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Loßburg Auch der Start erfolgte in schwierigen Zeiten

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Der Männergesangverein Lombach hat in diesem Jahr sein Jubiläum (Das Foto entstand vor dem Beginn der Corona-Krise). Foto: MGV Foto: Schwarzwälder Bote

Der Männergesangverein Concordia Lombach blickt auf 100 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Doch die Feierlichkeiten werden aufgrund der Corona-Krise verschoben.

Loßburg-Lombach. Eigentlich hatte die muntere Sängerschar geplant, das Vereinsjubiläum am 4. April mit einem Festakt samt großem Konzert im Kinzighaus Loßburg zu begehen. Aus aktuellem Anlass soll das nun zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Wie aus der – anlässlich des Jubiläums eigens herausgegebenen – Vereinschronik hervorgeht, war es zwei Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs durchaus nicht selbstverständlich, dass sich in Lombach ein Männergesangverein gründete. Waren doch die Nachkriegsjahre nach wie vor politisch instabil und unruhig; die Bevölkerung litt Not, die Preise explodierten.

Wie wichtig gerade in diesen schwierigen Zeiten die Neugründung eines Gesangvereins war, belegt das auf der Vereinsfahne proklamierte Motto des MGV: "In Freud und Leid zum Lied bereit". Die Chorproben und vor allem die ersten gemeinsamen Auftritte der 18 Gründungssänger, ob bei feierlichen Anlässen oder auch bei Trauerfeiern, waren gemeinschaftsstiftend und ermutigend zugleich.

Geprobt wurde in der Wirtschaft, meist im Gasthaus Krone. Gesungen wurde bald auch bei den Sängerfesten des Kniebis-Gaus, meist waren diese mit einem Wertungssingen verbunden.

Sänger müssen auch Enttäuschungen wegstecken

Wie aus der Vereinschronik hervorgeht, mussten die 18 wackeren Lombacher Sänger in den Anfangsjahren einige herbe Enttäuschungen wegstecken. So ist den Vereinsannalen zu entnehmen, mit welchem Eifer und Übungsfleiß sich die Lombacher Sänger auf das 1927 in Dornstetten veranstaltete Gäusängerfest vorbereiteten; der erste Preis schien sicher zu sein. "Wir schliffen und feilten an dem Lied: Röslein im Maien blühn", wird in der Chronik aus dieser Zeit zitiert. So wanderten die Sänger am 13. Juni 1927 in bester Stimmung und frohen Mutes gemeinsam nach Dornstetten. Die Vereinschronik beschreibt allerdings auch den wenig schwungvollen Rückweg: Denn da liefen die Lombacher Sänger nicht direkt heim, sondern in kleinen Gruppen zuerst nach Glatten hinunter, "wo wir den ersten Schoppen im Gasthaus Waldhorn tranken, um uns von der schweren Niederlage zu erholen".

Wer den MGV Lombach seither gehört hat weiß, dass der Verein diese Niederlage aus den Anfangsjahren längst überwunden hat. Beherrscht doch der heute aus 14 Sängern bestehende Männergesangvereins Concordia Lombach sein Metier. Die Auftritte des MGV sind sowohl wegen des breiten Repertoires, als auch wegen der klanglichen Qualität beliebt. Stolz können heute die Mitglieder auch auf zahlreiche erste Preise bei verschiedenen Chorwettbewerben verweisen.

Die weitere Geschichte des MGV Lombach verlief wechselvoll: Da kam es 1925 zwischen Sängern und Chorleiter – damals handelte es sich bei den Dirigenten meist um die Dorfschulmeister – wegen eines Harmoniums zum Streit und zum Rücktritt des Chorleiters. 1930 wiederum legte der Vorsitzende sein Amt nieder, weil es die Mitglieder "an Ordnung und pünktlichem Erscheinen zu den Singstunden" fehlen ließen.

In den Folgejahren führte Geldknappheit zum Mitgliederschwund. Um den Dirigentenlohn zu sparen und dadurch weitere Austritte abzuwenden, übernahm kurzerhand der Vereinsvorstand den Dirigentenstab. Kriegsbedingt wurde in den Folgejahren nicht mehr gesungen, ehe ab dem Jahr 1961 mit nunmehr 36 Sängern das Vereinsleben wieder aufblühte.

Zahlreiche Jubiläumsfeste folgten. Bis heute unvergessen sind in Lombach das – gleichfalls nachgefeierte – 40-jährige Vereinsbestehen sowie das Fest zum 50-jährigen Bestehen, bei dem laut Zeitzeugenberichten "ganz Lombach auf den Beinen" war. Aber auch die folgenden Jubiläen wurden groß gefeiert, mit Festwagen, Festumzügen und Chortreffen.

Heute ist der MGV Concordia Lombach dafür bekannt, dass von ihm stets musikalische Höhepunkte zu erwarten sind und dass dabei die Kameradschaft groß geschrieben wird. Traditionell gepflegt wird im Verein auch die Geselligkeit, ob bei den jährlichen Wanderwochen in den Alpen, beim Kaffeenachmittag in der Winterzeit oder beim "Sängerpreiskegeln".

In Bezug auf seinen MGV hat sich der langjährige Chorleiter Manfred Wössner den Spruch von Tagore "Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe" als Leitsatz ausgesucht. Wie Vorsitzender Jörg Ziegler ergänzt, sind dazu – sobald die Singstunden wieder aufgenommen werden können – weitere Sänger jederzeit willkommen.

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