Miriam Huschenbeth legte ein spektakuläre Performance hin. Foto: Kiolbassa

Einen ganzen Abend voller Kunst und Kultur im Schloss versprach die Kulturnacht vom Kunstverein Podium Kunst im Schloss – dieses Versprechen wurde zur vollen Zufriedenheit und Begeisterung der Gäste eingelöst.

Während es draußen schneite, füllte sich das Foyer des Schlosses stetig. Einige Besucher blieben den ganzen Abend, andere stießen zu bestimmten Programmpunkten hinzu. Für das leibliche Wohl sorgte die Café und Bar Majolika mit leckeren Bageln und Antipasti-Tellern.

 

Den Auftakt des Abends machte Lars Bornschein mit einer Lesung seiner eigenen Gedichte. Der Schramberger Lyriker schreibt seit seiner Jugend Gedichte. Er hat mehrere Gedichtbände veröffentlicht und ist in seiner Heimatstadt unter anderem als Autor des erfolgreichen Schauspiels „Die Unruh des Herrn Junghans“ sowie des darauffolgenden Musicals „Junghans – Das Musical“ bekannt geworden.

Verschiedene Genres

Das abwechslungsreiche Programm enthielt Darbietungen von Künstlern aus verschiedenen Genres. Bei einem Großteil der Musiker handelt es sich um Schramberger Eigengewächse – so auch bei den folgenden beiden Sängern Lara Inge Kiolbassa und Anselm Pfaff. Die beiden entführten die Zuschauer mit einem Musical-Potpourri in die Welt der Musicals. Im Herbst waren die beiden Teil der Schramberger Eigenproduktion „Junghans - Das Musical“ gewesen. Sie sangen Highlights aus Musicals wie „Mozart“ und „West Side Story.“ Die beiden genossen eine Ausbildung an der Schramberger Musikschule, unter anderem in Klavier und Gesang. Begleitet wurden sie am Klavier von David Michael Link aus Oberndorf.

Das Trio hatte auf ganz unverhoffte Weise zueinander gefunden und schaffte es gekonnt, die Stärken der Mitglieder perfekt in den Fokus zu rücken. Live vor Ort improvisierte Link am Klavier zu Brahms „Guten Abend, gut’ Nacht.“

Interaktion mit Publikum

Mit Rémy Trevisan konnte ein weiteres Mitglied von Podium Kunst für einen Auftritt gewonnen werden. Trevisan trug Zitate verschiedener Künstler vor, untermalt von Bildern aus seiner Serie „Präsenz.“ Bei der Serie handelt es sich um eine „Hommage an verstorbene Menschen und verschiedene Künstler.“

Rémy Trevisan trug Künstlerzitate vor. Foto: Kiolbassa

Trevisans Wunsch ist es, „durch die Präsenz der Porträts eine Interaktion zwischen ihm selbst und dem Publikum zu erschaffen“, die dazu anrege, sich mit der Intention der Künstler auseinander zu setzen.

Ausstellung zu sehen

Zwischen den Auftritten gab es kurze Pausen, in denen sich die Gäste unterhalten und bei einem Glas Wein oder einem Snack stärken konnten. Zudem war es möglich die Ausstellung von Podium Kunst „Malerei“ mit Werken von Ben Hübsch zu besichtigen.

Die Musikerin Carla Fuchs begeisterte mit Songs von Sandy Denny sowie ihren Kompositionen. Die in Deutschland eher unbekannte Sängerin Sandy Denny galt in den 1970er-Jahren als Queen of British Folkrock. Sie verstarb bereits im Alter von nur 31 Jahren unter tragischen Umständen. Carla Fuchs schrieb die Musik zu einigen von Sandy Dennys unfertigen Kompositionen, bei denen ausschließlich Texte, aber keine Melodien notiert waren. Das 2023 erschienene Album „Songbird“ ist eine Meisterleistung.

Außergewöhnliche Effekte

Auch der nächste Musiker ist in Schramberg kein unbekanntes Gesicht. Der junge Pianist Valentin Melvin studiert an der Zürcher Hochschule der Künste Jazzpiano und Jazzpädagogik im Master.

Begeisterung für Jazz weckte Valentin Melvin. Foto: Kiolbassa

Die Begeisterung für Jazz und die Leidenschaft für Improvisationen machen den eigenen Charme des Musikers aus, mit dem er das Publikum in seinen Bann zog.

Das Publikum schaute gebannt auf die Vorführungen Foto: Kiolbassa

Auch die Künstlerin Miriam Huschenbeth ist Mitglied bei Podium Kunst. Ihre Performances „Woher wohin“ und „Where is the Girl“ sorgten für ein „Wechselspiel zwischen Erfassen, Entgleiten, Traum, Realität, Vergessen, Erinnern, Geburt und Tod.“ Huschenbeth performte mit und in ihren Scherenschnitten. Lichtprojektionen sorgten für einen außergewöhnlichen Effekt.

Die gesprochenen Textfragmente warfen Fragen auf, „nach der eigenen Verortung in der Welt.“ Musikalisch begleitet wurde sie von Carla Fuchs. Fuchs hatte zudem eine ihrer Schülerinnen namens Hanna mitgebracht, die sie unterstützte.

Disco zum Abschluss

Bevor die Kulturnacht in Disco überging, sorgte das Trio „Headlight – Acoustic Classics“ für ein weiteres Highlight. Die Musiker Jürgen Lauble, Jan Lauble und Jo Glaser spielten Rockballaden und Cover aus verschiedenen Jahrzehnten. Unter dem Motto „Back to the Roots“ stand nicht nur die Auswahl der Songs, sondern auch die der Instrumente: mit Akustikgitarren und Cajon konzentrierten sie sich auf das ursprüngliche Wesen der Musik.

Headlight spielten Rockklassiker. Foto: Kiolbassa

Anschließend ließen die Gäste mit Mitgliedern von Podium Kunst den Abend bei der 1970er/80er-Projektion-Disco gebührend ausklingen. DJ Thomas Klukas, der sich durch die Steighäusle-Discos einen Namen machte, legte Rock-, Psychedelic- und Popklassiker der 1970er und 80er Jahre auf. Für den visuellen Effekt des kompletten Disco-Erlebnisses sorgte Mark Finnern mit Projektionen von KI-generierten Kunst-Bildsequenzen.