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Kreis Freudenstadt Im Kreis kann man sich sicher fühlen

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Kriminalität gibt’s natürlich auch im Kreis Freudenstadt. Allerdings ist die Aufklärungsquote die höchste im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Tuttlingen. Foto: Eibner

Kreis Freudenstadt - Wer im Landkreis Freudenstadt lebt, kann sich sicher fühlen: Nach einem Rückgang der Straftaten um 14,4 Prozent liegt der Kreis im Ranking der sichersten Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs an achter Stelle.

Zudem weist der hiesige Landkreis mit 4139 Straftaten die niedrigsten Fallzahlen der landesweit 45 Stadt- und Landkreise auf. Vor allem gefährliche Körperverletzungen (minus 14 Prozent) und Rauschgiftdelikte (minus 15,5 Prozent) nahmen ab. Und auch die Zahl der Wohnungseinbrüche ging nach der Festnahme einer im Raum Freudenstadt/Pfalzgrafenweiler aktiven georgischen Einbrecherbande im Februar diesen Jahres entgegen dem Landestrend deutlich zurück.

In Sachen Aufklärungsquote steht der Kreis ebenfalls gut da: Die liege mit 65,4 Prozent weit über dem Landesdurchschnitt und sei die höchste im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Tuttlingen, wie Polizeipräsident Ulrich Schwarz den Mitgliedern des Kreistags darlegte. "Sie leben im sichersten Polizeipräsidium in einem der sichersten Bundesländer", bilanzierte Schwarz. Das hörten die Kreisräte sicherlich gerne, hatten aber dennoch die eine oder andere Nachfrage. Etwa nach dem aktuellen Stand in Sachen Rechtsextremismus und Bandenkriminalität, aber auch nach dem korrekten Umgang mit osteuropäischen Bettlern vor der eigenen Haustür. In letzterem Fall riet Schwarz, die Polizei zu rufen. Denn die Bettelei von Haustür zu Haustür diene häufig dem Ausspähen lohnender Einbruchsobjekte, so der Polizeipräsident. Eine Form der Bandenkriminalität, "von der wir erst erfahren, wenn wir die Täter festgenommen haben". Bandenkriminalität gibt es im Kreis also nach wie vor. Und auch der Drogenhandel ist weiterhin ein Thema. Rechts- beziehungsweise Linksextremismus und Islamismus spielen hingegen nur eine untergeordnete Rolle. "Derzeit gibt es auch keinen Mafiaschwerpunkt im Kreis. Das war schon anders", stellte der Polizeipräsident fest.

Kriminaldauerdienst im Schnitt nach 57 Minuten vor Ort

Schwarz legte gleich noch eine Zwischenbilanz zur Polizeireform vor. Die fiel positiv aus: Die 14 Reviere des Polizeipräsidiums Tuttlingen wurden personell um 40 Beamte aufgestockt, im September werden weitere 27 Beamte hinzukommen. Auch die Bündelung von Kompetenzen habe sich bewährt, so Schwarz. Im Schnitt gehe im Lagezentrum in Villingen-Schwenningen alle vier Minuten ein Notruf ein, von dort könne zentral auf über 1 200 Beamte und 300 Dienstfahrzeuge zugegriffen werden. "Wer am nächsten dran ist, bekommt den Einsatz." Der der Kriminalpolizeidirektion Rottweil angegliederte Kriminaldauerdienst schulterte im vergangenen Jahr 86 Einsätze im Kreis Freudenstadt und war im Schnitt nach 57 Minuten vor Ort. Schneller, war sich Schwarz sicher, sei es auch vor der Reform nicht gegangen: "Da spreche ich aus eigener Erfahrung." Zudem mache die Konzentration von Spezialisten Sinn: "Die Zeiten, in denen wir wie bei Derrick zu zweit einen Mord aufklären konnten, sind vorbei." Gleiches gilt laut Polizeipräsident für die Aufnahme komplexer Verkehrsunfälle. Die hierfür zuständigen Beamten von der Verkehrsunfallaufnahme sitzen bei der Verkehrspolizeidirektion in Zimmern und sind rund um die Uhr verfügbar. 44 Mal wurden sie im vergangenen Jahr in den Landkreis Freudenstadt gerufen. Im Schnitt waren die Spezialisten in 47 Minuten am Einsatzort.

Das sei nicht schnell genug, befand CDU-Fraktionsvorsitzender Julian Osswald. "Wir erleben es als sehr unbefriedigend, wenn die ehrenamtlichen Helfer von der Feuerwehr so lange warten müssen." Auch auf die Spurensicherung müsse man im Fall der Fälle lange warten, monierte der Kreisrat. Und nannte als Beispiele einen Wohnungseinbruch und einen Hausbrand. Beide Fälle hätten sich an einem Wochenende zugetragen, in beiden Fällen hätten die Betroffenen bis Montag auf die Spurensicherung warten müssen.

Das, korrigierte Schwarz, sei so nicht richtig. Im Fall des Einbruchs sei die Wohnungsbesitzerin aus eigenem Antrieb ins Hotel gezogen, die Notwendigkeit eines Sonntagseinsatzes sei so entfallen. Bei Bränden seien längere Wartezeiten wiederum völlig normal. "Wir können nicht mit Gummistiefeln in der Glut stehen und erwarten, verwertbare Spuren zu finden. Dafür muss der Brandherd ausgekühlt sein." Zudem, gab Schwarz zu bedenken, sei nicht alles lediglich eine Frage der Wartezeit. "Die Frage ist auch, welche Qualität sie haben wollen."

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