Kaputt, eng, kurvig,unübersichtlich: Die L 356 zwischen der Ziegelhütte und Hochdorf ist für einige Autofahrer eine Zumutung, wenn nicht angstbehaftet. Zumindest der Abschnitt von der Kreisstraße 4718 bis nach Hochdorf soll 2024 erneuert werden.
Wer von Horb nach Hochdorf oder Nagold fahren will, hat mehrere Möglichkeiten. Eine davon führt übers Heiligenfeld, dann am Kreisel bei der Ziegelhütte rechts nach Hochdorf: die Landesstraße L 356.
Die Straße ist eigentlich praktisch, denn die anderen Routen führen mitten durch Talheim oder Bildechingen. Wer nach Nagold oder Hochdorf fahren will, muss also nicht erst mitten durch ein weiteres Dorf fahren, wenn er beispielsweise vom Hohenberg aus nach Hochdorf fährt.
LKW-Verkehr
So sehen das vielleicht auch einige LKW-Fahrer. Denn jeder, der dort schon unterwegs war, kann bestätigen: Auf der L 356 fahren auch die großen Sattelschlepper und landwirtschaftliche Fahrzeuge. Doch die Straße ist relativ schmal und schadhaft. Für Autofahrer wird es eng, wenn ihnen ein großes Fahrzeug entgegenkommt. Ein Leserbriefautor aus Talheim schrieb kürzlich: „Jedes Mal wenn mir ein landwirtschaftliches Fahrzeug von den Haupterwerb-Landwirten entgegenkommt, würde ich am liebsten nicht auf der Straße sein.“
Politische Vorstöße
Klaus Dürr (AfD) hatte 2020 angefragt und herausgefunden, dass die L 356 für einen Ausbau nicht vorgesehen ist. Daher sei leider auch weiterhin nur mit Flickwerk auf diesem Streckenabschnitt zu rechnen, so sein nüchternes Fazit.
Auch für die CDU-Landtagsabgeordnete Katrin Schindele ist das Thema L 356 nicht neu. Erst vor Kurzem mahnte sie gemeinsam mit ihrem Bundestagskollegen Klaus Mack (CDU) zu mehr Eile beim Straßenausbau im Landkreis. Gemeinsam wollen sich die CDU-Abgeordneten dafür einsetzen, dass beispielsweise die Ortsumfahrungen von Horb, Loßburg und Empfingen oder die Erneuerung der L 356 zwischen Hochdorf und Horb und weitere Strecken zügig geplant und angegangen werden.
Schindele berichtet: „Mit Herrn Ortsvorsteher Ade bin ich zu diesem Thema bereits seit längerem in Kontakt. Ebenfalls wurde ich dazu von weiteren Bürgern kontaktiert. Der schlechte Straßenzustand der L 356 ist mir bekannt, weshalb ich mich für eine Sanierung einsetze.“
Ein erster Erfolg?
Ist ein erster Erfolg in Sicht? Schindele teilt mit: „Vom Regierungspräsidium habe ich die Information erhalten, dass für das Jahr 2024 eine grundhafte Erneuerung der L 356 zwischen Hochdorf und der K 4718 vorgesehen ist.“
Im Herbst werde sie sich nochmals mit dem Regierungspräsidium austauschen und den aktuellen Stand der Straßenplanungen – speziell auch die L 356 – besprechen.
Das Landratsamt Freudenstadt bestätigt: „Das Regierungspräsidium Karlsruhe plant den Ausbau der L 356 von der Kreuzung L 356 / K 4718 bei Talheim bis Hochdorf. Der Knoten L 356 / K 4718 soll zum Kreisverkehr umgebaut werden. Für den Abschnitt vom Kreisverkehr bis zur K 4718 gibt es seitens des RPs nach unserer Kenntnis keine Planungen.“
Koordination muss passen
Laut Schindele ist es auch wichtig, die Baustellen aufeinander abzustimmen. „Im Moment werden sehr viele Straßen saniert, was auch immer bedeutet, dass es zu Baustellen und Umleitungen führt. Die Koordinierung der verschiedenen Maßnahmen – Landkreis übergreifend ist sehr wichtig, um die Beeinträchtigungen so gering als möglich zu halten und die Baustellen so schnell als möglich fertig zu stellen.“
Auch die Stadt macht Druck
Auch die Stadt Horb findet es sehr bedauerlich, dass nicht die gesamte Strecke der L 356 zwischen dem Kreisverkehr am Ziegelhof und Hochdorf an einem Stück ausgebaut wird. „Bei jeder sich bietenden Gelegenheit bringen die Verantwortungsträger der Stadt dieses auch bei den zuständigen Stellen ein“, teilt die Stadt mit. Zumindest stelle der geplante Ausbau vom neu zu errichtenden Kreisverkehr an der Kreuzung Richtung Talheim/Eutingen bis Hochdorf eine Verbesserung dar. Die Stadt weiter: „Wir haben im Vorfeld und auch zuletzt bei der öffentlichen Informationsveranstaltung des Regierungspräsidiums zum Ausbau in Hochdorf auf die Notwendigkeit und die Dringlichkeit auch des zweiten Abschnittes deutlich hingewiesen.“
Die Stadtverwaltung hält eine Sanierung, „gegebenenfalls sogar eine Neutrassierung in Teilbereichen hinsichtlich des baulichen Zustandes und der damit verbundenen Verkehrssicherheit für dringend geboten“.