Das Ziel ist klar: Der Anteil der Radfahrer im Bereich zwischen Ortenau und Breisgau soll sich in den kommenden 15 Jahren verdoppeln. Damit das klappt, haben Kreise und Kommunen einen „Masterplan Radverkehr“ erarbeiten lassen – der liegt nun vor.
Wie lässt sich der Radverkehr in der südlichen Ortenau und im nördlichen Breisgau verbessern? Rund zwei Jahre beschäftigten sich der Regionalverband Südlicher Oberrhein, seine kommunalen Partner und schließlich zwei Planungsbüros mit dieser Frage. Auch die Öffentlichkeit war beteiligt worden. Nun liegt das Ergebnis des Projekts vor – der „Masterplan Radverkehr“.
Der hat es in sich: Mehr als 400 einzelne Maßnahmen auf 750 Seiten umfasst der nun vorliegende Katalog für das Radwegenetz, dass die sieben Kommunen im Untersuchungsraum – darunter die Projektpartner Ettenheim, Kappel-Grafenhausen, Mahlberg, Ringsheim und Rust – verbinden soll.
Der „Masterplan“ enthält laut Regionalverband dabei „viele Lückenschlüsse und Verbesserungen an Knotenpunkten“. Das erarbeitete Radverkehrsnetz weist insgesamt eine Länge von etwa 357 Kilometern auf – davon etwa 28 Lückenschlüsse.
Gesamtkosten werden auf rund 34 Millionen Euro geschätzt
Die grobe Kostenschätzung für die Umsetzung der Maßnahmen beläuft sich insgesamt auf etwa 33,6 Millionen Euro. Die Baulastträgerschaft liegt dabei bei unterschiedlichen Akteuren: beim Land, den Kreisen oder den Kommunen. An den Kosten des „Masterplans“ will sich das Land zur Hälfte beteiligen.
Ein konkretes Element, dass auch im „Masterplan Radverkehr“ berücksichtigt wird, ist etwa die geplante Radschnellverbindung zwischen Lahr und Emmendingen. Für vier „Verkehrssituationen“ in der südlichen Ortenau gibt es zudem auch bereits Detailplanungen.
Mahlberg: Für den Knotenpunkt K 5345 / Bahnhofstraße am südlichen Ortsrand des Mahlberger Teilorts Orschweier. Derzeit queren Radfahrer dort die Kreisstraße quasi wild über den Grünstreifen. Bürger hatten die Kreuzung als großen Gefahrenpunkt hervorgehoben. Dort soll der Radverkehr nun unter anderem über Schutzstreifen, Fahrbahnmarkierungen und Sperrflächen besser gesteuert werden. Die Kosten für die Umsetzung der Maßnahme werden ohne Planungsleistungen auf 26 000 Euro geschätzt.
Rust: Die Gemeinde Rust hatte derweil die Verbesserung der Führung entlang der Kreisstraße 5349 am südlichen Ortsrand als wichtigstes Projekt für den Radverkehr benannt. Die Idee ist, den Radverkehr dort mittels einer Rad- und Fußverkehrsunterführung auf die Südseite der Kreisstraße zu einem bestehenden Weg zu führen. Dieser endet bei der bestehenden Unterführung für den Auto-Verkehr. Hier soll der Weg weiter südlich der K 5349 bis zum Kreisverkehr und dem dort bestehendem Weg neu gebaut werden. Hierfür ist eine Rad- und Fußverkehrsbrücke über die Alte Elz notwendig. Die Kosten für die Umsetzung der Maßnahme werden ohne Planungsleistungen auf 2,52 Millionen Euro geschätzt.
Ringsheim: Auch die Führung des Radverkehrs am Kreisverkehr nördlich von Ringsheim ist Teil des „Masterplans“. Hier trifft die K 5349, die als Ortsdurchfahrt durch Ringsheim führt, auf die B 3 in Richtung Ettenheim nach Norden und Rust in Richtung Westen. Aktuell gibt es an dem dreiarmigen Kreisverkehr eine Querungsstelle auf der Westseite. Um den Radverkehr zu stärken und Unfälle zu vermeiden, soll eine weitere Querungshilfe am südlichen Arm umgesetzt werden. Dafür werden rund 23 000 Euro veranschlagt.
Ettenheim: In Ettenheim steht eine wichtige Verbindung zwischen dem Einkaufs- und Gewerbegebiet südwestlich von Altdorf und dem Stadtzentrum auf dem Plan. Konkret geht es um die L 103 – auch dort sollen unter anderem Schutzstreifen die Situation verbessern. Die Kosten werden auf rund 47 000 Euro taxiert.
So geht’s weiter
Der „Masterplan Radverkehr Südliche Ortenau/ Nördlicher Breisgau“ wird bei der Sitzung des Planungsausschusses des Regionalverbands Südlicher Oberrhein am heutigen Donnerstag im neuen Rathaus in Emmendingen vorgestellt. Im nächsten Schritt werden die wesentlichen Ergebnisse des Masterplans auch in den beiden Kreistagen und den Gemeinderäten vorgestellt, heißt es in der Sitzungsvorlage des Planungsausschusses. In den Gremien sollen dann die wesentlichen Weichen für eine Umsetzung gestellt werden.