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Kreis Rottweil Nach Zugunglück: Bahn weicht Fragen aus

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An diesem Übergang setzte ein Tieflader auf, ein Zug donnerte gegen den Lkw, mehrere Fahrgäste verletzten sich. Foto: Danner

Kreis Rottweil - Was kann getan werden, dass nicht mehr passiert, was in Talhausen geschehen ist? Da ist der Bahnübergang zur Falle für einen Tieflader geworden. Die Folge war ein schlimmer Unfall mit mehreren schwer und zwei lebensgefährlich verletzten Menschen.

Die Deutsche Bahn sieht sich nicht in der Pflicht, an dieser Stelle etwas zu ändern. Im Gegensatz zu einem ehemaligen Verkehrssicherheitsingenieur, der sich mit folgenschweren Verkehrsunfällen in ganz Deutschland befasst, und sich auch hier zu Wort meldet: Franz Schilberg.

Er kritisiert die Bahn-Verantwortlichen und fordert, die Übergänge so zu gestalten, dass nichts passieren kann. In diesem Fall verlangt er, den Übergang über die Gleise so umzubauen (die Kuppe abzuflachen), dass kein schweres und langes Fahrzeug mehr liegen bleibt. Und dies unabhängig davon, ob das Fahrzeug hier fahren dürfte oder nicht. "Man muss so etwas von vornherein ausschließen", so Schilberg. Schließlich komme es immer wieder vor, so auch bei dem Unglück in Talhausen, dass Verbotsschilder missachtet würden. Und dann?

Bei dem Unglück am Freitag vor zwei Wochen hatte ein Lastwagenfahrer tatsächlich ein Verkehrsschild ignoriert. Die Straße, ein Gemeindeverbindungsweg zwischen Talhausen und Irslingen, ist nur für Fahrzeuge bis maximal 3,5 Tonnen zulässig. Der Unglückslaster brachte mitsamt Ladung 48 Tonnen auf die Waage.

Ein Einzelfall? Mitnichten. Der Epfendorfer Bürgermeister Peter Boch berichtet, es komme immer wieder vor, dass Lastwagenfahrer die Tonnagenbegrenzung missachteten, um die kürzeren Wege zwischen den Gemeinden zu nutzen. Mit eine Rolle dürfte mitunter spielen, dass Navigationsgeräte einen für Lkws ungeeigneten Weg weisen.

Der Unfall jedenfalls wirft Fragen auf, beispielsweise danach, ob der Bahnübergang in Talhausen korrekt gebaut wurde, ob die Bahn ähnliche Gefahrenstellen kennt und was sie denkt, dagegen zu unternehmen.

Doch auf konkrete Fragen antwortet die Bahn ausweichend. Die Planung und Umsetzung eines Bahnübergangs inklusive seiner technischen Ausstattung erfolge entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen und anerkannten Regeln der Technik, heißt es in einem Antwortschreiben. Dabei hänge die Sicherung eines Bahnübergangs unter anderem von der Art der Bahnstrecke (Hauptbahn/Nebenbahn), der Geschwindigkeit des Zuges sowie der Verkehrsstärke auf der kreuzenden Straße ab. Weiter wird geschrieben: "Fazit: es handelt sich hier um einen kleinen Bahnübergang für Straßenfahrzeuge mit maximal 3,5 Tonnen Last." Die Bestimmungen der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung seien in vollem Umfang eingehalten. "Weitergehend können wir uns nicht zum Unfall äußern", so ein Bahnsprecher, es handle sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren der Eisenbahnuntersuchungsbehörden.

So bleiben die von uns gestellten Fragen unbeantwortet. Dabei wollten wir nur wissen, wo sich weitere Gefahrenstellen befinden und was die Bahn dagegen tun will.

Fazit: So ein Unfall wie in Talhausen kann in Zukunft nicht ausgeschlossen werden. Denn mit Verbotsschildern allein lassen sich Gefahrenstellen nicht wegzaubern.

Ihre Redaktion vor Ort Oberndorf

Marcella Danner

Fax: 07423 78-373

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Armin Schulz

Fax: 0741 5318-50

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