Auf große Resonanz ist am Donnerstag die Ausbildungs- und Studienmesse „Chance“ in der Stadthalle Museum bei Schülern aus Hechingen und Umgebung gestoßen. Das Interesse an der „Chance“ ist so stark, dass eine dritte Auflage bereits in Planung ist.
Rund 800 interessierte Schüler, 46 Aussteller und ein voll engagiertes Stadtmarketing-Team. Die zweite Auflage der Ausbildungs- und Studienmesse „Chance“ in der Stadthalle Museum am Donnerstag hat die Auftaktveranstaltung des immer noch jungen Hechinger Events in den Schatten gestellt. 2023 hatten nur 600 Schüler die Messe besucht, bei den Ausstellern verzeichnete die Veranstaltung dazu ein Plus von 30 Prozent.
Bereits frühmorgens herrschte Gedränge in den drei Gängen im Großen Saal. Neu war in diesem Jahr, dass auch Teile der Empore und der Konstantin-Saal zur Fläche für Stände umfunktioniert wurden.
„Wir haben von der letztjährigen Veranstaltung gelernt. Alle Stände sind nun beleuchtet und die Räume offener gestaltet“, berichtet Rainer Schenk, Vorstandsmitglied des Hechinger Stadtmarketing-Vereins, der die Veranstaltung federführend organisiert. Die Vorbereitungen seien nun ein Jahr gelaufen, der Aufbau im Vorfeld habe reibungslos funktioniert.
Ein logistisches Mammutprojekt
Logistisch sei die „Chance“ indes ein Mammutprojekt. Über 700 Schüler sind vorab angemeldet gewesen – von nahezu allen Hechinger Schulen und denen aus Rangendingen, Haigerloch und Bisingen. „Wir haben eigens Shuttle-Busse organisiert, die die Schüler nach Hechingen und wieder zurück gebracht haben“, so Schenk.
Die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Hechingen sei der Aufwand aber wert. „Dem Fachkräftemangel muss entgegengewirkt werden. Die Messe soll die Hechinger Unternehmen unterstützen.“
„Nutzt eure Chance!“
In die gleiche Kerbe schlägt der Vorsitzende des Stadtmarketingvereins Thomas Sigg bei der Begrüßung der Messebesucher: „Wir bieten die ’Chance’, sich zu vernetzen. Nutzt eure ’Chance’!“ appellierte er an die Schüler.
Auswahl an potenziellen Arbeitgebern dafür gab es in der Stadthalle jedenfalls genug. Ob Medizintechnik, Industrie oder Logistik: Aus nahezu allen Wirtschaftssektoren waren Betriebe vertreten. Deutlich wurde: Digitalisierung spielt auf dem Arbeitsmarkt eine immer wichtigere Rolle. Sogenannte Virtual-Reality-Brillen standen beispielsweise beim Bollemer Medizintechnik-Betrieb „ewimed“ für die Schüler zum Ausprobieren bereit. Andere Betriebe versuchten mit Kreativität, sich von der Konkurrenz abzuheben. So konnte beim Bodelshausener Unternehmen „Zahnradfertigung Ott“ die eigene Muskelkraft an einem Boxsack gemessen werden.
Vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt
Egal für welche Ausbildung, für welches Studium oder auch Praktikum sich die Schüler letztlich interessieren: Auch Bürgermeister Philipp Hahn, Schirmherr der „Chance“, machte die komfortable Lage der Schulabgänger auf dem Arbeitsmarkt deutlich: „Als ich mit der Schule fertig war, gab es noch mehr Bewerber als Ausbildungsplätze, heute ist es umgekehrt. Ihr habt die Qual der Wahl!“ Er selbst erfahre es täglich am eigenen Leib, wie gravierend der Fachkräftemangel derzeit sei. Stellenausschreibung für Posten bei der Stadtverwaltung würden öfters in Leere laufen.
Damit das nicht so bleibt, gebe es ja die „Chance“, ergänzte Sigg. Und da das Interesse an der Messe stetig wachse, ist die dritte Auflage im Jahr 2025 bereits in Planung. „Dann sind hoffentlich 50 Aussteller mit dabei, in der Stadthalle sind wir dann aber am Limit“, schildert Rainer Schenk die Pläne noch während der laufenden Veranstaltung. Bereits in diesem Jahr habe er schließlich Firmen absagen müssen. Das soll nicht wieder vorkommen. Damit sich die „Chancen“ für die Schüler nochmals erhöhen, in und um Hechingen einen passenden Arbeitgeber zu finden.