Eine Wildbiene lässt sich auf einer violetten Blüte nieder. Foto: dpa/Christian Charisius

Im Kornbühl wird für den Artenschutz der Baumbestand aufgelichtet und das Naturschutzgebiet erweitert. So sollen Wildbienen und Schmetterlinge besonders gefördert werden. Doch auch andere Arten machen das Areal schützenswert.

Das Naturschutzgebiet Kornbühl wird größer. Angefangen mit einem Lichtwaldprojekt an der Geißhalde Süd wird das Naturschutzgebiet um die Bühlberge, das Woogtal, die Geißhalde und die Monkhalde erweitert.

 

Während des Lichtwaldprojekts wurde der Forst ausgedünnt. Es wurden Bäume entnommen, damit mehr Licht und Wärme auf den Boden kommt. Hecken wurden auf den Stock gesetzt und verjüngt.

Edgar Franz von Forst BW, das mit dem Regierungspräsidium Tübingen federführend beim Projekt ist, teilt unserer Redaktion mit: „Der Standort der Maßnahme ist deshalb so ideal, da es sich um einen teils sehr trockenen und steilen Südhang handelt. Auf diesen Standorten können viele Wildbienen- und Schmetterlingsarten gute Bedingungen vorfinden.“

Ursprünglich sollte an der Geißhalde nur das Biotop für Wildbienen gepflegt werden. Aber dann gab es Hinweise auf die Bergkronwicke. An der fühlen sich sowohl Bergkronwidderchen und Eleganswidderchen wohl. Diese Entdeckung sorgte dafür, dass Forst BW das Lichtwaldprojekt priorisierte.

Widderchen brauchen Licht und offene Fläche – das finden sie im Kornbühl

„Widderchen“ sind eine vom Aussterben bedrohte Schmetterlingsfamilie. Sie brauchen Licht und offene Waldflächen. „Diese Lichtwaldarten sind teilweise so selten geworden, dass sie in Baden-Württemberg oft nur noch an einigen Stellen auf der Schwäbischen Alb zu finden sind und wir deshalb eine besondere Verantwortung für diese Arten haben“, erklärt Franz auf Anfrage.

89 Wildbienenarten und 80 Tagfalterarten

Im geplanten ausgeweiteten Naturschutzgebiet gibt es zahlreiche seltene Arten. 89 Wildbienenarten und 80 Tagfalterarten wurden in Salmendingen gefunden – also etwa die Hälfte aller Tagfalterarten, die in Baden-Württemberg leben. Durch die Maßnahmen wird mehr Nahrung angeboten, außerdem werden Nistmöglichkeiten für die Tiere geschaffen. Besonders die Böden sind hierbei interessant: Zahlreiche Wildbienen, wie etwa die stark gefährdete Große Harzbiene graben sich in sandige, warme Böden ein, um dort ihren Nachwuchs aufzuziehen und zu überwintern.

Nicht nur für Schmetterlinge und Bienen ist das Gebiet bedeutend. Auch für Pflanzen, Vögel, Heuschrecken und pflanzenfressende Käfer, berichtet das Regierungspräsidium. Ein Gutachten habe 2020 ergeben, dass es sich beim Kornbühl um ein „Ausnahmegebiet“ für die Artenvielfalt in Baden-Württemberg handle.

Kontinuierliche Pflege schließt sich an

Doch mit der Auflichtung des Forsts ist es im Kornbühl für den Artenschutz nicht getan. Zur Pflege und Entwicklung des Gebiets gehört auch eine „kontinuierliche Pflege der vorhandenen Feldhecken, der Magerwiesen und Kalkmagerwiesen“, erklärt das Regierungspräsidium weiter.

Wie viel das Projekt schlussendlich kostet, steht noch aus. Forst BW geht aber von einer Summe im mittleren vierstelligen Bereich aus.