Windkraftanlagen und Photovoltaik werden die Region einmal prägen.
Seit einigen Wochen beschäftigen sich Gemeinderatsgremien der Region mit den sogenannten Vorranggebieten. Dies sind die Flächen, die der zuständige Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg (Landkreise Rottweil, Tuttlingen und Villingen) als sinnvoll im Sinne der Sache festgelegt hat.
Er ist im Rahmen des Beteiligungsverfahrens Teilplan „Regionalbedeutsame Windkraftanlagen“ und „Freiflächenphotovoltaik“ seit Januar in den Dialog mit der Öffentlichkeit getreten. Die Möglichkeit zur Stellungnahme haben die „Träger öffentlicher Belange“ bis zum 8. April erhalten.
Vortrag am 9. April in Neukirch
Laut Arbeitskreis Klimaschutz der Lokalen Agenda 21 Rottweil liegt das größte Vorranggebiet in der gesamten Region mit 723 Hektar nordwestlich von Neukirch. Folge: In Neukirch und Zepfenhan wird ausführlich über Windräder diskutiert: demnächst mit Jörg Dürr-Pucher, Vorsitzender der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg, am Dienstag, 9. April, 19 Uhr, im Bürgerhaus. Sein Vortrag ist Programm: „Ausbau Erneuerbarer Energien in Rottweil und Baden-Württemberg als Basis der Klimaneutralität bis 2040“.
In obenstehender Übersichtskarte Nord des Regionalverbands sind die vorgesehenen Vorrangflächen eingezeichnet: im Orangeton jene für „Windmühlen“; schwarz schraffiert jene für Freiflächenphotovoltaik (in der Regel in unmittelbarer Nähe zur A 81).
Ehrgeiziges Ziel
Das Ziel ist ehrgeizig. Baden-Württemberg soll auf 0,2 Prozent der Landesfläche Freiflächenphotovoltaik und auf 1,8 Prozent Windenergie umsetzen. Hinter letzteren verbergen sich laut Verbandsdirektor Marcel Herzberg 4552 Hektar im Verbandsgebiet. Bisher seien etwa 450 Hektar ausgewiesen, erklärte er in Bösingen. Im Planentwurf des Regionalverbandes seien 2,3 Prozent der Fläche im Verfahren. Dies deshalb, um auf Anregungen reagieren zu können.
Überwiegend im Landkreis Rottweil
Als Herausforderungen in der Region gelten eine unterdurchschnittliche Windhöffigkeit und eine ungleiche Verteilung der günstigen Lagen. Konkret: Überwiegend im Landkreis Rottweil soll es Vorranggebiete geben. Im windstarken Schwarzwald wiederum bremsen relativ viele Höfe im Außenbereich einen übertriebenen Bau von Anlagen. Dies mit Blick auf die Mindestabstände zur Wohnbebauung: 750 Meter bei einem Bebauungsplan und 500 Meter im Außenbereich.