Dramatische Minuten ereigneten sich im Freibad Solara in Königsfeld am Sonntagmittag. Eine Frau Anfang 30 lag leblos am Beckenrand. Sofort wurden Rettungsmaßnahmen eingeleitet.
Das Geschehen im Solara hautnah mitbekommen hat ein 38-jähriger Badegast aus Hardt. Er bemerkte, dass es am Ausstieg aus dem großen Schwimmerbecken offensichtlich zu einem Notfall gekommen war. Dort lag eine Frau im Badeanzug, über die sich jemand helfend beugte. Das war gegen 12.30 Uhr.
„Ich bin aufgesprungen, hingerannt und habe gesehen, dass die Frau die Augen zu hatte“, schildert der 38-Jährige gegenüber unserer Redaktion die Geschehnisse. Der Schwimmmeister sei auch schon bei der leblosen Frau gewesen und hätte sie beatmet. Da noch niemand einen Notruf abgesetzt hatte, übernahm der 38-Jährige das und beschrieb gegenüber dem Rettungsdienst die Situation: Eine Frau liege da, Puls und Atmung seien ausgesetzt.
Weinender Junge steht neben lebloser Mutter
Ein anderer Mann habe angefangen, eine Herzdruckmassage auszuüben, sei dann aber von einer Frau abgelöst worden, die im Gesundheitsbereich arbeite und die Herzmassage professionell weiterführen konnte. Weitere Badegäste seien hinzugekommen und hätten mit ihren Badetüchern einen Sichtschutz erzeugt, um die Situation vor neugierigen Blicken abzuschirmen. Es habe nur wenige Gaffer gegeben, meint dazu der 38-jährige Mann.
So zogen sich bange Minuten in die Länge, in denen Schwimmmeister und die Helferin um das Leben der Frau kämpften. Daneben seien der weinende Junge der bewusstlosen Frau und ihr Mann gestanden. Der Vater habe dann das Kind weggeführt und versucht, es zu beruhigen.
Frau kommt nach drei bis vier Minuten Wiederbelebung zu sich
„Nach etwa drei bis vier Minuten Wiederbelebungsmaßnahmen kam die Frau wieder zu sich, öffnete die Augen, war aber noch komplett benommen“, so der 38-jährige Augenzeuge. Wenige Minuten später sei dann auch der Rettungsdienst eingetroffen, per Hubschrauber und mit einem Rettungswagen. Die Frau sei dann auf einer Liege in Räumlichkeiten des Schwimmbads weiterbehandelt worden, bevor sie mit ihrem Mann im Sanitätswagen ins Klinikum nach Villingen-Schwenningen gebracht wurde.
Der 38-jährige Mann war von den Geschehnissen sehr berührt und wollte sich am Montagvormittag im Klinikum erkundigen, wie es der Frau gehe, bekam aber von dort mit Verweis auf den Datenschutz keine Auskünfte.
Was ihn wirklich gefreut hat, war die schnelle Hilfe, die der Frau zuteil wurde, dass sich Schwimmmeister und einige Badegäste so beherzt an die Rettung der Frau gemacht haben. „Da waren im richtigen Moment die richtigen Leute, die reagiert haben.“ Positiv sei auch, dass der Rettungsdienst so schnell vor Ort eingetroffen sei, etwa sechs Minuten, nachdem der 38-Jährige den Notruf abgesetzt hatte. „Wir sind grundsätzlich gut aufgehoben in der Region“, freut er sich über die schnelle Hilfe.