Andrea Pfrommer las aus ihrem Schäferlauf-Krimi. Foto: Geisel

Da war Spannung angesagt: Andrea Pfrommer präsentierte in einer Lesung im Wildberger Rathaus ihren Kriminalroman „Der Tod läuft mit beim Schäferlauf“.

Das Licht im historischen Sitzungssaal ist stimmungsvoll gedimmt. Spannung verbreitet sich unter der kleinen Gruppe, als mystische Geräusche aus einer Ecke dringen. Gleich werden die Zuhörer gemeinsam in einen Kriminalfall mit Schäferlauf-Bezug eintauchen.

 

Andrea Pfrommer beginnt ihre Lesung im Rahmen des städtischen Kultur- und des VHS-Semester-Programms recht pragmatisch. In aller Kürze fasst sie den Besuchern im Wildberger Rathaus die wichtigsten Eckdaten ihrer Krimiserie und der Hauptcharaktere zusammen. Nach wenigen Minuten wissen also alle, wo wir stehen – ohne jedoch zu viel zu verraten, denn der Spannungsbogen wird sich gleich fast zum Zerreißen spannen.

Ehe Andrea Pfrommer in die Auszüge ihres Romans „Der Tod läuft mit beim Schäferlauf“ einsteigt, versetzt besagte Musik das Publikum in kriminalistische Stimmung.

Kleine Eifersüchteleien

Gleich die ersten Zeilen handeln von einer Affäre und einem Mord. Weiter geht es mit scheinbarer Leichtigkeit und kleinen Eifersüchteleien in der nächsten Szene, die aber unmittelbar in den Fund einer Leiche übergeht. Damit sind die Weichen für den restlichen Abend gestellt. Die Besucher werden im historischen Rahmen des Schäferlaufs – und damit in vertrautem Ambiente – eingeladen, sich gemeinsam mit dem Ermittler-Duo dem Verdächtigen an die Fersen zu heften und den Wirrungen rund um diesen und einen alten, ungelösten Fall auf den Grund zu gehen.

Sicher, die meiste Zeit bleibt es spannend und still im historischen Sitzungssaal, der mit seinem dunklen Holz, dem schummerigen Licht und der Schäferlauf-Tafel an der Wand die perfekte Atmosphäre für die Krimi-Lesung liefert. Doch Andrea Pfrommer bricht bereits nach wenigen Minuten ganz bewusst das Schweigen auf: Sie erhebt sich und richtet eine Frage direkt an das Publikum. Denn echte Schäferlauf-Fans (und Schwaben) kennen das Lied, von dem Pfrommer gerade erzählt. Gekonnt nimmt die Autorin ihr Publikum mit in ihre Geschichte, indem sie Notenblätter verteilt und die Versammelten gemeinsam singen lässt. Einem kurzen, verschämten Kichern aus den Stuhlreihen folgt überraschend sicherer Gesang. Alle zusammen stimmen das Lied „Aufm Wasa graset d Hasa“ und befinden sich damit kurze Zeit direkt im Festzelt des Bad Uracher Schäferlaufs.

Zwei nervenaufreibende Fälle

Im Anschluss taucht Andrea Pfrommer aber direkt wieder in die Geschichte ein – immerhin gibt es zwei nervenaufreibende Fälle zu lösen und dafür müssen Hinweise verfolgt und Zeugen befragt werden.

Mit dieser Mischung aus Spannung, Humor und Charme gelang es der Autorin letzten Freitag, ihr Publikum den ganzen Abend zu fesseln und bei der Stange zu halten. Die Besucher ließen sich gerne durch die Geschichte führen, tauchten ab und ein – und bewahrten sich trotz des ernsten, düsteren Themas eine heitere Stimmung. Ein guter Mix aus Nervenkitzel und Unterhaltung eben.