Das Gebäude C der Eschachschule, auf dem Dach befindet sich die PV-Anlage. Foto: Weisser

Die Vorwürfe sind gewaltig: Der frühere Hausmeister in Dunningen wirft der Gemeinde „Vertrauensentzug“ und demütigendes Verhalten vor. In der Gemeinderatssitzung hat es dazu ordentlich gekracht.

In der Fragestunde der jüngsten Gemeinderatssitzung ließ der langjährige Gemeindebedienstete seiner großen Verärgerung freien Lauf. Kammerer warf Bürgermeister Peter Schumacher und Ortsbaumeisterin Karola Heinz „Vertrauensentzug“ vor. Das sei eine Beleidigung, „ich schäme mich für die Gemeinde“, sagte er voller Entrüstung. Weitere Worte wie „Degradierung“ und „Demütigung“ fielen.

 

Dachfläche von der Gemeinde gepachtet

Zur Vorgeschichte: Kammerer – er war als Hausmeister 27 Jahre für die öffentlichen Gebäude zuständig und ein anerkannter Fachmann in Energiefragen – betreibt auf dem Dach des Schulgebäudes C der Dunninger Eschachschule seit 2009 eine Photovoltaikanlage. Er hat die entsprechende Dachfläche von der Gemeinde gepachtet.

Der ehemalige Hausmeister – er ging im Mai 2018 in den Ruhestand - war seitdem im Besitz der entsprechenden Schlüssel. So konnte er die Wechselrichter auf dem Flachdach kontrollieren und die Daten der Anlage im Keller ablesen. Dabei musste er durch das Lehrerzimmer gehen. „Es gab deswegen nie ein Problem“.

Immer zuverlässig

Er habe 27 Jahre die Schlüsselbücher geführt, „es war ein Vertrauensverhältnis“. Nie sei ein Schlüssel verloren gegangen. Er habe die Daten bisher immer am ersten Tag des Monats abgelesen. Warum dann jetzt die Aufforderung der Gemeinde zur Rückgabe der Schlüssel?

Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Bürgermeister Peter Schumacher und Bauamtsleiterin Heinz berichteten, dass in Seedorf ein Schlüssel verloren gegangen sei. Die entstandenen Kosten, so der Rathauschef „zahlt uns niemand“. Man wolle die im Umlauf befindlichen Schlüssel generell reduzieren und recherchiere nach den ausgegebenen Schlüsseln. „Das hat nichts mit Misstrauen zu tun“, sprach der Schultes Kammerer direkt an.

Kritische Anfrage ging dem Voraus

Dieser vermutet einen Zusammenhang mit seiner kritischen Anfrage zu den Temperaturen im Schulhaus während den Winterferien. Zur Erinnerung: In der Gemeinderatssitzung am 21. Januar 2024 wollte Kammerer von Heinz wissen, warum während der Ferien durchgeheizt worden sei. Beim Ablesen der Anlage sei dies ihm aufgefallen. Die Bauamtsleiterin kündigte eine Überprüfung an und wollte danach Bescheid geben.

Kammerer monierte am Montagabend zuerst, dass seine Frage noch nicht beantwortet sei. Er habe zwar von der Verwaltung eine Email mit Aussagen zur Vorlauftemperatur im Gebäude C bekommen, „doch wir sprechen vom Gebäude D“. Die Daten seien beispielhaft, verteidigte sich Heinz und versprach, die Daten für das Gebäude D nachzuliefern. In einem zweiten E-Mail sei er dann – so der frühere Hausmeister – von Heinz zur Rückgabe der Schlüssel aufgefordert worden. „Das war ein Tiefschlag“, echauffierte sich Kammerer im Gemeinderat.

Ist es eine Retourkutsche?

Dieses Vorgehen sehe er als Retourkutsche, erklärt Kammerer am Tag nach der Sitzung. Andere hätten bisher noch keinen Schlüssel abgeben müssen. Kammerer könne nach Absprache mit den Hausmeistern jederzeit das Gebäude betreten und ablesen, meinte wiederum Heinz. Diese würden sich freuen, wenn er am 1. Mai., am 1. November und am 1. Januar auf die Hausmeister zukomme, erwiderte der Angesprochene.