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Kreis Freudenstadt Abfallbilanz: Illegale Sammler nerven

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Was im Kreis in den Mülltonnen und Containern landet, legte das Landratsamt im Kreistagsausschuss dar. Foto: Rath

Kreis Freudenstadt - Spiegelbild von Gesellschaft und Wirtschaftslage: Die Wirtschaft brummt weiter, entsprechend konstant ist die Abfallmenge im Landkreis Freudenstadt. Was Bürger und Kreisräte zunehmend nervt, sind illegale Schrottsammler.

Die Abfallbilanz für 2017 und die Entwicklungen hinter den nackten Zahlen stellte Martin Steudinger dem Technischen Ausschuss des Kreistags vor. Für den Leiter des Amts für Bau, Umwelt und Wasserwirtschaft war es der letzte Bericht. Er geht in Pension. Die Zahlen nannte Steudinger als "unspektakulär". 50 700 Tonnen Abfall fielen voriges Jahr im Kreis an, 0,7 Prozent weniger als 2016. Mehr als zwei Drittel davon lassen sich verwerten, 14 000 Tonnen wandern auf Deponien oder in Verbrennungsanlagen.

Während das Hausmüll-Aufkommen konstant bleibt, nahmen Gewerbeabfälle und vor allem Bauschutt und Bauabfälle deutlich zu, ein Indiz für die gute Wirtschaftslage und die rege Nachfrage nach Immobilien.

Trotz weitehrin hoher Preise für Altpapier und damit guter Einnahmemöglichkeiten geht die Menge zurück, die von den Vereinen gesammelt wird. Laut Steudinger könnten wohl viele Klubs nicht mehr das nötige Personal aufbieten.

Dafür sind andere private Verwerter umso aktiver: Dass die Sperrmüll-Menge sank, ist offenbar nur zum Teil darauf zurückzuführen, dass es eine Sammlung weniger gab. Illegale Verwerter, vor allem aus Osteuropa, schwärmen vor der Entsorgungsfirma aus und picken sich Wertstoffe heraus. Vor allem bei Elektro- und Metallschrott ging die gesammelte Menge deutlich zurück. Dem Kreis gehe so "die eine oder andere Tonne" flöten. Auch hier haben die Rohstoffpreise angezogen.

Das Ausmaß der Vorsortierer nervt Bürger wie Kommunalpolitiker. Dieter Bischoff (Freie Wähler), Kreisrat und Bürgermeister von Pfalzgrafenweiler, sprach von "Karawanen" von Kleintransportern, die sich durch die Wohnstraßen wälzten. "Unsäglich" sei das langsam, und es sei "der Wahnsinn, was hier abgegriffen wird". Andere Räte teilten die Auffassung.

Was folgte, war die bekannte Debatte. Ärgerlich sei es, wenn der Sperrmüll am Montag abgeholt werde, die Bürger ihren Abfall aber schon am Freitag an die Straße stellten. Steudinger sagte, auf den Montag als Sammeltag könne nicht gänzlich verzichtet werden; das Abfallwirtschaftsamt betreibe Öffentlichkeitsarbeit und appelliere, den Müll später rauszustellen. Das Amt arbeite gut mit der Polizei zusammen, die kontrolliere. Oft hätten die Beamten aber keine rechtliche Handhabe gegen Wertstoffsammler. Die Rechtslage sei schwierig, ganz abstellen lassen sich das wohl nie, so Steudinger – auch dann nicht, wenn Freudenstadt dem Rottweiler Weg folgen würde. Dort gibt es keine Sammeltermine mehr für ganze Ortschaften, sondern jeder Bürger kann bei Bedarf jährlich eine Abfuhr beim Landratsamt anmelden.

Einmal mehr nutzten Ernst Wolf (FDP) und Gerhard Gaiser (SPD) das Thema, um ihre Scharmützel zu pflegen. Diesmal lieferte Wolf die Provokation: Anders als die SPD sei er frei von "sozialer Kälte" und gönne den Sammlern "die paar Euro". Gaiser nahm die Vorlage dankbar auf. Es sei "unmöglich", wie die FDP mit dem Geld des Landkreises und des Gebührenzahlers umgehe, pro Transport würden bis zu 1200 Euro entzogen. "Das Geld wäre in Bildung besser investiert", so Gaiser.

Übrigens: 2016 machte der Kreis mit Müll 875 00  Euro Gewinn, der in Rückstellungen für Gebühren fließen soll.

 
 

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