Auf dem Lotharpfad (von links): Gerhard Gaiser, Fabienne Vesper, Saskia Esken, Thomas Waldenspuhl, Reiner Ullrich und Elvira Drobinski-Weiß. Foto: SPD

Nationalpark-Direktor informiert SPD-Abgeordnete über Situation. "Jahr 2016 kann als borkenkäferfrei gelten".

Kreis Freudenstadt - Der viel diskutierte Borkenkäfer ist für den Nationalpark Schwarzwald auch im dritten Jahr in Folge keine Gefahr. Mit "600 Festmeter, das ist weniger als nichts" beziffert Nationalparkdirektor Thomas Waldenspuhl die bisherige Schadensmenge in diesem Jahr.

Waldenspuhl ist sicher, dass sich daran im Lauf des Spätsommers und Herbstes auch nichts mehr ändern wird. Darüber informierte Waldenspuhl bei einem Besuch der beiden SPD-Bundestagsabgeordneten Saskia Esken (Wahlkreis Calw/Freudenstadt) und Elvira Drobinski-Weiß (Wahlkreis Offenburg) in der Nationalpark-Zentrale auf dem Ruhestein.

Wöchentliche Kontrollgänge

Zur Information und zu einem Gang über den Lotharpfad hatten sich auch SPD-Kreisvorsitzender Gerhard Gaiser aus Baiersbronn und SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender Reiner Ullrich aus Alpirsbach eingestellt, dazu Fabienne Vesper, Mitarbeiterin im Büro Drobinski-Weiß. "Das Jahr 2016 kann als borkenkäferfrei gelten", führte Waldenspuhl aus. Trotz aller anderslautenden Prognosen und Potenziale habe sich der Borkenkäfer nicht in so starkem Maß vermehrt wie erwartet und befürchtet. Dies bestätigten auch die wöchentlichen Kontrollgänge auf dem Gebiet des Nationalparks, das sogenannte Borkenkäfer-Monitoring.

Bestätigt sieht sich Waldenspuhl auch in der Überzeugung, dass sich der Borkenkäfer nicht weiter als die bisher angenommenen 500 Meter um die Nationalparkgrenzen verbreitet, auch nicht durch Windunterstützung. Der Käfer meide eher windiges Wetter. Dies hätten neuere Forschungen sowie die eigenen Untersuchungen mit fluoreszierender Farbe im Außenlabor in Schönmünzach gezeigt.

Waldenspuhl stellte den Politikern den Nationalpark Schwarzwald vor. Neben vielen anderen Projekten wie Wegekonzept, Verkehrskonzept, Tourismuskonzept, Jahresprogramm, Kooperationen mit Schulen und Kindergärten, Forschung und vieles mehr erstelle derzeit die Nationalpark-Verwaltung den Nationalparkplan als Grundlage der künftigen Arbeit. Dazu hätten bereits drei Bürger-Workshops und 21 Veranstaltungen mit Gemeinden stattgefunden, erläuterte der Nationalpark-Chef.

Im Terminplan des Nationalparks Schwarzwald gibt es einige Verzögerungen. So könne mit dem Bau des Besucherzentrums auf dem Ruhestein zwar eventuell noch in diesem Herbst begonnen werden, die Fertigstellung jedoch rutsche vom Spätjahr 2018 sicherlich ins Frühjahr 2019, so Thomas Waldenspuhl.

Lotharpfad heute weitgehend überwuchert

Das kleinere Besucherzentrum in Herrenwies (Kreis Rastatt) werde vermutlich 2018 bezogen. Unsicher sei noch das Bauvorhaben im ehemaligen Hotel Alexanderschanze in Kniebis als "Brennpunkt im Süden". Dort sei ein Besucherzentrum und/oder eine Rangerstation geplant in Zusammenarbeit mit dem dort entstehenden Wildtierpark Alexanderschanze. Dieser solle später in den Nationalpark integriert werden. Weitere Rangerstationen seien in Allerheiligen, in Obertal-Buhlbach und – bereits begonnen – in Tonbach auf Baiersbronner Gemarkung vorgesehen, erläuterte Waldenspuhl weiter. Das geplante Gebäude für die Nationalpark-Verwaltung im Anschluss an das frühere Gebäude des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord auf dem Ruhestein werde vermutlich noch vor dem Besucherzentrum bezogen werden können.

Bei einem Gang über den Lotharpfad überraschte Thomas Waldenspuhl mit der Überlegung, wie lange dieser Pfad wohl noch gehalten werden solle, da "kaum mehr etwas zu sehen ist". In der Tat hat die Natur gut 16 Jahre nach dem Orkan Lothar das einstige "Mikadospiel" von umgestürzten und übereinander liegenden Bäumen inzwischen weitgehend überwuchert. Der Lotharpfad ist dennoch nach wie vor eine der meist besuchtesten Anlaufstellen im Nationalpark Schwarzwald.

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