Gelbe Säcke sind in Teilen Deutschlands derzeit ein knappes Gut – doch im Kreis Freudenstadt gibt’s derzeit noch genug davon. Foto: Hopp

Sind Gelbe Säcke im Landkreis Freudenstadt das Klopapier der Coronavirus-Pandemie? Bundesweit soll es einen Mangel an Mülltüten für Plastik-Verpackungen geben. Unsere Redaktion hat nachgehakt.

Horb/Kreis Freudenstadt - Wie die Deutsche Presse Agentur berichtet, seien regionale Engpässe seit Herbst vergangenen Jahres zu spüren. Ein Sprecher des Bundesverbands der deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) erklärt aber: "Bundesweit flächendeckend gibt es den Mangel nicht."

 

Lieferengpässe bei HPDE/LPDE-Granulat

Müssen die Bürger im Kreis Freudenstadt nun also Gelbe Säcke hamstern? Die Antwort: "Uns ist kein Mangel an Gelben Säcken bekannt", berichtet Marlene Krech vom Landratsamt Freudenstadt auf Anfrage unserer Redaktion und verweist an das zuständige Entsorger-Unternehmen Remondis. Auch Remondis-Pressesprecherin Lena Langenkämper gibt Entwarnung: "Die Kollegen aus der Niederlassung in Freudenstadt haben uns mitgeteilt, dass es bei ihnen im Landkreis derzeit keine Verknappung der Gelben Säcke gibt."

Wie kommen die regionalen Mängel überhaupt zustande? Grund dafür sind weltweite Lieferengpässe für HDPE/LDPE-Granulate, die für die Herstellung von Gelben Säcken benötigt werden. Daher komme es derzeit zu Produktionsausfällen und längerfristig bestellte Ware kann nicht fristgerecht geliefert werden. Die Folge: Regionale Knappheiten durch ausbleibende, teilweise unvollständige Lieferungen an die Unternehmen der Kreislaufwirtschaft, heißt es in der Antwort Langenkämpers weiter.

In Deutschland 400 verschiedene Vertragsgebiete

Ein Ende der bundesweiten Sorgen mit Gelben Säcken sei laut BDE frühestens Mitte bis Ende des laufenden Jahres in Sicht. Woher bezieht Remondis überhaupt seine Gelben Säcke? Für die Lieferung der Gelben Säcke sind verschiedene Hersteller in Asien und Europa zuständig. Das gesamte Bundesgebiet umfasse rund 400 verschiedene Vertragsgebiete, von denen die Hälfte Verpackungsabfälle über den Gelben Sack sammle. "Die Landratsämter erhalten jährlich dann eine bestimmte Anzahl an Säcken zur Verfügung. Die Zahlen hängen vom individuellen Einkaufsverhalten ab", erläutert Remondis.

In Horb berichtet Pressesprecherin Inge Weber von dem Wunsch mehrerer Einwohner, oft bis zu fünf Rollen oder mehr an Gelben Säcken mitnehmen zu wollen. "Dann reicht der Bestand natürlich nicht." Bei vernünftigem Haushalten mit den gelben Tüten – jeder sollte nur eine Rolle abholen – sei kein Engpass abzusehen. Die meisten Bürger sehen diese Vorschrift auch ein, einige wenige können die Regelung aber nicht nachvollziehen.

Lieferung läuft reibungslos

Mit Remondis indes gebe es keine Probleme: "Lediglich wegen Feiertagen oder Urlaubszeiten kommt es ausnahmsweise zu Verzögerungen. Sonst erhalten wir zeitnah die bestellten Mengen", spricht Weber für die Stadt Horb. Die Gemeinden Waldachtal und Empfingen berichten über ähnliche Zustände.

Abgeholt werden können die Gelben Säcke übrigens im Bürgerbüro und den Ortschaftsverwaltung der Horber Stadtteile. Ein Karton mit Gelben Sackrollen zur Mitnahme steht im Flur vor dem zentralen Bürgerbüro, sodass jeder, der Gelbe Säcke benötigt, diese mitnehmen kann, ohne dass er ins Bürgerbüro gehen muss, wie Weber berichtet. Im Landkreis Freudenstadt ist die Sorge um Engpässe bei Gelben Säcken also unbegründet.

Info: Was tun, wenn die Gelben Säcke doch mal ausgehen?

Sollte es zu Engpässen kommen, können Haushalte vorübergehend transparente Säcke nutzen und diese am Tag der Abholung wie gewohnt bereitstellen. Remondis bittet darum, ausschließlich transparente Säcke zu verwenden. Nicht durchsichtige Säcke machen das Erkennen möglicher Fehlwürfe unmöglich und dürfen nicht mitgenommen werden, wie Pressesprecherin Langenkämper erklärt.