Auftrag abgeschlossen: Das Team des Kreisimpfzentrums Freudenstadt mit Landrat Klaus Michael Rückert (rechts) am Tag der Schließung in der Riedsteighalle in Dornstetten. Foto: Stadler

Seit 22. Januar wurden im Kreisimpfzentrum (KIZ) in der Dornstetter Riedsteighalle insgesamt 92 101 Impfdosen gegen das Coronavirus verabreicht. Am Sonntag, vier Tage früher als die meisten Impfzentren im Land, schloss die Einrichtung ihre Pforten.

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Kreis Freudenstadt - Landrat Klaus-Michael Rückert dankte dem ganzen Team vor Ort für den Einsatz in den vergangenen acht Monaten. Ende September schließen alle Impfzentren in Baden-Württemberg. Im Kreis Freudenstadt habe dieser Termin vorverlegt werden müssen, da bereits am kommenden Freitag die Halle von der Stadt Dornstetten dringend gebraucht werde, sagte Landrat Klaus Michael Rückert.

Bis kurz vor 16 Uhr, dem Zeitpunkt als die Halle abgeschlossen wurde, trafen noch rund 100 Personen in der Riedsteighalle ein, um sich kurz vor Toresschluss gegen eine Coronainfektion impfen zu lassen.

Umbau innerhalbvon vier Wochen

Beim Pressegespräch in Anwesenheit des ganzen Teams des KIZ gab der Landrat die Zahlen zu den verabreichten Impfungen bekannt. 47 032 Erstimpfungen, 42 127 Zweitimpfungen und 797 Drittimpfungen wurden seit 22. Januar gezählt. Hinzu kommen noch weitere 2048 Impfungen mit dem Vakzin von Johnson und Johnson, bei dem ein Piks für einen Infektionsschutz reicht. Die bereits als Fieberambulanz und zuletzt als Kreisimpfzentrum genutzte Ried­steighalle wurde ab Mitte Dezember 2020 mit Stellwänden und der nötigen Ausstattung für die Coronaschutzimpfungen innerhalb von vier Wochen zum Kreisimpfzentrum des Landkreises Freudenstadt umgebaut.

"Wir waren am 15. Januar startklar fürs Impfen von bis zu 750 Personen pro Tag, doch aufgrund fehlenden Impfstoffs legten wir erst eine Woche später los. Nun müssen wir innerhalb von vier Tagen alles abbauen", sagte die hauptberuflich im Katastrophenschutz bei Kreisbrandmeister Frank Jahraus beschäftigte Leiterin des KIZ, Katharina Stenzel.

Landrat Rückert lobte ihren "großartigen" Einsatz und ihre Kompetenz, sich schnell mit unbekannten Lagen zu arrangieren und alles Notwendige zu organisieren. Auch für die ärztliche Leiterin des Kreisimpfzentrums, Katrin Schmidt, war der Kreischef voll des Lobes. Vor allem, da er anfangs davon ausgegangen sei, dass sie dem Team lediglich erklären sollte, wie das Impfen funktioniert, um danach nur wenige Stunden und sporadisch vor Ort zu sein. Die vergangenen Monate hätten jedoch gezeigt, dass diese Aufgabe mehr als das beinhaltete. Schmidt akquirierte zudem weitere Mediziner, um der Lage Herr zu werden.

Am Schluss herrschtgewisse Impfmüdigkeit

War es in der Anfangsphase schwierig, wegen des knappen Impfstoffs alle Impfwünsche zu befriedigen, so entwickelte sich bis in die jüngste Vergangenheit eine gewisse Impfmüdigkeit. Und das trotz zahlreicher Impfangebote ohne Termine, auch mit mobilen Impfteams, die zunächst in den Pflegeheimen und später dann auch auf Wochenmärkten und an anderen Stellen in den Städten und Gemeinden unterwegs waren.

Landrat Rückert dankte auch seiner persönlichen Referentin Marlene Krech, die er als "Wunderwaffe für alle schwierigen Lagen" betitelte. Ein Lob ging auch an Oliver Valha, der für die Heimaufsicht zuständig ist, und an den Leiter der Haupt- und Personalverwaltung im Landratsamt, Roger Finkbeiner, sowie seiner Stellvertreterin Bernadette Stritt, die sich um die Personaleinstellung gekümmert hatten.

Besonders hervorgehoben wurde vom Landrat die Sicherheitsfirma. "Wir hatten großes Glück, ein solch gutes, freundliches und zuvorkommendes Sicherheitsteam vor Ort zu haben", sagte er. Man habe am Anfang befürchten müssen, dass Impfstoff wegen seiner Knappheit gestohlen werden könnte. Ein weiterer Dank ging an die Messebaufirma und an die Stadt Dornstetten mit Bürgermeister Bernhard Haas für die Überlassung der Riedsteighalle.

Jetzt wird ausgeräumt, der übriggebliebene Impfstoff geht an das noch bis einschließlich Donnerstag geöffnete Kreisimpfzentrum Calw in Wart. Gefeiert wurde die Schließung des Kreisimpfzentrums Freudenstadt mit einer kleinen "Party" für das ganze Team.