Von rechts: Jacqueline Jakob, Michael Daubner und David Mogler am rollenden Supermarkt in Altburg. Foto: Pauline Szyltowski

Unterstützung für ältere Menschen oder ein Treffpunkt – dieser Lkw kann Nahversorgung und vieles mehr.

Braucht es einen Supermarkt auf Rädern in Calw? Sind es nicht eher die kleinen Gemeinden fernab der nächstgrößeren Stadt, die dieses Angebot nötig haben? Auch weil es vor Ort lange keinen Nahversorger mehr gibt?

 

Nun, auch wenn die Ortsteile zu Calw gehörten, so gebe es in „Alzenberg, Weltenschwann oder Ernstmühl keinen Versorger“, gibt Jacqueline Jakob gegenüber unserer Zeitung zu bedenken. Die Ortsvorsteherin von Altburg und David Mogler, Persönlicher Referent des Oberbürgermeisters, nahmen am Donnerstag Vormittag „Aaron’s rollenden Supermarkt“ erstmals an der Schwarzwaldhalle in Altburg in Empfang. Zuvor machte er 9 Uhr in Ernstmühl und 10 Uhr in Alzenberg Station. Nach Altburg fuhr er 11.45 Uhr Weltenschwann und 12.10 Speßhardt an.

Jeden Donnerstag soll der LKW voller Lebensmittel für mehrere Wochen die Tour beibehalten, so Mogler, und dann werde man „schauen ob er sich etabliert“. Als der LKW ankommt, springt sogleich ein gut gelaunter Michael Daubner aus dem Fahrerhaus, der Vater des Geschäftsführers Aaron Daubner. Er freue sich, dass er schon auf den ersten beiden Stationen der Calwer Jungfernfahrt erste Gäste begrüßen durfte.

Das mache zuversichtlich. Er glaube, dass vor allem ältere Menschen das Angebot dankend annehmen, so wie es auch in anderen Orten, die die Daubners mit zwei LKW anfahren, der Fall sei. Selbst in Altburg mache eine Station Sinn, denn der Netto am Ortseingang sei nicht unbedingt kurz, besonders wenn man nicht mehr sehr mobil sei. „Viele Ältere wollen auch einfach nicht mehr in den Supermarkt, das ist ihnen zu viel“, so Daubner. Der rollende Supermarkt fährt unter anderem Siedlungen oder Pflegeheime mit betreutem Wohnen an und kommt auf Anfrage auch zu Hause vorbei. „Das ist dann ein noch niederschwelligeres Angebot“, pflichtet Mogler bei.

Sozialer Treff

Oft sei der LKW auch ein richtiger Treffpunkt, erzählt Dengler weiter. „Ältere Leute sind oft abgehängt, sitzen zu Hause und warten, sagt er. Umso dankbarer seien sie, wenn es einen Anlass gebe, sich mit anderen auszutauschen. „An einem Haltepunkt treffen sich jede Woche fünf ältere Damen, schon eine halbe Stunde bevor wir ankommen“, erzählt er. Das zeige, dass dieses Angebot auch eine soziale Komponente habe, ergänzt Jakob.

Jede Woche 50 Gemeinden

Knapp 50 Gemeinden fahren Aaron Daubner und seine Familie aktuell an. Vor Ort gibt es alles, was man auch in einem Lebensmittelgeschäft finden würde. Nudeln, Eingemachtes, Obst und Gemüse – „wir werden montags und mittwochs frisch beliefert, so Michael Daubner – Wurst und Fleisch vom Fleischer, Zeitschriften, Zahnpasta und vieles mehr.

Je nach Produkt sind einige Waren 30 Cent bis 2,50 Euro teurer als im Supermarkt, andere seien sogar günstiger, erklärt er. „Dafür spart man aber Zeit und die Kosten für die Fahrt zum Laden“. Gerne bringe man den Kunden auch spezielle Produkte auf der Tour mit, die es im Sortiment nicht gebe. Daubner breitet die Arme im doch unerwartet geräumigen Innenbereich des LKW und sagt fröhlich: „Wir erfüllen jeden Kundenwunsch“, sagt Daubner

Wer weiter Informationen zu „Aaron’s rollenden Supermarkt“ haben möchte, oder wünscht, dass auch an der eigenen Adresse gehalten wird, kann sich unter der 07231/6 06 27 85 melden, gerne auch auf den Anrufbeantworter. Die Mail-Adresse ist aarons_supermarkt@icloud.com.