Schwenningens Torwart Patrik Cerveny (links) – hier beim dritten Eisbären-Tor durch Parker Tuomie (blaues Trikot) – musste kurz danach angeschlagen vom Eis. Foto: Eibner

Mit dem 2:6 bei Nord-Spitzenreiter Berlin mussten die Schwenninger Wild Wings in der DEL-Hauptrunde die vierte Niederlage in Folge hinnehmen.

Ausgerechnet in der Crunchtime der DEL-Hauptrunde leisten sich die Wild Wings eine Ergebniskrise. Das 2:6 bei Nord-Spitzenreiter Berlin war am Mittwochabend die vierte Niederlage in Folge der Schwenninger, die somit weiter um das Play-off-Ticket zittern müssen. Dagegen fanden die Eisbären nach zwei Pleiten gegen München wieder in die Erfolgsspur zurück.

"Wir müssen einfach mehr von der Strafbank wegbleiben. Sonst wird es gegen diese starke Mannschaft extrem schwierig", sagte der Schwenninger Daniel Weiß kurz vor dem ersten Bully bei Magenta Sport. Da Verteidiger Will Weber nach der unglücklichen 3:5-Niederlage in Wolfsburg für einen "Check gegen den Kopf" noch für zwei Spiele gesperrt wurde, rückte Cedric Schiemenz in den Kader.

Sturmkollege Marius Möchel sah 24 Stunden nach seinen beiden Toren bei den Grizzlys in der Defensive zu Beginn überforderte Schwenninger. Marcel Noebels (5.) und Lukas Reichel (7.) nutzten die vielen Freiräume zur frühen 2:0-Führung der sehr bissigen Eisbären. Tylor Spink (10.) hatte aber mit dem Anschlusstreffer eine schnelle Antwort der Wild Wings parat. Diese fanden besser ins Spiel. Der Lohn für die gute Moral war der 2:2-Ausgleich durch den vierten Saisontreffer von Daniel Pfaffengut (15.).

Die Eisbären brauchten dann allerdings nur 41 Sekunden, um sich eine beruhigende 4:2-Führung herauszuspielen. Nach den Toren von Parker Tuomie und Jonas Müller war für den wohl am Knie angeschlagenen Patrik Cerveny Feierabend. Torhüter Luis Benzing feierte so sein DEL-Debüt. Nach zwei Rettungstaten des 21-Jährigen kamen die Wild Wings wieder besser in Schwung. Colby Robak (30.), Alexander Weiß (33.) und Tyson Spink (38.) nutzten gute Chancen nicht. Dies lag auch am starken Eisbären-Goalie Tobias Ancicka. "Wir betreiben einen hohen Aufwand, belohnen uns aber nicht", meinte 2:2-Torschütze Daniel Pfaffengut nach ausgeglichenen 40 Minuten.

Benzing hielt die Schwenninger – ohne den verletzten Maximilian Hadraschek – zu Beginn des Schlussabschnitts mit weiteren Paraden im Spiel. Doch nach einem von Benedikt Brückner unglücklich abgefälschten Schuss von Zachary Boychuk (48.) musste der junge Keeper seinen ersten Gegentreffer im Oberhaus hinnehmen. Die Wild Wings versuchten weiter alles, nahmen sogar Benzing für einen weiteren Feldspieler vom Eis. Dies nutzte Matthew White (57.) mit einem Empty-Net-Tor zum 6:2-Endstand. "Das war ein verdienter Sieg von Berlin. Luis Benzing hat gut gehalten", wusste aber Coach Niklas Sundblad auch, dass sechs Gegentreffer einfach zu viel sind.

Schon am Samstag (14:30 Uhr) kommt es in der Helios-Arena zu einem Wiedersehen der beiden Kontrahenten. Dann könnte Joacim Eriksson wieder das Schwenninger Tor hüten. Erst kurz zuvor wird aber wohl feststehen, ob die Behörden dem aus Schweden zurückgekehrten Goalie das Okay gegeben haben.

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