Bei Herzinfarkt oder Schlaganfall zählt jede Sekunde: Der DRK-Ortsverein ist nun mit einem modernen C3-Multifunktionsgerät ausgestattet, das besser helfen kann. Möglich gemacht hat das eine satte 12 000-Euro-Spende der Bäckerei Brantner.
Und das kam so: Bäckereichef Konrad Brantner war mit Bürgermeister und DRK-Ortsvereinsvorsitzendem Michael Moosmann im Schwarzwald-Café zu einer Besprechung. Wirt Edelbert Schwarzkopf ging es plötzlich nicht gut – und er benötigte das DRK. Die Ersthelfer waren mit ihrem Notfallrucksack schnell vor Ort. Allerdings fehlten ihnen bis dato ein Gerät zum exakten und präzisen Erkennen der Ursachen von Beschwerden.
Der Einsatz im Schwarzwald-Café ging glücklicherweise glimpflich aus, doch Konrad Brantner wollte hier etwas ändern. Also öffnete er die Schatulle und sorgte mit seiner 12 000-Euro-Spende dafür, dass der DRK-Ortsverein ein solches C3-Multifunktionsgerät anschaffen konnte.
Echter Alleskönner
„Riesengroß“ sei die Freude darüber, sagte Michael Moosmann. Die 12 000 Euro würden in etwa dem kompletten Jahresbudget des Vereins entsprechen. Somit wäre die Anschaffung des Geräts aus dem laufenden Etat nicht zu stemmen gewesen. Der Verein deckt Schramberg und seine Teilorte – mit Ausnahme von Tennenbronn – sowie Hardt und Eschbronn ab.
Das neue Gerät ist ein echter Alleskönner: So kann neben dem Blutdruck auch die Sauerstoffsättigung gemessen werden. Möglich ist auch ein Zwölf-Kanal-EKG – und sogar ein Defibrillator ist eingebaut.
Tennenbronn als Vorreiter
Somit können die Helfer vor Ort im Optimalfall dem meist etwa zehn Minuten später eintreffenden Notarzt und Rettungsdienst bereits präzise Diagnosen liefern – und es kann den Patienten deutlich schneller geholfen werden. Das Gerät kann auch bei Veranstaltungen wie Dorffesten, dem Motorradtreffen oder bei sportlichen Wettkämpfen eingesetzt werden.
„Sieben DRK-Helfer sind bereits in den Umgang mit dem neuen Gerät eingewiesen. Sieben weitere kommen noch dazu“, erzählt der stellvertretende Bereitschaftsleiter des DRK-Ortsvereins, Martin Kruck.
Der Ortsverein Tennenbronn ist der Vorreiter im Landkreis, da dieser schon seit einiger Zeit mit einem C3-Multifunktionsgerät ausgestattet ist. Nun hat der Ortsverein Schramberg gleich gezogen.
Konrad Brantner dachte vor dem Vorfall im Schwarzwald-Café, dass ein solches Gerät eigentlich Standard bei den Helfern vor Ort wäre. Doch weit gefehlt. Zudem leisten die Helfer ihre Einsätze im Gegensatz zum Rettungsdienst ehrenamtlich.
Mehr als 500 Einsätze pro Jahr
Das Multifunktionsgerät hat schon in den ersten Tagen gute Dienste geleistet. 16 Einsätze gab es bereits in den vergangenen vier Wochen. „Wir können nun besser intervenieren“, freut sich Martin Kruck. Insgesamt kommt das Helferteam auf mehr als 500 Einsätze pro Jahr in einem Gebiet mit über 20 000 Einwohnern.
Der DRK-Ortsverein ist auf Spenden angewiesen, um Material stellen und Aus- und Fortbildungen ermöglichen zu können. Zudem müssen sechs Fahrzeuge unterhalten werden. Mit diesen kommen die Helfer schneller zum Einsatzort, da diese mit Blaulicht und Martinshorn ausgestattet sind. Das ist insbesondere in Sulgen und Schramberg oft hilfreich.
Das Team besteht aus 15 Helfern. Weitere Mitglieder sind jederzeit willkommen. Diese könnten auch bei Altkleidersammlungen oder Blutspendeterminen helfen, sagt Sanitätshelferin Sabrina Kösling.