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Löffingen Wahrzeichen im Garten zu sehen

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Stolz zeigt Hermann Nägele sein neustes Werk: den Nachbau der Wallfahrtskirche Witterschnee, detailgetreu mit Kupferdach und Bild über dem Eingangsportal.Fotos: Bächle Foto: Schwarzwälder Bote

Die Wallfahrtskirche Witterschneekreuz ist ein ansehnliches sakrales Bauwerk und hat eine interessante Geschichte.

Löffingen. Nun ist das Löffinger Wahrzeichen nicht nur an seinem tatsächlichen Platz zu bewundern, sondern seit neuestem auch in Form einer Miniatur im Garten von Hermann Nägele.

Hermann Nägele, ein echter Löffinger, hat die Liebe zu seiner Heimatgemeinde weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht. So war er viele Jahre als Narrenvater das Aushängeschild der Fasnethochburg Löffingen, ist als Gäste- und Landschaftsführer für seine Geschichten bekannt, und bringt seit geraumer Zeit nun auch sein handwerkliches Geschick mit ein.

"Ich liebe Löffingen und arbeite leidenschaftlich gern in meiner Werkstatt", so Nägele. Obwohl er schon immer gerne "werkelte", hat seine handwerklich-kreative Arbeit in Sachen Löffingen zum Stadtjubiläum angefangen. Zu diesem Anlass baute der Ehrennarrenvater eine Stadtansicht im Maßstab 1:175. Das Modell "Löffingen anno 1719" ist im Bürgerbüro, im neuen Rathaus, zu bewundern.

1000 Stunden Arbeit über 150 Tage investiert

Eigentlich sollte dies eine einmalige Sache sein, so Nägele, der Kindern regelmäßig Fasnetunterricht in der Zunftstube erteilt. Doch es hatte den 58-jährigen Bäcker und Konditor gepackt. Der "Teigingenieur" – wie sich Nägele selbst bezeichnet, hat nun ein zweites Werk erstellt, die Witterschneekapelle. "Hier war ich regelmäßig als Kind und später als Mitglieder der Trachtengruppe auch bei den Wallfahrten", so Nägele. Er hat alles genau ausgemessen, aufgeschrieben und fotografiert bevor es ans Werk ging.

1000 Stunden verteilt über 150 Tage investierte Nägele bis das Werk fertig war. Die Kapelle hat eine Höhe von 1,20 Meter, eine Länge von 1,45 Meter und eine Breite von 80 Zentimeter. Der Handwerker verarbeitete in mühevoller Kleinarbeit mehrschichtige, wetterfeste, lackierte Holzplatten. Er hat mit Quarzgrund vorgestrichen und der Kapelle dann mit Normalputz ohne Körner das entsprechend reale Aussehen verpasst. Hermann Egle hat die Fensterrahmen für die Kirche erstellt und eingebaut sowie entsprechend dem Original gelb schimmernde Glasscheiben eingesetzt. Nicht fehlen durfte das Bild über dem Eingangsportal und das Kupferdach. Das Kirchenschiff selbst wurde optisch mit einem Ziegelmotiv gedeckt. Anette Heiler hatte den Auftrag, das Dach mit Kupferblech einzudecken. Die Miniatur-Witterschneekapelle hat der Handwerkskünstler mit einer Betonplatte und mit dem Fundament befestigt, Sohn Niklas, Jungelektriker, hat das Kunstwerk noch alarmgesichert. Da es hinter der viel befahrenen B 31 steht, möchte der Erbauer sein Werk mit einer durchsichtigen Plexiglasbox vor Staub und Dreck schützen.

Obwohl die Witterschneekapelle der Öffentlichkeit erst wenige Tage zugänglich ist, hat Hermann Nägele schon viel positive Resonanz erfahren. Vor allem ältere Löffinger Büger trugen den Wunsch an ihn heran, die Kirche segnen zu lassen. Deshalb möchte er mit Pfarrer Johannes Kienzler in Kontakt treten. Falls nicht zu kurzfristig, wäre das Patrozinium der Kreuzerhöhung am 14. September passend.

Das nächste Ziel hat Hermann Nägele schon vor Augen. Er möchte das Mailänder Tor, das bekannteste Löffinger Wahrzeichen, nachbauen.

Die Wallfahrtskirche Witterschneekreuz geht auf einen im Winter 1740 in einen Schneesturm geratenen Wanderer zurück. Als er gerettet wurde, ließ er ein Kreuz errichten. Schnell sprach sich die Rettung herum und zahlreiche Pilger kamen, sodass 1792 eine offene Kapelle, 1846 die alte Holzkapelle und von 1894 bis 1897 die heutige Wallfahrtskirche im neuromanischen Stil errichtet wurde. Bis heute werden Wallfahrten durchgeführt. Die vielen Pilger, teilweise waren es sonntags bis zu 1000 Menschen, haben Löffingen zusätzlich bekannt gemacht.

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