Ein mysteriöser Vorfall in Villingen-Schwenningen beschäftigt derzeit die Ermittlungsbehörden. Ein Mann hat eine Schussverletzung erlitten, die Umstände liegen derzeit aber noch in Dunkeln. Möglicherweise gibt es aber Verbindungen ins Rocker-Milieu.
Die Ermittler stehen wohl vor einem großen Rätsel: Wie erlitt ein Mann Schussverletzungen? Und was sind die Hintergründe der Schussabgabe?
Dies dürften die Fragen sein, die derzeit die Kriminalbeamten in Villingen-Schwenningen beschäftigen. Im Mittelpunkt steht dabei ein Mann, der nach Informationen unserer Redaktion am Donnerstag aufgrund von Verletzungen selbstständig in das Schwarzwald-Baar-Klinikum gekommen war.
Bei der Untersuchung in der Notaufnahme habe sich herausgestellt: Der Patient hatte eine Schussverletzung erlitten, muss operiert werden. Ein Projektil soll, so heißt es, im Oberschenkel gesteckt haben. Noch während der Mann behandelt wurde, alarmierten die Verantwortlichen die Polizei, um die Hintergründe der Verletzung zu klären.
Kleidung und Tätowierung geben Hinweise
Doch: Der Mann soll gegenüber den Beamten schweigen. Und doch könnte es eine Spur geben. Denn Kleidung und Tätowierungen des Verletzten machen offenbar deutlich, dass er Verbindungen ins Rocker-Milieu haben könnte. Er soll einem Unterstützer-Club der Hells Angels angehören, der in der Region aber wohl keine Ableger hat.
Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt Polizeisprecher Jörg-Dieter Kluge entsprechende Ermittlungen, hält sich insgesamt aber bedeckt. Tatsächlich sei ein 52-jähriger Mann mit einem „unklaren Verletzungsmuster“ ins Klinikum gekommen, dort habe man dann die Polizei verständigt. Kluge: „Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Mehr können wir aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht dazu sagen.“
Polizei bestätigt Rocker-Verbindung nicht
Zudem möchten die Beamten die Information, dass der Verletzte entsprechende Verbindungen in das Milieu hat, nicht bestätigen. Ob die Schussverletzung etwas mit einem möglichen Konflikt unter Rockern zu tun hat, bleibt deshalb bislang unklar.
Auch deshalb, weil aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen war, dass es im Rocker-Milieu der Region in jüngster Zeit ruhig gewesen sei. Nicht auszuschließen ist deshalb, dass das mutmaßliche Mitglied eines Rockerclubs aufgrund einer andersartig gelegenen Auseinandersetzung verletzt wurde.
Gremium direkt neben Hells Angels
Zuletzt geriet die örtliche Rocker-Szene im Sommer 2021 in Aufruhr. Der Grund: In der Gerberstraße hatte sich der Gremium MC mit dem Chapter Villingen City sein Clubhaus eingerichtet. Nur wenige Meter weiter hatten die Hells Angels ein Lokal in Beschlag genommen.
Die Polizei betonte nach Bekanntwerden, dass die beiden Motorradclubs zwar nicht „besonders verfeindet“ seien, „aber es liegt in der Natur solcher Gangs, dass sie Territorialansprüche erheben und diese gegebenenfalls auch mit Gewalt durchsetzen“. Letztlich blieben offen ausgetragene Konkurrenzkämpfe aus.
Stattdessen zogen die Hells Angels mit ihrem Chapter „South District“ – die vor ihrem Umzug nach VS in Pforzheim unter anderem wegen Waffenhandel im Fokus der Ermittlungsbehörden standen – nach Niedereschach und bezogen dort ihren Standort in den ehemaligen Postkarle-Räumen. Die Sorge in Niedereschach war groß, dass es in dem Ort zu Konflikten kommen könnte. Bislang blieb es aber ruhig.