Der Lions Club Freudenstadt hat 10 000 Euro für die Einrichtung eines Einsatzkräftenachsorgeteams (ENT) gespendet und die Umsetzung des Projekts damit unbürokratisch ermöglicht.
Der symbolische Spendenscheck wurde von den Vertretern des Lions Clubs jetzt an Pfarrer Timo Stahl, den Leiter des Psychosozialen Notfallversorgungssystems im Landkreis Freudenstadt und fachlichen Leiter des Einsatzkräftenachsorgeteams, übergeben.
Stahl dankte auch im Namen der betroffenen Einsatzkräfte für die großzügige Spende. Die Einrichtung des Einsatzkräftenachsorgeteams sei erfolgt, weil es auch im Landkreis immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen, Gewalttaten oder sonstigen Ereignissen komme, die selbst erfahrene Einsatzkräfte – und das häufig auch erst im Nachgang zu den Ereignissen – überforderten.
Um diesen Einsatzkräften der Feuerwehren und Hilfsorganisationen eine adäquate Aufarbeitung der Eindrücke sowie Unterstützung und Begleitung in den Folgetagen anzubieten, brauche man qualifiziert ausgebildete Kräfte. Seit Kurzem stehe ein solches Team im Landkreis bereit.
Je nach Bedarf Einzel- oder Gruppengespräche
Derzeit setze es sich aus sechs psychosozialen Fachkräften, vielen Seelsorgern, zwei Ärzten sowie elf Mitarbeitern der Rettungsdienste, Feuerwehren und der Polizei (sogenannte Peers) zusammen. Diese würden, je nach Bedarf, sowohl zu Einzel- als auch Gruppengesprächen in die Rettungswachen, Feuerwehrhäuser oder auch in das Krankenhaus gerufen, um dort bei der Aufarbeitung zu helfen. Bei jeder Anforderung werden normalerweise zwei Peers und eine psychosoziale Fachkraft entsandt. Getragen wird das Projekt von der „Notfallseelsorge im Kreis Freudenstadt“.
Befähigt wurde das neue Team im Februar nach der standardisierten Ausbildung „Stressbearbeitung nach belastenden Einsätzen“ im Feuerwehrhaus in Dornstetten. Im Mittelpunkt der mehrtägigen Ausbildung standen Inhalte der Traumatologie sowie der Methodenschulung bei der Invention. Eine darauf aufbauende Weiterbildung ist im kommenden Jahr vorgesehen.
Von einem Trainer ausgebildet
Ausgebildet wurde das Team von einem Trainer der Bundesvereinigung für Stressbearbeitung nach belastenden Einsätzen. Die Ausbildungskosten bisher belaufen sich laut Stahl auf 7000 Euro, die Kosten für die Weiterbildung im kommenden Jahr liegen in ähnlicher Höhe. Die laufenden Kosten tragen der Landkreis, die beiden großen Kirchen und weitere Spender. Dass und wie notwendig eine solche Einrichtung ist, habe sich erst kürzlich wieder gezeigt, so Stahl. Bereits zweimal seit Ausbildungsende sei ein Einsatz erfolgt.
Präsident Hermann Schwarz vom Lions Club betonte, dass sein Club ein solches Projekt in der Region sehr gerne unterstützt habe. Das Geld dafür stamme aus dem Verkauf des Lions-Adventskalenders und weiteren Aktionen, bei denen der Club Geld generiere. Dieses werde „eins zu eins“ für soziale und sonstige Projekte im Landkreis weitergegeben.
Eine After-Work Party mit DJ Klaus veranstaltet der Lions Club am Freitag, 12. April , ab 16.30 Uhr im „Turmbräu“. Der Party-Spaß wird ebenfalls mit einem guten Zweck verbunden. Der Erlös dieser Feierabend-Party kommt der Stiftung Eigen-Sinn zugute (www.stiftung-eigensinn.de) . Bierdeckel-Tickets dafür werden für 20 Euro im „Turmbräu“, im ADAC-Reisebüro Kemme, bei der Loßburg Information im Kinzighaus und an der Abendkasse verkauft. Enthalten sind 15 Euro für den Verzehr und fünf Euro pro Ticket für Eigen-Sinn.