Umweltstiftung: Als Aufheller in der Coronakrise bringt die Einrichtung die Natur den Kindern nach Hause

Meßstetten-Oberdigisheim. Die Mitarbeiter der Sparkassenstiftung Umwelt und Natur sehnen die Zeit der Wiedereröffnung der Stiftungseinrichtungen herbei. Bis es soweit ist, drehen die Naturexperten in Eigenproduktion kurze Lernvideos über Sechsbeiner, Wassertiere und Kletterkünstler: Tierarten, die Kinder und Erwachsene vor ihrer Haustüre entdecken. Inzwischen ist der zehnte Clip der Reihe "Tierisch gut unterwegs!" online.

Das Film-Equipment ist übersichtlich: Wenn die Stiftungsmitarbeiter Alexandra Kischkel-Bahlo und Hannes Schurr auf Tour gehen, dann haben sie nur ein Handy, zwei Mikrofone und ein Stativ im Gepäck. Vor der Tour haben sie das Drehbuch skizziert mit Thema, Ort und Handlungsstrang. Mit den Videos möchten sie Kindern und ihren Familien Naturphänomene zeigen und sie für Naturerlebnisse vor der Haustür motivieren.

Filmen in der freien Natur ist unberechenbar. Mal ist der Wind zu stark für die Mikrofone, mal heult plötzlich eine Motorsäge im Wald während der Dreharbeiten auf. Auch die tierischen Darsteller machen dem Filmteam immer wieder einen Strich durch die Rechnung: Bergmolche, die aus dem schlammigen Wasser ihres Tümpels einfach nicht auftauchen wollen, oder der Buntspecht, der nur an der hinteren Seite der selbst gemachten Futterknödel pickt. Zudem muss wegen gelegentlicher Textversprecher die Einstellung wiederholt werden.

Auch am Rechner im Büro warten beim Zusammenschneiden der Filme noch manche Überraschungen. Beim Intro für "Tierspuren im Schnee" fehlte der Ton, der offensichtlich in den winterlichen Schneewehen stecken geblieben war: Also noch einmal das Equipment zusammenpacken und die Szene im Wald nachdrehen.

Alexandra Kischkel-Bahlo geht davon aus, dass für wenige Filmminuten zwei Arbeitswochen veranschlagt werden müssen. Dass sich die Mühe lohnt, zeigen inzwischen die Klickzahlen auf dem YouTube-Kanal "Stiftung Umwelt und Natur". Fast 5000 Mal wurde die Seite der Umweltbildungseinrichtung schon aufgerufen. In ihrem neuesten Clip bleiben die Umweltpädagogen allerdings im Naturerlebniszentrum. Denn im Februar sollte die beliebte Filzwerkstatt stattfinden. Stattdessen dokumentieren Alexandra Kischkel-Bahlo und Hannes Schurr in einem 20-minütigen Video mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie ein Sitzkissen gefilzt wird. Während der Handarbeit, die entspannt, hoffen beide darauf, bald wieder Besuchergruppen im Naturerlebniszentrum zu empfangen und mit dem Umweltmobil Donnerkeil auf spannende Entdeckertouren zu gehen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: