Am Freitag findet die Trauerfeier für Franz Beckenbauer in der Arena in München statt. Der Ständer für den großen Trauerkranz, der auch im Fernsehen zu sehen ist, wurde von Horst Fries in Mötzingen gefertigt. Dem Schlossermeister blieben nur drei Tage.
Es war ein wirklich kurzfristiger Auftrag, der da bei Horst Fries in dieser Woche einging. Viele Schlossereien hätten ihn vermutlich nicht mehr umsetzen können. Nur drei Tage blieben, um den Kranzständer für die Trauerfeier von „Kaiser“ Franz Beckenbauer zu fertigen.
Schlosser muss alles andere liegen lassen
„Ich musste alles stehen und liegen lassen und mich sofort dran machen“, erklärt der 81-jährige Schlossermeister mit Werkstatt in Mötzingen. Trotz seines fortgeschrittenen Alters ist er noch jeden Tag in seiner Werkstatt und arbeitet. Das erzählt Fries am Freitagmittag, kurz vor Beginn der Trauerfeier, im Telefonat mit dem Schwarzwälder Boten.
In der Übertragung hat er da schon seinen Ständer gesehen. Auch wenn von dessen eigentlicher Form nicht mehr viel zu erkennen ist, weil ein wuchtiger Kranz auf ihm liegt. Eben so, wie das in der Funktion gedacht ist.
Dass der Auftrag an Fries ging, liegt daran, dass derjenige, der für die Veranstaltung verantwortlich zeichne, aus Weil der Stadt komme, da wo auch sein Gehilfe herkomme. So kam der Kontakt zustande.
Fries erhielt eine Zeichnung, wie der Kranzständer aussehen soll. Die drei Beine münden oben in drei eng ineinanderliegenden Ringen.
Fries hatte das Glück, dass er das erforderliche Material noch in seiner Werkstatt verfügbar hatte. Dann musste der zusammengeschweißt Ständer auch noch zu einem Maler, wo er weiß lackiert wurde. „Auch der Maler musste andere Arbeit liegen lassen“, weiß Fries.
Gehilfe liefert Ständer direkt an
Die Lieferung in die Arena nach München übernahm der Gehilfe von Fries. Die Übernachtung in München wurde dafür übernommen. Sein Mitarbeiter sei von den Gegebenheiten vor Ort und den Stars, die er getroffen habe, überwältigt gewesen, berichtet Fries. Erste Bilder vom Kranzständer auf der Bühne waren auch schnell an Fries übermittelt.
„Für mich ist dieser Auftrag eine Ehre“, sagt Fries, der selbst Fußballfan ist und somit auch das Wirken von Beckenbauer mitverfolgt hatte.