Der Auftakt für den Breitbandausbau ist gemacht (von links): Julia Bisinger und Andrea Gobbo vom Amt für Digitalisierung, Bauleiter Michael Baumgartner von "Lorenzbau", Rika Stengele, Breitbandkoordinatorin der Stadt Meßstetten, Bürgermeister Frank Schroft, Stadtbaumeister Claus Fecker, Harald Eppler, Geschäftsführer von Zollernalb-Data, sowie Lothar Mittermaier und Karl-Heinz Stroppel von Netze BWFoto: Roth Foto: Schwarzwälder Bote

Breitbandausbau: Im Landkreis werden 75 Kilometer Backbonenetz verlegt / Schulen sollen profitieren

Der Startschuss für die Breitbandverlegung in Meßstetten und seinen Stadtteilen ist gefallen: Eine millionenschwere Förderung des Landes hat die Umsetzung des Projektes erleichtert. Hossingen macht den Auftakt.

Meßstetten-Hossingen. Dass eine schnelle Internetverbindung auf dem Land eine Rarität ist und auch Meßstetten und seine Stadtteile so ihre Probleme mit dem "schnellen Netz" haben, hat Bürgermeister Frank Schroft schnell festgestellt. Mit dem Spatenstich zum flächendeckenden Breitbandausbau in Hossingen soll Abhilfe geschafft werden.

"Es freut mich natürlich besonders, wenn Meßstetten als zweite Stadt im Zollernalbkreis den Auftakt für das Projekt macht", so Schroft. In den kommenden 15 Monaten werden in Meßstetten und seinen Stadtteilen Hossingen, Unter- und Oberdigisheim sowie Tieringen 20 Kilometer Backbone-Netz verlegt. Unter einer Backbone versteht man die Hauptleitung eines Telekommunikationsnetzes, das kleinere lokale Leitungen miteinander verbindet – vergleichbar mit der Funktion des Rückenmarks beim Menschen.

Baustart ist in dieser Woche in Hossingen. Es folgen der Ausbau des Breitbandnetzes durch alle Stadtteile Meßstettens, ehe die Kernstadt t den Abschluss macht. Das Auftragsvolumen des zweiten Großprojekts beträgt – für alle zehn beteiligten Kommunen, darunter Meßstetten – rund 13 Millionen Euro. "Ohne die Förderung von Bund und Land wäre der Ausbau schwerer zu realisieren gewesen", gesteht Schroft. "Für den Gemeinderat war es so aber eine leichte Entscheidung."

Die Errichtung der Backbone-Trasse nimmt circa 3,6 Millionen Euro am Auftragsvolumen ein – die Förderung vom Land Baden-Württemberg beträgt rund 1,7 Millionen Euro. "Die Zukunft gehört der künstlichen Intelligenz und der Digitalisierung, und daher kann Meßstetten durch den Breitbandausbau für die Zukunft gerüstet werden", freut sich Schroft.

Die Chefin freut sich über die Solidarität der Städte und Gemeinden

Andrea Gobbo, Leiterin des Amtes für Digitalisierung im Zollernalbkreis, freut sich über die Solidarität im Zollernalbkreis: Zehn Städte und Kommunen im Zollernalbkreis haben sich beim Breitbandausbau zusammengeschlossen – insgesamt 75 Kilometer an Backbone-Netz soll verlegt werden. In Geislingen ist der Spatenstich bereits erfolgt, jetzt ist Meßstetten und seine Umgebung an der Reihe. Als Generalübernehmer des "schnellen Netzes" wurde Netze BW auserkoren, die gleichzeitig mit dem Bau des Netzes beauftragt wurden. Der Netzbetreiber ist Zollernalb-Data. Deren Geschäftsführer Harald Eppler verspricht, allen Wünschen der Geschäfts- und Privatkunden nachzukommen. "In Zeiten von Homeschooling und Homeoffice wird schnelles Internet immer wichtiger. Die Kooperation mit den Kommunen läuft gut und ist für den Kreis ein wichtiges Projekt", so Eppler.

Möglich gemacht hat die Förderung des Landes, dass der Mbit-Grenzwert aufgestockt wurde. Die bisherige Aufgreifschwelle von 30 Mbits pro Sekunde wurde Ende April auf 100 Mbits pro Sekunde erhöht. Projektleiter Karl-Heinz Ströppel von Netze BW kündigt an, dass Leerrohre für eine Infrastruktur verlegt werden, die es später erlaubt, alle Haushalte mit dem Glasfasernetz zu verbinden. "So müssen wir die Straße nur einmal aufreißen", erklärt Ströppel. Zunächst erhalten 500 Anwohner die Möglichkeit eines Glasfaseranschlusses – die betroffenen Haushalte werden von Stadt Meßstetten rechtzeitig angeschrieben.

Für den Breitbandausbau wurde im Oktober 2020 der Eigenbetrieb "Breitbandversorgung" der Stadt Meßstetten gegründet, damit eine flächendeckende Glasfaserversorgung der Bürger gewährleistet werden kann.

Für die bauliche Umsetzung ist die Firma Lorenz Bau aus dem Bayrischen Wald beauftragt worden. Im Zuge der Arbeiten kommen halbseitige und Vollsperrungen der Straßen in Meßstetten und seinen Stadtteilen auf die Autofahrer zu. Der Nutzen der künftigen Breitbandversorgung sei aber größer als die Störung des Straßenverkehrs: Profitieren sollen laut Bürgermeister Schroft besonders die Meßstetter Schulen. "Für die Bildung ist Digitalisierung wichtig und der Breitbandausbau somit eine Voraussetzung." Die Pandemie habe diesen Notstand schonungslos aufgedeckt.

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