Auf diesem brachliegenden Gelände in der Nachbarschaft zum Kulturzentrum am Klosterhof und dem Boulderzentrum Blocwald (rechts oben) soll im Zentralbereich von Villingen-Schwenningen eine riesige Action-Halle entstehen. Foto: Eich

Die Doppelstadt darf sich auf ein neues Leuchtturmprojekt freuen: Für 15 Millionen Euro soll im Zentralbereich eine riesige Action-Halle entstehen.

Villingen-Schwenningen - Eine mehr als 100 Meter lange Halle mit drei Themenbereichen, die rund 100 000 Besucher im Jahr nach Villingen-Schwenningen locken soll – schon allein diese Kennzahlen für ein neues Mega-Projekt im Freizeitbereich lassen aufhorchen. Die Planungen hierfür laufen auf Hochtouren.

 

Drei Themenbereiche geplant

Seit anderthalb Jahren schwebt den drei Beteiligten, die als Gesellschafter auftreten und von einem Investor im Hintergrund unterstützt werden, ein ganz besonderes Aushängeschild für die Stadt vor – "weil uns VS am Herzen liegt", wie einer der Beteiligten im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten erklärt. Er möchte mit seinem Namen bislang noch nicht an die Öffentlichkeit, gibt aber Details zur geplanten Action-Halle bekannt.

Diese soll im Bereich des ehemaligen Familienfreizeitparks am Klosterhof entstehen, "die damalige Kernthematik war eine tolle Sache", erklärt er. Geplant seien demnach in der riesigen Halle drei Themenbereiche: Trampolin, Parkour mit Hindernisfangen – bekannt auch aus der Sat.1-Sendung "Catch" – sowie ein Bereich für Ninja Warrior. Auf fast 4000 Quadratmetern sollen sich zukünftig Alt und Jung austoben können – formiert unter dem Namen "Jump‘n‘run-Center". Auch eine Systemgastronomie soll angeboten werden und das Angebot abrunden.

Menschen sollen nach VS gelockt werden

Der Gesellschafter, welcher in der Sportszene in VS bekannt ist, erhofft sich dadurch einen wichtigen Impuls für das Oberzentrum. "Wir müssen die Leute nach VS locken", gibt er das Ziel vor. Ihm geht es nicht nur um den Erfolg der Action-Halle, vielmehr sollen mit den erhofften 100 000 Besuchern im Jahr auch Gastronomie und Handel einen Mehrwert erfahren. Das sei den Gesellschaftern wichtig: "Wir glauben an Villingen-Schwenningen."

Auch dürfte sich das Jump‘n‘run-Center mit den weiteren Einrichtungen am ehemaligen Familienfreizeitpark zwischen den beiden großen Stadtteilen gut ergänzen. So erhoffen sich die Verantwortlichen Synergien mit dem Boulder- und Kletterzentrum Blocwald, welches sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet. Gemeinsam mit dem Skatepark und einem geplanten Basketball-Feld könnte die gesamte Fläche zu einem weit über die Grenzen der Stadt bekannten Freizeitareal aufsteigen.

Riesiges Einzugsgebiet

Davon ist auch Joachim Spitz überzeugt. Der Schwenninger Tausendsassa und Gründer der Prokids-Stiftung hält an der Gesellschaft, die derzeit gegründet wird, eine Minderheitsbeteiligung – er setzt sich als bedeutender Netzwerker derzeit voll für das Projekt ein. "Wir werden ein riesiges Einzugsgebiet haben", zeigt sich Spitz von der Action-Halle überzeugt. Denn die Freizeiteinrichtung dürfte bis an den Stuttgarter Ballungsraum sowie nach Freiburg, Zürich und an den Bodensee ein Alleinstellungsmerkmal haben.

Angesprochen werden sollen verschiedenste Zielgruppen. "In anderen Parks gibt es vormittags beispielsweise viele Schulausflüge", weiß Spitz. Aber auch für Firmenevents bieten sich diese Trendsportarten an. Als Kümmerer für die sozialen Belange ist dem ProKids-Initiator natürlich ebenso wichtig, dass bedürftige und sozial benachteiligte Kinder einen Platz in dieser Halle haben. Deshalb musste Spitz nicht zwei Mal überlegen, als man ihn mit ins Boot holte.

Gemeinderat hat OK gegeben

Der Gemeinderat hat in nicht-öffentlicher Sitzung bereits das OK für das Projekt gegeben. Hinter den Kulissen habe man sich begeistert von den Plänen gezeigt, heißt es. "Wir hatten auch schon mit Jürgen Roth früh Kontakt", gibt Spitz Einblick. Die Verantwortlichen bei der Stadt würden in den Projekt ein Magnet für Eventpublikum sehen, welches das ganze Oberzentrum voranbringen könnte.

Doch hinsichtlich des weiteren Zeitplans hält man sich bei den Projektbeteiligten derzeit noch bedeckt. Einen Termin für den möglichen Spatenstich gibt es derzeit noch nicht. Eigentlich sei angedacht gewesen, das Center 2024 zu eröffnen. "Mit dem Ukraine-Krieg und dem Lockdown in Shanghai befürchten wir, dass wir diesen Zeitplan nicht halten können", so Spitz.

Parkplatzfrage derzeit noch offen

Ohnehin müssten zunächst die Planungen vorangetrieben werden. Man habe zunächst – auch mit dem Gemeinderatsbeschluss – Fakten geschaffen, nun gehe es darum, die Feinjustierung vorzunehmen. Dazu gehöre auch die Absprache mit Baufirmen und Banken, auf die derzeit der Fokus liegt. Auch müssen Abstimmungen mit der Stadt hinsichtlich der Parkplatzsituation stattfinden. Klar ist: Die derzeitigen Kapazitäten reichen nicht aus, in welchem Umfang Parkraum entstehen muss, ist aber noch nicht klar.