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Loßburg Rücksicht nehmen und die Zeit genießen

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Pfarrer Hans-Peter Zakes (von links), Fredo und Hannelore Ludwig und Bürgermeister Christoph Enderle stehen im Garten von Hannelore und Fred Ludwig. Foto: Hering Foto: Schwarzwälder Bote

Die Geschichte von Hannelore und Fred Ludwig aus Loßburg ist abenteuerlich. Vor dem Mauerbau flüchten sie nach Westberlin, heiraten 1960 in Aach standesamtlich. Erst bei ihrer golden Hochzeit nach 50 Jahren wird die kirchliche Trauung nachgeholt. Inzwischen sind sie 60 Jahre lang ein Ehepaar.

Loßburg. Am 18. Juni waren Hannelore und Fredo­ – er nennt sich Fred – Ludwig seit 60 Jahren verheiratet und konnten damit die diamantene Hochzeit feiern.

Das Kennenlernen war romantisch: Zum ersten Mal begegnet sind sie sich in einem Kino in Zwickau. Sie gelernte Friseurin und er gelernter Modelltischler bei der Firma Horch in Zwickau, wo später der Trabbi gebaut wurde. Ihr gemeinsames Leben war jedoch nicht nur von Romantik geprägt, es gab auch schwere Zeiten. Kurz vor dem Mauerbau flüchteten die Beiden nach Westberlin und flogen von dort aus nach Stuttgart.

Die Flucht nach Westberlin war nicht einfach. Sie schafften es gerade so, die etlichen Kontrollen zu überstehen. Die Dollars, die sie von ihren Verwandten bekommen hatten, mussten sie in einer Nivea-Dose verstecken und die Dose wieder mit Creme füllen, um nicht aufzufliegen.

Nach dem schweren Anfang stand der jungen Liebe in Freiheit jedoch nichts mehr im Weg. Am 18. Juni 1960 haben sie dann in Aach geheiratet, allerdings zunächst nur standesamtlich. Erst bei ihrer golden Hochzeit am 18 Juni 2010 wurde auch die kirchliche Trauung nachgeholt.

Vor 60 Jahren seien die Zeiten noch völlig anders gewesen, wissen die beiden zu berichten. Als sie in Aach einst eine Bar besuchten, wurde Hannelore wieder weggeschickt, weil sie noch keine 21 Jahre alt war. Wer Alkohol bestellte, habe grundsätzlich den Ausweis vorlegen müssen und volljährig sei man eben erst mit 21 Jahren gewesen. Daran und auch an andere Momente aus ihrer Jugend erinnert sich das Paar als wäre es gestern gewesen.

Zwölf Jahre bei Verwandten in Philadelphia verbracht

Für zwölf Jahre gingen sie nach der Hochzeit zu Verwandten nach Amerika, Philadelphia, wo sie bis 1972 lebten. Wie Fredo Ludwig erzählte, hatte seine Hannelore aber Heimweh, sodass sie nach Deutschland zurückkehrten. Seit 1974 leben sie nun in Loßburg. Hier engagieren sie sich im Schwarzwaldverein, Gartenbauverein und im Museumsverein.

Unter den Gratulanten waren Bürgermeister Christoph Enderle sowie der evangelische Pfarrer Peter Zakes. Bürgermeister Enderle überreichte eine Urkunde des Landes Baden-Württemberg zu diesem Jubiläum, das vom Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann unterschrieben war. Von der Gemeinde überreichte der Bürgermeister eine Jute-Tasche, die mit Waren aus der Gesamtgemeinde gefüllt war.

Reise zur Feier ins Erzgebirge muss verschoben werden

Die Glückwunschkarte der Gemeinde drückte die Wertschätzung mit einem kleinen Augenzwinkern in Gedichtform aus: "Diamantene Hochzeit, diamantene Jahre, manchmal war’s auch nicht das Wahre. Wenn der eine öfters kleckert und der andere zu viel meckert. Der eine liebt die Berge sehr und der andere liebt das Meer. Wird der Urlaub rasch storniert und sich zu Hause amüsiert und so weiß man, man ist nicht allein und so soll’s auch weiter sein", so der Bürgermeister.

Die beiden Jubilare konnten das mit dem stornieren bestätigen. Sie wollten zum Jubiläum ins Erzgebirge zu Verwandten fahren und mussten diese Reise stornieren. Pfarrer Hans-Peter Zakes überbrachte die Glück- und Segensgrüße des Landesbischofs und der evangelischen Kirchengemeinde. Als Präsent überreichte er das Vermählungskreuz, von Christoph Fischbach gestaltet, als Zeichen der Hingabe und der Einheit. Nach dem Geheimnis einer langen Ehe und dieser vielen gemeinsamen Jahre gefragt, antworteten Beide: "Rücksicht aufeinander nehmen, hin und wieder auch etwas einstecken, manchmal auch Opfer bringen und immer wieder Kompromisse finden und die schöne Zeit genießen", war ihr Resümee.

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