Wochenende von Freitag bis Sonntag gewählt. Möglichst viele Menschen sollen teilnehmen können.

Warum soll ich nur im Garten oder in einem Park zählen?

Die Beschränkung auf Gärten, Parks, Friedhöfe, Innenhöfe oder Balkone entspricht der Schwesteraktion "Stunde der Gartenvögel" im Mai. Im Mittelpunkt beider Aktionen stehen die häufigeren Vögel rund um Haus und Garten. Über deren Bestände wissen wir zum Teil weniger genau Bescheid als über manche Seltenheit in der Vogelwelt.

Warum wird nach Futterhäuschen gefragt?

Wir möchten einerseits erfahren, wie verbreitet Futterstellen eigentlich sind. Zuverlässige Zahlen gibt es nämlich nicht. Außerdem gibt es immer wieder Diskussionen darüber, welche Arten denn überhaupt an Futterhäuschen kommen.

Während meiner Beobachtungsstunde habe ich weniger Vögel gesehen als üblich. Verfälscht das nicht die Ergebnisse?

Jede Zählung ist nur eine Momentaufnahme. Je mehr Menschen teilnehmen, desto genauer werden die Ergebnisse.

Was macht der Nabu mit den Ergebnissen?

Die Beobachtungsdaten werden überprüft und erkennbare Fehler korrigiert. Am Ende steht eine bundesweite Auswertung nach Vogelarten, Bestandszahlen, -trends und Beobachtungsorten. Diese Ergebnisse können eine Grundlage für Aktivitäten im Vogelschutz sein.

Was sagt uns die Stunde der Wintervögel?

Ziel der Aktion ist ein sowohl deutschlandweites als auch regional möglichst genaues Bild von der Vogelwelt in unseren Städten und Dörfern. Es geht darum, Häufigkeiten und Trends von Populationen zu ermitteln. Damit dies repräsentativ ist, sollen die Populationsdaten über mehrere Jahre verglichen werden.