Lächeln, Augenkontakt herstellen: Damit ist man schon mal gut dabei. Foto: imago/Wavebreak Media LTD

Manchmal steht man neben Fremden auf einer Party oder mit den Chefs in der Kantine: Man kennt sich kaum und will doch gut ankommen. Was dabei wichtig ist.

Menschen mögen es, wenn man sie um einen Gefallen bittet. Obwohl man ihnen damit etwas aufbürdet, stärkt es die Verbindung zwischen zwei Menschen, die empfundene Nähe steigt. Das ergab ein Experiment der japanischen Wissenschaftlerin Yu Niiya aus dem Jahr 2014.

 

Auch andere Kleinigkeiten lösen bei Menschen positive Reaktionen aus. Kellnerinnen, die ihre Kundinnen und Kunden am Arm oder der Hand berühren, ganz leicht und teils unbemerkt, erhalten mehr Trinkgeld. Das ergab eine ältere Studie der University of Mississippi. Und Menschen hören gerne ihren Namen, das löst ähnliche Aktivitätsmuster im Gehirn aus, wie wenn jemand seine persönlichen Qualitäten positiv beurteilt, heißt es in einer im Fachblatt Brain Research veröffentlichten Studie.

Menschen wollen hören, wie man schon gescheitert ist

Aber es gibt auch grundsätzlichere Vorgehensweisen im Umgang mit anderen Menschen, die einen sympathischer erscheinen lassen. Wichtig sei etwa eine entspannte Haltung, sagt Michael Jagersbacher. Denn angespannt sein bedeute Stress, „und ist man gestresst, ist das für andere unbehaglich. Sie haben dann entweder das Gefühl, dass man mit der Aufmerksamkeit woanders ist oder dass sie selbst etwas falsch gemacht haben“, so Jagersbacher. Der Österreicher arbeitet als Ghostwriter, gibt Wirtschaftsmagazine heraus und hat etwa das Buch „Sympathie-Code“ geschrieben. Wer in solchen sozialen Situationen häufig angespannt sei, könnte gezielt eine ruhige Atmung trainieren oder meditieren, sagt Jagersbacher.

Dazu sei es wichtig, persönliche Geschichten über sich zu erzählen, sich dabei aber nicht zu hoch zu stellen, sagt Jagersbacher: „Immer nur Erfolgsgeschichten zu erzählen, macht einen nicht menschlich“, sagt Jagersbacher. „Jeder ist schon mal gescheitert“, und das würden die Leute auch hören wollen, das schaffe ein gutes Gesprächsklima.

„Man wird mit seiner Art nie alle erreichen“

Generell sei auch wichtig, ehrliches Interesse am Gegenüber zu signalisieren. „Schaue den anderen an, halte Blickkontakt, stelle Nachfragen, paraphrasiere seine Thesen, also: ‚Habe ich das richtig verstanden, dass ...‘“, so Jagersbacher. „In Verhandlungen kann ich auch mitschreiben, das zeigt, dass ich mein Gegenüber ernst nehme.“

Aber besteht nicht die Gefahr, nicht mehr authentisch zu wirken, wenn man sich an Tipps orientiert, wie man sympathischer wirken kann? „Authentizität ist das A und O“, sagt Jagersbacher. Aber: „Es geht nicht darum, nach einem Script vorzugehen, sondern Kleinigkeiten anzupassen“, erzählt er. Prinzipiell müsse man sich fragen, mit welchen Menschen man sich gerne umgeben wolle. „Man wird mit seiner Art nie alle erreichen, davon kann man sich verabschieden“, sagt Michael Jagersbacher. Authentisch sein bedeute auch, sein Selbstbewusstsein nicht davon abhängig zu machen, was andere von einem denken.

Michael Jagersbacher Foto: Jagersbacher/Laura Mazurek

„Mies“ und „schrecklich“ kommen nicht gut an

Den größten Eindruck hinterlassen wir laut der US-Verhaltensforscherin Vanessa van Edwards in wenigen Sekunden während des Kennenlernens. Die ersten zehn Worte seien entscheidend dafür, ob uns eine Person als positiv oder negativ einordne, sagte sie dem Magazin der „Süddeutschen Zeitung“. Worte wie „schrecklicher Verkehr“ oder „mieser Wein“ solle man deswegen vermeiden, sonst seien fortan die negativ konnotierten Begriff mit einem selbst verbunden.