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Loßburg Leiche ist plötzlich quietschlebendig

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Keine Bewegung: Renate Nübel als Polizistin (von links) macht dem findigen Plan von Ehefrau Ina (Jasmin Franz) und Nachbar Martin (Bernhard Straub) im Beisein von Bankdirektorin Maier (Verena Grötzinger) einen Strich durch die Rechnung. Fotos: Eberhardt  Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Tina Eberhardt

Loßburg-Wittendorf. Was macht man, wenn man sein Häusle renovieren will, aber der Kredit platzt? Man geht an die Lebensversicherung. Die Formalitäten erfordern hierfür jedoch das Vorzeigen einer Leiche. Und da geht das Theater los.Mit dem Dreiakter "Versicherungsagentur Schlau und Sicher" verlegte sich die Laienspielgruppe des Sportvereins Wittendorf auf das Kriminalfach und sorgte bei der Jahresfeier für spannende Kurzweiligkeit in der voll besetzten Laiberghalle. Die Handlung ist schnell zusammengefasst: Der werte Gatte Ralf Schwarz, gespielt von Günter Lemke, hat sich die Lampen ausgeschossen und der Banktermin für den Renovierungskredit droht zu platzen. Kurzerhand wird die Schnapsleiche von Ehefrau Ina, verkörpert von Jasmin Franz, im Garten deponiert und der Nachbar Martin, alias Bernhard Straub, als Ersatzpartner rekrutiert.

Die nasenweise Nachbarin wähnt jedoch eine echte Leiche, was im darauffolgenden Polizeieinsatz zum Platzen des Kredits führt. Aber nachdem die vermeintliche Leiche nun schon mal im Spiel war, konnte man diesen Umstand ja stattdessen zur Plünderung der Lebensversicherung nutzen. Nur: Vier Komplizen sind drei zu viel und irgendwann wird die Sache furchtbar kompliziert.

Es war eine heitere Glanzleistung die die Schauspieler dem begeisterten Publikum boten. Günter Lemke füllte seine Rolle mit akrobatischem Körpereinsatz aus und sorgte vom ersten Moment an für Begeisterungsstürme beim Publikum. Jasmin Franz und Bernhard Straub mussten mit subtileren Ausdrucksmitteln wirtschaften, doch der lebenstüchtige Pragmatismus mit dem die beiden ihre Rollen ausstatteten, war ein Genuss.

Renate Nübel als Polizistin sowie Fritz Wurster und Regisseurin Gertrud Franz als Eltern des vermeintlich Verstorbenen bereicherten das Geschehen in liebevoll ausgestalteten Nebenrollen, doch gegen Kerstin Wegenast und Verena Grätzer war kein Kraut gewachsen. Herrlich, polternd und unerschrocken gab Wegenast die stramme Nachbarin, die mit Feldwebelstimme problemlos die ganze Halle ausfüllte und zum Schluss fast selbst Opfer des Betrugskomplotts wurde, das sich von zwei Menschen auf eine ganze Sippe inklusive Versicherungsagentin ausweitete. Letzterer hauchte Verena Grätzer Leben ein, die eingangs auch die Doppelrolle der Bankdirektorin übernommen hatte. Binnen Sekunden wandelte sie sich in der Betrugsaffäre von der vermeintlich schockierten Versicherungsangestellten zur abgebrühten Verbrecherbraut.

Am Ende siegte natürlich nicht der Betrug, sondern die Ehrlichkeit. Der vermeintlich Verstorbene stolperte quietschlebendig vors Auto der Polizeibeamtin und das Thema Mord, Leiche und Lebensversicherung war damit vom Tisch.

Die zahlreichen Zwischenklatscher des Publikums steigerten sich am Ende zu einem langen und verdienten Schlussapplaus, dem sich Joachim Haas, Vorsitzender des Sportvereins, mit Dankesworten und Präsenten anschloss. Der Lohn für die mehrmonatige Probenarbeit unter Leitung von Gertrud Franz ist damit jedoch noch nicht erschöpft, denn die Schauspieler geben eine weitere Vorstellung. Traditionell wird das Stück auch in Loßburg aufgeführt. Der Vorhang hierfür hebt sich am 9. März in der Turn- und Festhalle.

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