Volle Mühlbachhalle beim Weihnachtskonzert des MV Mariazell (zu sehen der Bläser-Nachwuchs als Vororchester „Da Capo“) Foto: Schöne

Wie klingt die Musik von Tina Turner, Glenn Miller oder vom Film „Fluch der Karibik“ aus den Instrumenten eines Blasorchesters? Von diesen und anderen musikalischen Interpretationen konnten sich bis zu 260 Besucher beim Weihnachtskonzert in der Mühlbachhalle in Mariazell überraschen lassen.

Den Auftakt übernahmen die jüngsten Vereinsmitglieder aus den Musikvereinen Locherhof und Mariazell unter der Leitung von Ferenc Guti. Elf Jungbläser und Jungbläserinnen sowie Schlagzeuger Thomas Maier überführten als „Da Capo“ zeitgenössische Pop-Musik in die Klangsphären der Blasmusik. So erfreuten Interpretationen von legendären Pop-Songs wie „Eye of the Tiger“, „Yesterday“ oder „Smoke on the Water“.

 

Der mittlere Teil wurde von Michael Ganter dirigiert, der mit dem Jugendorchester Eschbronn das Klangspektrum facettenreich erweiterte. Bereits im ersten Stück, „Phoenix Overture“, schwang sich die Passion des Orchesters durch die Halle und überraschte mit Ausdruck und Variabilität. Es wechselten sich sensible wie tosende Klangpassagen in einer virtuosen Vielfalt ab.

Vereinsarbeit ist keine Eintagsfliege

Mit den Stücken „A Discovery Fantasy“ und „Into the Dragon‘s Keep“ erlebten die Gäste das erzählerische Potenzial von Blasmusik. Zunächst mit Worten eingeleitet, wurde das Publikum in das Klangbild durch eine niederländische Landschaft geführt – gefolgt von dem Klang-Duell eines Ritters mit einem Drachen. Alle Darbietungen wurden mit Applaus beschenkt und erhielten, wie von allen Orchestern, noch eine weihnachtliche Zugabe.

Dass Vereinsarbeit keine Eintagsfliege ist, zeigte sich bei den Ehrungen. So erhielt David Schaumann die bronzene Ehrennadel für 15 Jahre aktive Mitgliedschaft.

Foto: Schöne

Die silberne Ehrennadel des Blasmusikverbands Schwarzwald-Baar wurde an Jugendspielleiterin Isabelle Öhler für 25 Jahre aktives Mitwirken verliehen. Die goldene Auszeichnung kam Rüdiger Neumaier mit 50 Jahren Aktivität zuteil. Letzterer prägte Verein und Gemeinschaft in verantwortungsvollen Positionen mit.

Foto: Schöne

Das Konzert, das sich mühelos über dreieinhalb Stunden erstreckte, schien sich im dritten Teil unter der Leitung von Armin Kaltenbach zu scheinbar Unmöglichem aufzuschwingen. Mit der dritten Orchester-Aufstellung des Musikvereins Mariazell füllten die Register in vier Reihen die Bühne aus.

Multidimensionales Klangerlebnis

Souverän erschuf Armin Kaltenbach mit seinen Schützlingen ein multidimensionales Klangerlebnis, das Interpretationen von Glenn Miller, Tina Turner und Fluch der Karibik mit einschloss. Raffinierte Ergänzungen mit ungewöhnlichen Instrumenten, einer begleitenden Bildprojektion, bis zu Stimmeinlagen bei dem Stück „Snakes“, als auch bei Glenn Miller boten den Zuhörern eine Performance, die über das allgemeine Verständnis von Blasmusik hinausgeht.

Ein Highlight war der Dirigentenwechsel für „Mazury Rhapsody“, bei dem Eva-Maria Moosmann als frisch zertifizierte Dirigentin debütierte. Auch ihr kam Anerkennung zuteil für ihren erfolgreichen C3-Abschluss.

Nachdem das älteste Ehrenmitglied, Albert Jauch, mit einem Marsch gefeiert worden war, klang der Abend mit einer Tombola aus. Vorstandsmitglied Nadja Broghammer resümierte: „Schön, dass wir so viele tolle Musikerinnen und Musiker auf der Bühne sehen und hören durften. Ein gelungener Jahreshöhepunkt für den Musikverein Mariazell.“