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Loßburg Schäferwagen kreiert kleines Schlaraffenland

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Lutz Kniese hat im Zauberland Loßburg seine eigene kleine Oase geschaffen. In seinem knallroten Schäferwagen bietet der Hobbykoch den Besuchern unter anderem regionale Holzofenprodukte. Wer nass wird, kann hier sogar seine Kleider trocknen. Foto: Eberhardt

Loßburg - Ein See, eine Wiese, ein Schäferwagen, ein Traum. Lutz Kniese hat im Zauberland Loßburg im Kreis Freudenstadt sein kleines Königreich erschaffen. Und die Besucher werden dort buchstäblich verzaubert, wenn sie aus dem Wald in Lutz Knieses kleine Oase treten.

Am oberen Ufer des Kinzigsees, direkt am Waldrand in schönster Sonnenlage, hat Lutz Kniese seinen Schäferwagen aufgestellt. Knallrot leuchtet der schon beim Anmarsch durch die Bäume, mit weißen Fensterrahmen und Blumenampeln an der Seite. Innen kracht und knarzt das Holz im Ofen, in der Sonne leuchten die rot-weiß karierten Tischdecken der Gartengarnituren. Um sie herum ist ein kleiner Zaun gezogen. Herrlich gemütlich – und ein kleiner Schutz, wie Lutz Kniese zugibt. Das außergewöhnliche Café ist direkt an einem asphaltierten Weg gelegen. Das macht es gut zugänglich. Aber wenn ein verzückter Gast aus Versehen einem heransausenden Radfahrer in die Speichen läuft, kann es böse enden. Deshalb gibt es auch einen kleinen Zaun. An dem kann man auch prima das Rad festmachen – oder Kleider trocknen. Aber dazu später mehr.

Man mag sich am liebsten niederlassen und nie mehr weggehen. Ganz wie Lutz Kniese, als er zum ersten Mal an diesem Fleckchen stand und sich auf einmal wie Märchenkönig Ludwig fühlte. "Ich hab’ vom See hochgeschaut und gedacht: Da will ich mein Schlössle bauen." Das sogenannte Schlössle indes ist eigentlich aus einer blöden Idee entstanden, wie Kniese schmunzelnd einräumt. Der leidenschaftliche Hobbykoch hatte gemeinsam mit einem Freund auf einem der hiesigen Märkte mal spaßeshalber eine Hütte mit regionalen Holzofenprodukten aufgestellt. Die Idee zündete derart, dass sie inzwischen zu einer festen Tätigkeit für Lutz Kniese geworden ist – der im normalen Leben eigentlich einem klassischen Angestellten-Dasein nachgeht. In seinem Wandercafé – das richtig "Lieblings Wandercafé" heißt, von den Loßburgern aber auch einfach liebevoll "beim Schäferwirt" genannt wird – kommen Lutz Kniese nur beste regionale Produkte in den Ofen und auf den Tresen.

"Ich mache hier Front-Cooking", erklärt er. Früher hat man dazu noch "in den Topf schauen" gesagt. Firlefanz der die idyllische Ruhe stören könnte, zum Beispiel Elektrizität oder ein Kühlaggregat, gibt es am Kinzigsee nicht. Ist aber auch gar nicht nötig. Die Getränkekisten lagern in dem kristallklaren Bächlein, das am Schäferwagen vorbei plätschert – Naturtemperierung wie es kein Kühlschrank besser könnte. Weil aber auch Kinzigwasser seine Leistungsgrenzen hat, gibt es keine Kugel Eis, sondern stattdessen eine Kugel Kuchen. "Wir müssen uns halt ein wenig mehr Gedanken machen", meint Lutz Kniese.

Auf der Speisekarte stehen standartmäßig Flammkuchen, Holzofenbrot, heiße Bauernwürste, Kuchen und was sich sonst noch so alles aus einem Holzofen ziehen lässt. Wenn den Meister hinterm Tresen Zeit und Muße küssen, gibt es auch ein Sonntagsmenü – das folgt aber immer dem Überraschungsprinzip.

Apropos Überraschungen: Die kann es von der nassen Sorte in der Begeisterung am See schon mal geben. Lutz Kniese hält deshalb immer ein paar Handtücher bereit, falls ein kleiner Gast in den See geplumpst ist und nun warten muss, bis die Unterhose am Zaun wieder trocken ist. Ach ja, und dann gibt es auch noch Rosalie. Ein kleiner Eichelhäher, der den Ort mit einem gesunden Besitzanspruch verteidigt. Als Küken fiel sie aus dem Nest und wurde von Lutz Kniese aufgepäppelt. Seitdem kommt sie regelmäßig vorbei, wenn er da ist. Aber: "Nicht füttern", warnt Lutz Kniese. Nicht weil Rosalie sich mit einem Krümel Kuchen den Magen verderben könnte. Sondern weil sie danach meist nicht mehr einsieht, weshalb ihr nicht das ganze Stück zugesprochen werden sollte.

 
 
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