Klavier, Gitarre, Geige, Blockflöte: Instrumente, die wirklich jeder kennt. Etwas anders sieht es da bei der Veeh-Harfe aus. Sie ist zwar ebenso vielseitig einsetzbar, aber deutlich leichter zu erlernen. Auch die Musikschule Wildberg lehrt dieses besondere Instrument.
Wer daran denkt, ein Musikinstrument zu erlernen, hat vermutlich erstmal eine Gitarre, ein Klavier oder eine Flöte vor Augen. Weit weniger bekannt, aber mindestens ebenso interessant ist die Veeh-Harfe. Sie hat zudem einen entscheidenden Vorteil für Einsteiger: Das Zupfinstrument kann ohne Notenkenntnisse gespielt werden.
Veeh-Harfen fallen zunächst vor allem durch ihre Form ins Auge. Die Notenblätter, die zwischen Saiten und Klangkörper geschoben werden, wirken ungewohnt. Das kommt daher, dass es sich um eine eigens für Veeh-Harfen entwickelte Notenschrift handelt. Sie ist auf das Wesentliche reduziert, sodass jeder sie nach kurzer Zeit verstehen und spielen kann.
Dieser Unterschied zu anderen Instrumenten liegt in der Entstehung der Veeh-Harfe begründet: Hermann Veeh entwickelte das Instrument für seinen Sohn Andreas, der mit Down-Syndrom auf die Welt kam. An den Fähigkeiten seines Sohnes orientiert, konzipierte der Vater ein völlig neues Musikinstrument: simpel in der Handhabung und bezaubernd im Klang. Auf Veeh-Harfen kann eine große Bandbreite an Stücken gespielt werden, von Klassischem über Tänze bis hin zu Volksliedern.
Besondere Instrumente fangen Stimmung ein
Das bewies die Veeh-Harfen-Gruppe der Musikschule Wildberg unter anderem beim Adventskonzert „Adeste fideles“. Der feine Klang der Saiten hallte melodisch durch die Kirche, die besonderen Instrumente fingen die besinnliche Stimmung perfekt ein.
Seit zweieinhalb Jahren wird das Saitenzupfinstrument für alle Altersklassen an der Wildberger Musikschule unterrichtet. Immer dienstags um 17.45 Uhr trifft sich das Ensemble zur Probe im Dorfgemeinschaftshaus in Schönbronn. Zwischenzeitlich ist die Gruppe mit 15 Personen auf eine beachtliche Anzahl an Musikern herangewachsen. Die Gruppe spielt immer wieder Konzerte, bei dem sie die Zuhörer in die Welt der Veeh-Harfen entführen.
Keine Notenkenntnisse nötig
Die Leitung hat Petra Roderburg-Eimann inne. „Für mich lebt das Instrument vor allem im Ensemble“, sagt sie aus eigener Erfahrung. „Viele Erwachsene nehmen hier die Chance wahr, auch in hohem Alter noch ein Instrument zu erlernen und gemeinsam mit anderen zu musizieren.“
Natürlich ermöglicht die Musikschule grundsätzlich einen Einstieg ins Musizieren mit jedem Instrument in jedem Alter an. Doch macht es die Veeh-Harfe älteren Menschen eben besonders einfach. Das Instrument steht auf einem Ständer und muss nicht gehalten werden, es braucht keine Notenkenntnisse und bereits nach kurzer Zeit können spürbare Erfolge erzielt werden.