Zwei Erfolgsgaranten des KSC: Trainer Christian Eichner und Torjäger Philipp Hofmann Foto: Deck Foto: Schwarzwälder Bote

Fußball: Der Karlsruher SC geht optimistisch in die neue Saison und hat keine Angst vor großen Namen

Die Zweite Fußball-Bundesliga öffnet ihre Tore, und mittendrin in den klangvollen Namen von Hamburger SV bis Schalhe 04 sitzt der Karlsruher SC und fühlt sich da pudelwohl.

In Karlsruhe geht so etwas fix: Im Vorjahr auf Platz sechs gelandet – und schon schnellen im Umfeld die Erwartungen hoch. Die Vereinsverantwortlichen versuchen, vor der Saison 2021/22 zu bremsen.

Werder Bremen, Schalke 04, Hamburger SV, dazu Hannover 96, 1. FC Nürnberg, Fortuna Düsseldorf oder FC St. Pauli – das Tableau der Zweiten Liga 2021/22 liest sich wie eine frühere Saison eine Klasse höher. In der hat auch der Karlsruher SC mal gespielt, sogar als Gründungsmitglied, doch zwischen den Erstgenannten und den Badenern liegen mittlerweile Welten – sowohl sportlich als auch finanziell.

"Wir gehören sicherlich nicht zu den Schwergewichten der Liga", umschreibt KSC-Geschäftsführer Michael Becker vorsichtig, was allen klar ist: In puncto Etat liegt der KSC in dieser Zweiten Liga auf einem Abstiegsplatz, auch wenn er aus der Coronakrise mit einem blauen Auge davongekommen ist. Sieben Millionen Euro Corona-Verlust stehen in der Bilanz, abgefedert durch enorme Steigerungen beim Sponsoring und für die neue Saison erheblichen Mehreinnahmen durch den Verkauf der Namensrechte am "BBBank Wildpark". "Was uns in finanzieller Hinsicht extrem geholfen hat, war der sportliche Verlauf, so dass sehr früh klar war, dass wir die Klasse halten werden", sagt Becker.

Dennoch bleibt die finanzielle Situation natürlich klamm. So sind die Gestaltungsspielräume für Manager Oliver Kreuzer auch eher gering. Während er sich bemühte, mit den Neuzugängen Fabio Kaufmann, Lucas Cueto und Leon Jensen die Schwachstellen auf den Flügeln zu beheben, rissen andererseits mit den Abgängen von David Pisot (Unterhaching), Dirk Carlson (Aue), Kevin Wimmer und Marlon Dinger große Lücken im Defensivverbund auf. "Da gilt es auf jeden Fall, die Augen offenzuhalten", gibt Kreuzer zu, "da wollen wir auf jeden Fall noch einen Innenverteidiger verpflichten." Nur kosten darf er nicht allzu viel, denn auch für die Sicherung weiterer Dienste des überzeugenden Offensivmanns Benjamin Goller, der von Werder Bremen nur ausgeliehen war und den nicht nur Kreuzer, sondern auch Trainer Christian Eichner ("dribbelstark auf engstem Raum, schnell und mit gutem Abschluss") gerne behalten hätte, fehlte das nötige Kleingeld. Ein wenig mehr Spielraum gibt es seit Donnerstag, weil der mit einem stattlichen Vertrag ausgestattete, aber längst aussortierte Marvin Pourié durch seinen ablösefreien Wechsel zu Drittligist Würzburger Kickers von der Gehaltsliste gestrichen werden konnte.

Zum Saisonstart beim starken Aufsteiger Hansa Rostock am Samstag (13.30/Sky) wird Eichner allerdings noch mit dem jetzigen Personal auskommen müssen. "Da wartet gleich ein hartes Brett", befindet Kreuzer. Und angesichts der beinharten Konkurrenz in dieser Zweiten Liga sollte man nicht ohne etwas Zählbares nach Hause fahren. Das sieht Eichner aber ganz anders. "Vor dem ersten Spiel schon von Druck zu sprechen, das kann ich nicht", meint er, denn im Vordergrund stehe doch erst einmal die Freude darüber, dass "der Wahnsinn wieder von vorne losgeht".

Deshalb kleidet er seine Erwartungshaltung nicht in Punktvorgaben, sondern in typische Eichner-Worte: "Für uns wird es darum gehen, Männerfußball zu spielen, für uns wird es darum gehen, ein erwachsenes Auswärtsspiel hinzulegen." Im Übrigen verweist er bei den klangvollen Namen der Gegner auf die letzte Saison, in der sich beispielsweise auch ein Hamburger SV die Zähne an den Badenern ausgebissen hat. "Du bekommst in allen Spielen die Möglichkeit, reinzukommen und sie auf deine Seite zu ziehen." Und so sieht er die Partie in Rostock als eine Blaupause für alle 34 Spieltage der Saison: "Es kann alles passieren."

Bange ist dem Karlsruher Cheftrainer jedenfalls nicht im Vorfeld des Auftakts der "interessanten, attraktiven, aber knallhart schwierigen Liga" (Kreuzer). Denn, meint Eichner lächelnd: "Dass wir in der Lage sind, Spiele zu gewinnen und Tore zu schießen, das ist, glaube ich, bekannt."

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