Stephanie Krämer lebt ihre Kreativität im Beruf und beim Zeichnen von Tierporträts aus. In jedem davon steckt eine Menge Herzblut von ihr.
Ohne Kreativität geht bei Stephanie Krämer nichts. Im Alltag verleiht sie als Mediengestalterin der Calwer Ausgabe des Schwarzwälder Boten den letzten Schliff, und in ihrer Freizeit, da zeichnet sie Tierporträts – wann immer es geht.
„Ich zeichne schon, seit ich einen Stift halten konnte“, erinnert sich die 45-Jährige, die in Thüringen aufgewachsen ist. Bereits als Kind sei sie in einem Zeichenzirkel gewesen. Der Leiter, „ein passionierter Kunstlehrer“ namens Wegner, habe den Teilnehmern beigebracht, mit Kohle zu zeichnen, aber auch Stillleben und Landschaften zu malen. „Da bin ich gerne hingegangen.“
Wegner hat die Weichen gestellt: Nach dem Realschulabschluss besucht Krämer eine Fachschule für Technik und Gestaltung. Zur Ausbildung gehören unter anderem technisches Zeichnen, Fotografie und Keramik. Stephanie Krämer macht ihre Kreativität so zum Beruf. „Ich wollte immer was Kreatives machen.“
Sie arbeitet zunächst in einer Werbeagentur, dann kommt sie zur Zeitung. Weil ihr Mann zu der Zeit an der Uni Gießen studiert, ist ein hessisches Wochenblatt ihr erster Arbeitgeber in der Branche. Auch dort ist sie kreativ tätig, gestaltet Anzeigen.
Nach dem Examen findet ihr Mann eine Stelle im Südwesten, und die Krämers verschlägt es 2004 in den Enzkreis. So kommt sie 2009 zum Schwarzwälder Boten.
Neben der Arbeit und zwei kleinen Kindern bleibt allerdings nicht mehr viel Zeit zum Zeichnen. Nur wenn sie Freunden und Verwandten ein Geschenk machen will, lebt sie ihr Hobby aus: Stillleben, Mohnblumenfelder oder eine Serie mit Callas entstehen. Einen Skizzenblock habe sie ohnehin immer dabei, erzählt Stephanie Krämer.
Mit einem Elefanten fing es mit dem Zeichnen von Tierporträts an
2020, die Kinder sind inzwischen selbstständiger und der Alltag ist durch Corona ausgebremst, fragt eine Freundin, ob sie ihr nicht einen Elefanten malen könne. „Das war der Startschuss für meine Tierporträts“, erzählt die zweifache Mutter. Als die Tochter der Freundin das Bild sieht, meint sie: „Damit musst Du raus in die Welt!“ Anschließend habe sie ihr geholfen, einen Instagram-Account zu machen, sagt Krämer.
Inzwischen malt und zeichnet sie wieder, so oft es geht. Morgens, vor der Arbeit, und nach Feierabend, dazu bis zu zehn Stunden an den Wochenenden. „Ich brauch das für mich als Ausgleich.“ Zu Hause, im Eigenheim in Engelsbrand-Grunbach, hat sie sich ein kleines Atelier eingerichtet.
Von dort aus teilt sie ihre Kunstwerke und deren Entstehung mit ihren Followern. Mehr als 400 sind es inzwischen. „Da kommt ein gutes Feedback zurück – aus aller Welt“, sagt sie erfreut. „Das ist schon schön, wenn ein Bild 1000 Mal geliked wird.“
Im vergangenen Jahr hat sich Krämer auch erstmals in der „echten Welt“ an einer Ausstellung beteiligt. Sie nahm am Kunstgarten in Jena teil, „in meiner alten Heimat Thüringen“. Das sei ihr absolutes Highlight gewesen 2022.
Katzen, Hunde, Kühe, Schweine oder Schafe und Hasen, wie jetzt vor Ostern: „In jedem Bild steckt Herzblut von mir.“ Und viel Arbeit: rund zwölf Stunden hat sie an zwei Lämmern im DIN-A5-Format gezeichnet. „Ich fang’ immer mit den Augen an. Wenn die Augen keine Seele haben, dann stimmt das ganze Bild nicht.“
Inzwischen hängen 40 bis 50 „echte Krämer“ bei Freunden, Bekannten und Familienangehörigen. Und bestimmt noch mal 20 bei ihr in Grunbach. „Unser ganzes Haus ist voll“, meint sie lachend. Und ihre Kreativität ist noch lange nicht erschöpft.