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Landwirtsfamilie braucht Fläche Widerstand gegen neues Baugebiet in Schömberg

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Erst im Jahre 2016 haben Michael (links), Susanne und Ernst Rentschler einen besonders tiergerechten Stall bauen lassen, der fast eine Million Euro kostete. Foto: Korkauer

Die Landwirtsfamilie Rentschler will nicht einfach so hinnehmen, dass die "Hausäcker" in Schömberg zum Wohngebiet werden. Sie braucht die Flächen für ihren Milchviehbetrieb. Doch die Gemeinde hat die Kaufverträge bereits unterschrieben. Lesen Sie dazu mehr in unserem (SB+)Artikel.

Schömberg - Mit seinem Vater Ernst Rentschler bewirtschaftet Junglandwirt Michael Rentschler derzeit das fast 4,4 Hektar große Areal. Mutter Susanne Rentschler packt kräftig mit an. Für ihren Milchviehbetrieb, der Rosenhardt GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts), benannt nach dem dortigen Gewann, sind die Rentschlers dringend auf die dortige Acker- und Grünlandfläche angewiesen. Die Landwirtsfamilie hat das Areal seit 1979 gepachtet. Susanne Rentschler findet, dass in Schömberg ohnehin zu viel Fläche verbraucht werde.

Gemeinde sucht Tauschflächen

Wegen der hohen Nachfrage will die Gemeinde Schömberg in den "Hausäckern" dennoch ein Wohngebiet mit etwas mehr als 50 Bauplätzen ausweisen. Inzwischen habe die Gemeinde Schömberg die notariellen Kaufverträge mit allen beteiligten Eigentümern unterschrieben, teilte Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn am Dienstag auf Anfrage des Schwarzwälder Boten mit. Nach seinen Worten hat es auch schon Gespräche der Gemeindekämmerei mit der Familie gegeben. Die Kommune sei gerade dabei für die Rentschlers Tauschflächen als Ersatz für die "Hausäcker" zu finden, berichtet der Bürgermeister: "Im neuen Jahr werden wir zeitnah Gespräche führen." Der Rathauschef erinnerte daran, dass das Areal bereits seit einigen Jahren im Flächennutzungsplan als Wohngebiet ausgewiesen sei.

Pachtverträge sind noch nicht gekündigt

Michael Rentschler bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass die Gemeinde Schömberg an die Familie einen Brief geschrieben habe. Darin habe das Rathaus ihnen mitgeteilt, dass die Gemeinde die Kaufverträge mit den jetzigen Eigentümern der Hausäcker beim Notar unterschrieben habe und die Kommune auf der Suche nach Ersatzflächen sei. Ihn irritiert aber, dass die Pachtverträge bislang noch gar nicht gekündigt seien. Das müsste aber bis spätestens 28. Februar passieren, damit diese im Herbst 2022 zum Ende der Vegetationsperiode auslaufen könnten. Das sehe die Kündigungsfrist mit den jetzigen Eigentümern vor. Ansonsten würden sich die Verträge automatisch um ein weiteres Jahr verlängern. Man könne aus so einem Pachtvertrag auch nicht so einfach aussteigen, so Michael Rentschler. "Wenn wir nicht zurücktreten, können sie nichts machen", sagt er im Hinblick auf die Kommune.

Lesen Sie auch: Baugebiet Steinmäuren bleibt umstritten

Die Gemeinde scheue eine gerichtliche Auseinandersetzung, glaubt er beobachtet zu haben. Doch wenn es nicht sein müsse, wolle auch er keinen Prozess, räumt Michael Rentschler ein. Er beharrt aber auf einen gleichwertigen Ersatz. Schließlich habe seine Familie den Wiesenbestand in den "Hausäckern" in den vergangenen 40 Jahren aufgebaut. Zudem sei die Qualität des betroffenen Ackerlandes sehr hoch. Überdies müsse die Gemeinde zusammenhängende Parzellen anbieten. Das sei gar nicht so einfach, vermutet der Junglandwirt. Denn auch woanders müssten dann erst einmal Pachtverträge gekündigt werden, gibt er zu bedenken. Es sei ihm ein Rätsel, wie die Gemeinde das schaffen wolle. Wenn keine für ihn zufriedenstellende Lösung gefunden werde, lege er Widerspruch ein, steht für ihn fest.

Seit 41Jahren bewirtschaftet die Landwirtsfamilie Rentschler die "Hausäcker" in Schömberg.

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