Schneckentempo im Internet soll in Loßburg bald der Vergangenheit angehören. Foto: Roessler

Alle unterversorgten Ortsteile Loßburgs sollen an Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen werden.

Loßburg - Wenn schon keine Ortsumfahrung, dann wenigstens eine Datenautobahn. Das Investitionsvolumen Loßburgs beläuft sich auf rund 2,1 Millionen Euro.

Die Förderung von 1,7 Millionen Euro aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum hatte Alexander Bonde, Minister für ändlichen Raum und Verbraucherschutz persönlich überbracht.

Damit sich der Ausbau lohnt, will man in Loßburg nicht kleckern, sondern klotzen – federführend in einem interkommunalen Projekt mit Alpirsbach und Dornhan. Umgesetzt werden soll die 3,5 Millionen Euro teure Maßnahme im Rahmen eines öffentlich-rechtlichen Vertrags, dem der Gemeinderat unisono zustimmte. Jede Gemeinde trägt dabei die Kosten ihres eigenen Gebiets. Von den 2,1 Millionen Euro Investitionsvolumen in Loßburg muss die Gemeinde nach Abzug von Fachförderungen und Zuwendungen aus dem Ausgleichsstock bislang noch etwa 28 Prozent schultern.

"Das ist eine ganz spannende Sache", zollte Rainer Wannenmacher von der Berater-Firma tkt teleconsult, Kommunikationstechnik aus Backnang seine Anerkennung. Er war gemeinsam mit Geschäftsführer Harald Heinze nach Loßburg gekommen, um die Ausbauplanung der Breitbandversorgung vorzustellen. Insgesamt sind 60 Leitungskilometer in vier verschiedenen Trassen vorgesehen. Von Loßburg werden sich künftig 32 Kilometer Hochgeschwindigkeitsnetz bis nach Betzweiler-Wälde ziehen.

Dabei dürfte es vor allem ein Nebensatz Wannenmachers sein, der für viele Musik in den Ohren war: "Alle bislang unterversorgten Ortsteile werden angebunden." Die Gewerbebetriebe in Betzweiler erhalten mit einem Glasfasernetz nach langer Wartezeit endlich ein Versorgungsoptimum. "Doch Rohre vergraben reicht nicht", betonte Harald Heinze. Mit einer Fülle an Kabelverzweigezonen und Einspeisepunkten wird ein Netz geschaffen, in dem die verschiedenen Anbieter rund 3500 Haushalte abdecken können. Damit dies auch geschieht, braucht es jetzt noch eine entsprechende Kundenresonanz.

Heinze sprach dem Gremium seine Gratulation aus. Durch eine umsichtige Entscheidungspraxis sei die Gemeinde bald mit einem Kommunikationsnetz versorgt, das jedes Jahr im Wert steige. Fertig sein soll das Projekt 2015 – eine Zeitspanne die Gemeinderat Thomas Jäckle (CDU) etwas aufstieß. Doch Bürgermeister Christoph Enderle wollte sich auf keinen Zeitpoker einlassen. "Besser 2015 sagen und dann vielleicht doch 2014 fertig sein."

Für Diskussionsbedarf sorgte auch die Frage, welche Kabelart in das übrige Leitungssystem hinein soll. Sorge bereiteten Gerüchte über einen Investitionsstop der Telekom, wenn diese Anbieterkonkurrenz über die Glasfaserkabelversorgung wittert.

Eine Befürchtung, die Berater Harald Heinze nicht dementierte. Er riet deshalb, zunächst Leerröhrchen einzuziehen, die später gefüllt werden. Denn indem Loßburg die Netzanlage als Eigentümer betreibt, sichert sich die Kommune eine gewisse Unabhängigkeit, aus der sich später vielleicht Erträge erzielen lassen – indem man das Netz vermietet. Laut Harald Heinze eine Maßnahme, die zur Inbetriebnahme und Auslastung sogar ausdrücklich gewünscht ist.

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