Galerie im Fehlochhof: Freunde des Kunstmuseums statten Brigitte Wagner einen Besuch ab

Meßstetten-Oberdigisheim. Lange haben die Freunde des Kunstmuseum Albstadt auf Ausflüge zu auswärtigen Museen verzichten müssen – die Ausfahrt zur Kunststiftung Hohenkarpfen und zu Brigitte Wagners Oberdigisheimer Galerie im Fehlochhof war die erste in diesem Jahr, das schon sieben Monate alt ist.

Unter dem Titel "Sehnsucht nach Natur" derzeit werden Werke von Hermann Stenner, Christian Landenberger und Adolf Hölzel auf dem Hohenkarpfen gezeigt. Die Führung übernahm der Kurator Mark R. Hesslinger, der den Besuchern kompetent Schaffen und Werk der drei Künstler. Hermann Stenner war nicht allen ein Begriff – der 1891 geborene Künstler zählt, wie August Macke und Franz Marc, zu jenen Malern an der Schwelle zur Moderne, denen nur eine kurze, intensive Schaffensphase vergönnt war – 1910 hatte er ein Studium bei Christian Landenberger begonnen, 1911 zu Adolf Hölzel gewechselt, 1914, im ersten Kriegsjahr, fiel er in Polen. Nachhaltig beeindruckt und berührt fuhren die Kunstfreunde weiter aufs Michelfeld. Dort bekamen sie Butterbrezeln und Sprudel gereicht, unternahmen einen Gang durch den Skulpturengarten und widmeten sich dann der laufenden Ausstellung "Kunstwege", die Brigitte Wagner gemeinsam mit ihrem Mann Reinhard Wulf zusammengestellt hat. Zunächst führt sie ihre Gäste in das Werk von Bruno Schla­genhauf ein und setzte es in Beziehung zu den Holzskulpturen von Eddy Michelberger ein. Danach ging es in den Druckraum mit der Tiefdruckpresse, wo sie Linie, Strich, Farben und die charakteristische Leichtigkeit der Arbeiten von Herbert Bessel und Brigitte Wagner auf sich wirken ließen und zahlreiche Fragen stellten, die Brigitte Wagner sachkundig beantwortete.

Weiter ging es zu den Arbeiten von Käthe Rominger-Schneider: Das bedruckte Papier, in schmale Streifen geschnitten und geklebt, erscheint mal zart und luftig und dann wieder kompakt und kraftvoll. Im letzten Raum warteten die aus verschiedenen Materialien bestehenden Kleinplastiken von Justus Raichle, umgeben von den Brigitte Wagners Radierungen und Illustrationen eines Märchens – die letzte Station eines Eindrücken reichen Tages.