Im Zusammenhang mit den enormen Rollgeräuschen auf der Strecke der Schwarzwaldbahn scheint es voranzugehen. Die Deutsche Bahn (DB) meldet Erkenntnisse zur Ursache der Lärmbelastung – und beteuert, mit Hochdruck an der Sache zu arbeiten.
Bei den Anwohnern der Schwarzwaldbahn ist es schon lange ein Dauer-Thema: die lauten Rollgeräusche durch die Züge, die auf der Strecke der Schwarzwaldbahn unterwegs sind. Lange hielt sich die Deutsche Bahn (DB) bedeckt, machte keine Angaben zu einer möglichen Ursache und wollte auch noch keine Prognose abgeben, wann mit einer Verbesserung der Lage zu rechnen ist. Nun ändert sich das – zumindest teilweise.
Die Ausgangslage
Schon seit Monaten ist die Lärmbelastung durch die Schwarzwaldbahn ein Thema – und immer wieder melden sich entnervte Anwohner im St. Georgener Rathaus. Es ist der Lärm, der durch Personenzüge auf der Strecke verursacht wird, der „verstärkt Anlass zu Beschwerden gab und noch immer gibt“, wie St. Georgens Bürgermeister Michael Rieger, gleichzeitig Vorsitzender der Interessensgemeinschaft (IG) Schwarzwaldbahn, nun in einer DB-Mitteilung zitiert wird. Viele Bürger von Anrainergemeinden pochten ihm zufolge „verständlicherweise auf Aufklärung und Abhilfe“.
Vertreter der Deutschen Bahn haben kürzlich Rieger sowie weitere Mitglieder der IG Schwarzwaldbahn „zum aktuellen Stand der Lärmthematik“ informiert, wie es in der Mitteilung heißt.
Die bisherigen Maßnahmen
An allen Fahrzeugen, die auf der Strecke der Schwarzwaldbahn unterwegs sind, wurden nach Angaben der Bahn mittlerweile die Radsätze neu profiliert. „Diesen Vorgang setzen wir kontinuierlich fort. Das Radprofil messen wir in deutlich kürzeren Abständen nach und tauschen die Radsätze inzwischen doppelt so häufig, wie noch vor wenigen Jahren“, wird Dirk Andres, Verkehrsvertragsmanager bei DB Regio, in der Mitteilung zitiert. So würden die Rollgeräusche verringert – für die Anwohner bringt das allerdings nur kurzfristig Entlastung. „Wichtig bleibt aber, eine nachhaltige Lösung zu finden“, erklärt auch Andres in der Unternehmensmitteilung.
Die Ursache
Mit Simulationsrechnungen und Messfahrten will die Bahn der Ursache für den Lärm auf die Spur kommen – und hatte damit nun Erfolg, wie der Unternehmensmitteilung zu entnehmen ist. Thomas Kolbe, Fachexperte der DB Systemtechnik, berichtet von aktuellen Messfahrten mit einem Spezialfahrzeug: „Erste Ergebnisse dieser Messfahrten zeigen, dass geringfügige Unebenheiten an den Radsätzen, sogenannte Schlupfwellen, hörbare Schwingungen erzeugen.“ Diese Veränderungen an der Lauffläche der Radsätze machen sich demnach insbesondere in Kurven akustisch bemerkbar.
Die Perspektive
Abgeschlossen ist die Ursachenforschung noch nicht. Nach DB-Angaben sind weitere Untersuchungen notwendig. Auf welchen Abschnitten und unter welchen Bedingungen werden die Laufflächen der Räder wie beansprucht? Das muss noch geklärt werden.
„Die DB wird die Strecke daher weiter engmaschig überwachen. Dazu gehören kontinuierliche Akustikmessungen im laufenden Betrieb sowie zusätzliche Messfahrten“, heißt es in der Mitteilung der Bahn. Auch „das erhöhte Instandhaltungskonzept“ an den Fahrzeugen in Form der verstärkten Profilierung der Radsätze werde uneingeschränkt fortgesetzt.
Angaben dazu, wann sich die Situation auf der Schwarzwaldbahn wieder normalisieren wird, macht die Bahn nicht. Aber immerhin: „Laut Deutsche Bahn hat die Behebung der Ursache nun höchste Priorität“, wird Rieger in der Mitteilung zitiert.