Auf der Überholspur: Lukas Krauss (vorne) gab bei der Junioren-WM mächtig Gas. Foto: Denis Angheben

Der 19-jährige Skifahrer Lukas Krauss vom SSC Schwenningen hat zum ersten Mal an einer Junioren-WM teilgenommen. In unserem Interview erzählt er von diesem besonderen Erlebnis, seinem Leben im Ski-Internat Oberstdorf und seiner Unterstützung für die Wild Wings.

Lukas Krauss verrät nicht nur, wie es ihm im Oberstdorfer Ski-Internat geht, sondern der Schwenninger gibt auch preis, was er nach dem Abitur plant.

 

Herr Krauss, Sie haben kürzlich erstmals an der Junioren-WM in Frankreich teilgenommen. Wie haben Sie die Weltmeisterschaft erlebt?

Es war ein besonderes Erlebnis. Beim Nachtslalom waren über 5000 Zuschauer da. Die Stimmung war besonders. Es war etwas ganz anderes als bei den FIS-Rennen, bei denen ich normalerweise teilnehme. Außerdem war das Teilnehmerfeld stark besetzt, sogar einige Weltcup-Fahrer standen am Start.

Im Teamevent wurde Deutschland Siebter. Hinzu kommen die Plätze 19 im Riesenslalom, 27 im Super G und 30 im Slalom. Wie fällt Ihr sportliches WM-Fazit aus?

Mit dem Riesenslalom bin ich sehr zufrieden. Mit Startnummer 50 bin ich im ersten Durchgang bei schwierigen Bedingungen auf Platz 27 gefahren und konnte mir dadurch eine gute Ausgangslage für den zweiten Durchgang schaffen. Im Slalom war es aufgrund der noch wärmeren Bedingungen mit meiner Startnummer noch schwieriger (Startnummer 52, Anm. d. Red.). Der Rückstand nach dem ersten Durchgang war dann einfach zu groß.

Ihre größten Erfolge erzielten Sie im Slalom und Riesenslalom. Bei den letzten FIS-Rennen vor der WM fuhren Sie in beiden Disziplinen auf den zweiten Platz. Welche Bedeutung hat für Sie der Super G?

Die Disziplinen

Ich fahre sehr gerne Super G, aber nehme insgesamt an mehr Slaloms und Riesenslaloms teil. Ich habe mich aber noch nicht festgelegt, auf welche Disziplinen ich zukünftig meinen Fokus legen werde.

Seit Herbst 2021 sind Sie auf dem Ski-Internat in Oberstdorf. Wie sieht Ihr Alltag aktuell aus?

Aktuell mache ich mein Abitur. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag gehe ich in die Schule. Ansonsten bin ich viel unterwegs, wir trainieren viel in Österreich und sind oft bei Wettkämpfen.

Im Sommer liegt der Fokus auf dem Kraft- und Ausdauertraining.

Haben Sie schon Pläne für die Zeit nach dem Abitur?

Der Plan ist es, meinen Fokus auf das Skifahren zu legen.

Skifahren war bei Ihnen immer ein großes Thema. Ihre Eltern sind Skilehrer, im Alter von zwei Jahren standen Sie erstmals auf den Brettern. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Skifahren?

Mit meiner Familie, speziell den Großeltern, war ich häufig in der Schweiz Skifahren. Aber früher war ich natürlich auch im Schwarzwald auf der Piste, als es dort noch mehr Schnee hatte. Ich habe als Kind auch Fußball und Tennis gespielt, aber Ski alpin war schon immer meine Hauptsportart.

Von Tennis-Star Jannik Sinner heißt es, er sei als Kind sehr viel Ski gefahren und hätte auch Skifahrer werden können. Hilft Ihnen ihre Tennis-Vergangenheit beim Skifahren?

Tennis hilft bei der Koordination. Ich finde es grundsätzlich interessant, dass viele Skifahrer zuvor in anderen Sportarten aktiv und erfolgreich waren.

Das Vorbild

Apropos erfolgreiche Sportler. Wer war Ihr Vorbild, war es Ihr Vereinskollege David Ketterer?

Vor allem Felix Neureuther.

Aber David war natürlich auch immer ein Vorbild.

Neben Tennis haben Sie mit Eishockey ein weiteres sportliches Hobby.

Tatsächlich war ich als Kind in Schwenningen aktiv. Ich bin auch immer noch Wild-Wings-Fan und verfolge das Geschehen intensiv.

Die Wild Wings spielen eine gute Saison und kämpfen um die direkte Play-off-Teilnahme. Was sind aber Ihre Ziele für den restlichen Winter?

Es stehen noch einige FIS-Rennen sowie die deutschen Meisterschaften an. Mein Ziel ist es, meine FIS-Punkte in den einzelnen Disziplinen zu verbessern, um künftig bessere Startnummer zu bekommen. Dann hätte ich es bei Großveranstaltungen in Zukunft einfacher.